Jetzt ist es offiziell: Nachdem das malaysische Kabinett die Bedingungen für eine neue Suche nach dem Wrack von MH370 im südlichen Indischen Ozean genehmigt hat, ist nun auch der Vertrag mit der britischen Firma Ocean Infinity unterschrieben. Dies gaben die Angehörigen der 239 Menschen, die an Bord der verschollenen Maschine waren, über ihre Facebook-Gruppe bekannt.

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Damit hat die Regierung im malaysischen Kuala Lumpur nach vielen Verzögerungen grünes Licht für eine Suchaktion nach der Malaysia-Airlines-Maschine gegeben, die am 8. März 2014 verschwunden ist. Grundlage des Vertrags ist das Prinzip „Kein Fund, keine Gebühr“. Demnach muss die malaysische Regierung Ocean Infinity nur dann eine Zahlung leisten, wenn das Flugzeug gefunden wird. Die Erfolgsgebühr beträgt 70 Millionen US-Dollar – Ocean Inifinity geht damit also kein geringes Risiko ein.

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Die Frage, was mit der Boeing 777 passiert ist und wo das Flugzeug letztendlich abstürzte, beschäftigt nicht nur die Angehörigen: Luftfahrtexperten, Forschende und unzählige Privatleute versuchen seit inzwischen mehr als einem Jahrzehnt, das Rätsel zu lösen. Zwei vorherige Suchen, eine davon von Ocean Infinity, waren erfolglos. Doch die Technik, die der Firma inzwischen zur Verfügung steht, ist laut Stefan Williams, ein Robotikexperte der University of Sydney, mit einer „Reihe neuer High-Tech-Tools“ ausgerüstet.

Flug MH370: Unternehmen Ocean Infinity übernimmt neue Suche

Ocean Infinity hat die Suche im Indischen Ozean bereits Ende Februar begonnen – auf eigene Faust und vermutlich, weil eine Suche im Spätsommer und Herbst einfacher ist als in den Wintermonaten. Vom Mutterschiff Armada 7806 setzen die Experten autonome Unterwasserfahrzeuge (AUVs) ein, die den Meeresboden absuchen können. Diese AUVs werden über eine Satellitenverbindung vom Kontrollzentrum von Ocean Infinity im britischen Southampton aus gesteuert.

Ein schwarz-grünes Schiff befindet sich mitten im Ozean
Ein Spezialschiff von dem Unternehmen Ocean Infinity nähert sich dem mutmasslichen Absturzort.© PR | oceaninfinity.com

Diese 6,2 Meter langen Fahrzeuge können unabhängig vom Versorgungsschiff bis zu 100 Stunden am Stück in Tiefen von bis zu 6000 Metern operieren. Sie sind – wie der Experte Williams weiß – mit fortschrittlicher Sonartechnologie ausgestattet, darunter Seitensichtsonar, Synthetik-Apertur-Sonar, Mehrstrahlsonar und Sub-Bottom-Profiling-Sonar. „Sonarsysteme sind für die Unterwasserkartierung und Objekterkennung unerlässlich“, schrieb der Forscher in einer Abhandlung zum Thema. „Sie nutzen akustische Impulse, um nach Echos vom Meeresboden zu suchen.“

Spannende neue Technologie soll das MH370-Wrack finden

Seitensichtsonar erfasst hochauflösende Bilder des Meeresbodens, indem es Schallimpulse aussendet und Objekte erkennt, die die Schallimpulse reflektieren. Synthetik-Apertur-Sonar ist eine Technik, die die Ergebnisse mehrerer „Pings“ kombiniert, um den Scanner effektiv größer und leistungsfähiger zu machen und detailliertere Bilder zu erzeugen. Mehrstrahlsonar hingegen kartiert die Meeresbodentopographie, indem es mehrere Sonarstrahlen fächerförmig unterhalb der Plattform aussendet.

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Das Sub-Bottom-Profiling-Sonar arbeitet mit niedrigeren Frequenzen und kann in den Meeresboden eindringen, um darunterliegende geologische Strukturen zu erfassen. Dies ist nützlich für archäologische Studien, Sedimentanalysen und die Identifizierung vergrabener Objekte. „Sobald ein Ziel von Interesse per Sonar erkannt wird, werden die Fahrzeuge mit Missionen programmiert, die deutlich näher am Meeresboden operieren“, sagte Williams. Dadurch können sie Bilder des recht komplexen Suchgebiets mit Schluchten und Tälern aufnehmen.

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Auch nach elf Jahren gibt es keine Antwort darauf, warum das Flugzeug plötzlich verschwunden ist. © AFP | Zwei Frauen sitzen vor angezündeten Kerzen und trauern

Sobald die Fahrzeuge wieder an Bord sind, werden die gesammelten Daten heruntergeladen und zu detaillierten Karten der Suchgebiete zusammengefügt. Sollte Ocean Infinity das Wrack finden, dann wäre der nächste Schritt, die Blackboxes des Flugzeugs zu bergen. Sind diese nicht beschädigt, könnten die Ermittler zumindest einige der letzten Momente vor dem Absturz des Flugzeugs ins Meer rekonstruieren.

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Über diese letzten Momente wird seit inzwischen elf Jahren gerätselt. Der unabhängige französische Luft- und Raumfahrtexperte Jean-Luc Marchand glaubt dabei nicht an einen Unfall, wie er in der BBC-Dokumentation „Why Planes Vanish“ im vergangenen Jahr sagte. Jemand im Cockpit habe den Transponder ausgeschaltet – ein Gerät, das die Identität eines Flugzeugs an die Fluglotsen übermittelt. „Das ist clever, denn die Wahl des Gebiets, in dem das Flugzeug verschwand, ist in Wirklichkeit ein schwarzes Loch zwischen Kuala Lumpur und Vietnam.“ Wolle ein Mensch verschwinden, dann hier. „Es erfordert Aufmerksamkeit und Geschick. Deshalb glauben wir nicht, dass es ein Unfall war.“