Es gilt als eines der größten Rätsel der Fluggeschichte: Die Frage, wo die Überreste der verschwundenen Malaysia Airlines-Maschine MH370 liegen und warum das Flugzeug abstürzte, beschäftigt die Angehörigen der 239 Passagiere und Crewmitglieder, Luftfahrtexperten, Forschende und unzählige Privatleute seit mehr als einem Jahrzehnt.

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Am Samstag jährt sich das mysteriöse Verschwinden nun zum elften Mal. Inzwischen hat eine dritte Suche nach dem Flugzeug begonnen, und die Hoffnung auf eine Aufklärung des Absturzes keimt wieder auf – auch wenn viele Angehörige skeptisch sind, ob befriedigende Antworten überhaupt noch möglich sind. „Die Vermissten werden nicht zurückkommen“, schrieb K.S. Narendran, dessen Frau Chandrika an Bord des Fliegers war, in einem Blogartikel.
„Die Stimmenrekorder im Cockpit und die Flugdatenschreiber sind für die Ermittlungen inzwischen wahrscheinlich unbrauchbar und werden vielleicht nicht einmal gefunden.“
MH370 war nach letztem Kontakt noch stundenlang in der Luft
Als die Boeing 777 am 8. März 2014 kurz nach Mitternacht von Kuala Lumpur in Richtung Peking abhob, schien zunächst alles nach Plan zu verlaufen. Nachdem der Pilot angewiesen worden war, die Frequenzen zur vietnamesischen Flugsicherung zu wechseln, antwortete er routiniert: „Gute Nacht, Malaysia drei sieben null.“ Es war die letzte Nachricht, die vom Malaysia Airlines-Flug MH370 empfangen wurde.
Zunächst ging man davon aus, dass die Boeing 777 im Südchinesischen Meer abgestürzt sei. Eine Woche lang suchten Rettungskräfte vergeblich nach Trümmerteilen, als eine überraschende Pressekonferenz den Fall fast über Nacht zu einem Mysterium machte, an dem Experten, Wissenschaftler und unzählige Privatpersonen über Jahre hinweg rätseln sollten. So gestand der damalige malaysische Premierminister Najib Razak, dass das Flugzeug nach seinem letzten Kontakt noch stundenlang in der Luft geblieben sei.
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Erschwert durch den Fakt, dass die regulären Kommunikationskanäle nicht mehr funktionierten oder bewusst ausgeschaltet wurden, blieben rein Radardaten und sogenannte Satelliten-„Pings“, um die ungefähre Flugroute des Jets zu bestimmen. Eine Analyse zeigte, dass der Flieger seinen Kurs änderte, über die malaysische Halbinsel zurückflog und letztendlich weiter südlich in den Indischen Ozean vorstieß.
Als ihm dort irgendwann der Treibstoff ausging, stürzte er vermutlich ins Meer westlich von Australien. Diese Annahme wurde Monate später bestätigt, als Trümmer des Fliegers an der Ostküste Afrikas, auf La Réunion und Madagaskar angespült wurden – von den Meeresströmungen über den Indischen Ozean transportiert.
Doch wo genau der Flieger am Meeresgrund liegt, ist bis heute ungelöst: Sowohl eine offizielle, von Australien geleitete Suche im südlichen Indischen Ozean als auch eine dreimonatige private Suche der britisch-amerikanischen Firma Ocean Infinity mussten in den Jahren nach dem Unglück erfolglos abgebrochen werden. Auf einer Suchfläche über 200.000 Quadratkilometer wurden keine Wrackteile gefunden. Lesen Sie dazu auch: Forscher will Rätsel um MH370 gelöst haben – „Perfektes Versteck“
„Riesiger Schritt in der maritimen Technologie“
Seit etwas über einer Woche wird nun erneut gesucht. Ocean Infinity hat die Initiative ergriffen, obwohl Malaysia den Vertrag, der auf einer „No Find, no Fee“-Basis beruht, nach wie vor nicht unterzeichnet zu haben scheint. Im Erfolgsfall würde das Land 70 Millionen Dollar zahlen.
Die neue Suchregion liegt etwa 1500 Kilometer westlich von Perth und umfasst rund 15.000 Quadratkilometer. Vom Mutterschiff Armada 7806 aus werden autonome Unterwasserfahrzeuge (AUVs) eingesetzt, die den Meeresboden absuchen können. Diese AUVs werden über eine Satellitenverbindung vom Kontrollzentrum von Ocean Infinity im britischen Southampton aus gesteuert.
Der ehemalige australische Marineoffizier Peter Waring, der vor elf Jahren an der ersten Suche nach MH370 teilnahm, sagte gegenüber dem australischen Fernsehprogramm „60 Minutes“, dass Ocean Infinity mit hoch entwickelter Technologie arbeite. „Diese neuen Schiffe von Ocean Infinity stellen offen gesagt einen ebenso großen Sprung in der maritimen Technologie dar wie der Übergang vom Segel- zum Dampfschiff im 19. Jahrhundert“, sagte Waring.
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Auch der Elektroingenieur Craig Wallace, der mit der Firma Deep Sea Vision an der neuen Technologie arbeitete, die bei der Suche zum Einsatz kommt, bescheinigte der Suchfirma Ocean Infinity, dass sie „derzeit weltweit am besten aufgestellt“ sei, „um diese Suche durchzuführen“. Niemand habe bessere Ressourcen oder bessere Leute. „Sie haben die besten Erfolgschancen.“
Insgesamt wird die aktuelle Suche voraussichtlich bis zu sechs Wochen dauern und mehrere Schlüsselbereiche erkunden, auf die Experten besonders hingewiesen haben. Darunter soll auch ein Bereich sein, der aufgrund des steilen Unterwassergeländes zuvor übersehen wurde. „Machen Sie sich nichts vor, der Indische Ozean, in dem sie arbeiten, gehört zu den schlimmsten der Welt“, sagte Wallace. Sie hätten Wellenhöhen von 20 Metern gemessen. Das seien „extreme Bedingungen“ und „es wird viele Situationen geben, in denen sie das Fahrzeug einfach nicht zu Wasser lassen oder bergen können“.
Sollte das Flugzeug trotz dieser widrigen Bedingungen gefunden werden, so werde es „Tränen geben“, meinte er. „Es ist eines der größten Mysterien der Luftfahrt“, sagte Wallace. „Wenn nicht das größte. Und all diesen Menschen einen Abschluss zu ermöglichen, finde ich eine großartige Sache.“
Neue Fragen zu Flug MH370
Auch die erneute Suche, die vonseiten Malaysias eigentlich bestätigt wurde, weist allerdings einige mysteriöse Züge auf. Laut einem Schifftracker im Internet hat sich das Suchschiff mehrere Tage in der Suchregion aufgehalten und die Bewegungen des Schiffes ließen den Rückschluss zu, dass bereits Bereiche untersucht wurden. Danach stoppte das Schiff relativ routinemäßig in Fremantle in Westaustralien, um Vorräte aufzustocken.
Inzwischen ist es wieder unterwegs – laut Tracker aber mit Ziel Kapstadt in Südafrika. Letzteres hat in den MH370-Internetforen für Verwirrung gesorgt. Ocean Infinity selbst gibt derzeit keine Informationen nach außen. Vonseiten der Firma heißt es auf Nachfrage nur: „Ocean Infinity kann zum jetzigen Zeitpunkt keine Informationen bereitstellen, wir werden uns aber melden, sobald uns welche vorliegen.“








