Im Prozess um den Tod des achtjährigen Fabian aus Güstrow steht die Lebensgefährtin des Vaters vor Gericht. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft soll sie den kleinen Jungen heimtückisch ermordet haben. Ihr mutmaßliches Motiv: Eifersucht. Die langjährige Beziehung zum Vater und deren Beendigung sollen dabei eine Rolle gespielt haben. Der Vater glaubt nach eigener Aussage vor dem Landgericht Rostock an ihre Unschuld: Zum Zeitpunkt der angeklagten Tat waren die beiden getrennt, nun seien sie wieder ein Paar.
Diese Nachricht sorgte für Stirnrunzeln im Prozess: Oberstaatsanwalt Harald Nowack sagte gegenüber Medien, es sei nicht nachzuvollziehen, warum Fabians Vater wieder eine Beziehung zur Angeklagten aufgenommen habe. Die Angeklagte habe entsprechend auf ihn eingewirkt und eine Wiederaufnahme der Beziehung angestrebt, so Nowack weiter. Die Angeklagte hat sich im Prozess bislang nicht geäußert, für sie gilt die Unschuldsvermutung. Mit einem Urteil ist erst im Herbst zu rechnen.
Von Fällen, in denen Betroffene zu mutmaßlichen Tätern halten, ist immer mal wieder zu lesen. Doch welche psychischen Mechanismen stecken dahinter? Wir haben mit dem Psychologen Christian Hemschemeier über Verdrängung, toxische Beziehungen und krankhafte Eifersucht gesprochen.






