Im australischen Rockhampton wird eine Flughund-Plage zur immer größeren Gefahr für Mensch und Tier. Im Botanischen Garten der Stadt leben rund 10.000 der Fledertiere, die eng mit Fledermäusen verwandt sind und auch ähnlich aussehen. Zum Problem werden sie, wenn sie die Gärten verlassen – und den Verkehr am nahegelegenen Flughafen stören. Im vergangenen Jahr verzeichnete der Flughafen über 40 Fledermaus- und Vogelschläge.

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Auch zu Flugausfällen ist es in der Vergangenheit immer wieder gekommen, wenn ein Flieger zuvor mit einer Fledermaus oder einem Vogel kollidiert war. Die beiden australischen Fluglinien Qantas und Virgin Australia bestätigten beide, dass ihre Flugzeuge in den letzten Wochen betroffen waren. Ein Qantas-Flug, der letzten Monat von Rockhampton abfliegen sollte, musste gestrichen werden, nachdem er bei seiner Ankunft in der Stadt eine Fledermaus getroffen hatte. Die Stadt sucht nun händeringend nach Lösungen für das Problem.
Australischer Flughafen klagt über ernsthaftes Sicherheitsrisiko
Obwohl es keine offiziellen Angaben darüber gibt, wie viele Flüge in diesem Jahr bisher wegen der Flughunde ausgefallen sind oder zumindest verspätet waren, so deuten Posts von Passagieren auf sozialen Medien darauf hin, dass die nachtaktiven Säugetiere bereits mehrere Ärgernisse verursacht haben.
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Stephen Alley, der Pilot einer lokalen Fluglinie ist, sagte dem australischen Sender, dass er selbst Flüge bei Sonnenuntergang inzwischen vermeide. Alley bestätigte zudem, dass die Fledermäuse nicht nur für kleinere, sondern durchaus auch für größere Flugzeuge eine ernste Gefahr darstellen könnten, sollten sie in die Triebwerke gelangen. Würde ein Vogel oder eine Fledermaus in den Motor eingesaugt, so könne dies erhebliche Schäden verursachen, so der Experte.
Vogelschlag brachte wohl Maschine in Südkorea zum Absturz
Das zeigte zuletzt das schwere Flugzeugunglück in Südkorea Ende Dezember mit 179 Toten. Im Rahmen einer vorläufigen Untersuchung wurden Vogelfedern von Gluckenten in beiden Triebwerken sichergestellt. Welche Rolle diese im Verlauf des Unglücks spielten, ist noch nicht endgültig geklärt.

In Rockhampton ist man sich der Gefahr durch die Flughunde äußerst bewusst. Um eine Kollision mit den Tieren in der Luft zu vermeiden, informiert die Flugsicherung die Piloten stets über die potenzielle Gefahr. Ist die Flughundkolonie aktiv, müssen die Flieger im Normalfall so lange kreisen, bis eine sichere Landung möglich ist.
Die Stadt testet immer wieder unterschiedliche Strategien, um das Risiko zu mindern und die Fledermäuse in Flughafennähe zu vertreiben. Letzteres ist mithilfe von Rauch, Lärm oder Licht möglich – es ist allerdings aus gesetzlichen Gründen nicht während der Brutzeit der Tiere erlaubt.
Australische Forscher: Gefahr für Luftsicherheit selbst verschuldet
Der Biologieprofessor Simon Robson von der australischen Hochschule CQ-University sagte dem australischen Sender ABC, es sei üblich, dass Fledermäuse und Flughunde bei Sonnenuntergang aktiv werden. „Zu dieser Jahreszeit ziehen sie zwischen Lagern hin und her und suchen nach sicheren Rastplätzen und Nahrungsangeboten“, sagte Robson.
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Grundsätzlich ist das Flughund-Problem nicht neu: Australien hatte auch in der Vergangenheit immer wieder Ärger mit den Fledertieren. 2021 war gar die Rede von „Flughund-Tornados“. Besonders betroffen war damals die Kleinstadt Ingham in Queensland. Nachdem die dortige Flughund-Population regelrecht explodiert war, konnten die Bewohner den Lärm und Gestank der Tiere kaum mehr aushalten.
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Der Forscher Robson glaubt, dass das Problem letztendlich selbstverschuldet ist. Großflächige Abholzungen hätten dazu beigetragen, dass die Tiere näher an bewohnte Gebiete heranrückten, sagte er. „Sie entscheiden sich nicht dafür, in der Nähe des Flughafens zu leben – aber angesichts der begrenzten Möglichkeiten, die sie haben, ist es für sie offensichtlich kein schlechter Ort.“ Flughunde seien „ein wichtiger Teil der australischen Artenvielfalt“. Der Mensch müsse eben daran arbeiten, mit ihnen zusammenzuleben. „Wenn sie auftauchen, müssen wir einfach die Flugzeiten anpassen“, findet er.








