• Herzogin Sophie, Tochter eines Reifenhändlers, ist heute eine Stütze der britischen Royals
  • Trotz ihrer bürgerlichen Herkunft war sie für die Royals eine Hoffnungsträgerin
  • Sophie konnte mit ihrem Ja-Wort endlich das angeschlagene Image des Prinzen aufbessern

So wie auf ihrem 60. Geburtstag strahlte Sophie wohl lange nicht. Sie hatte auch allen Grund dazu: Seit der Krebsdiagnose von König Charles und Kate ist die Tochter eines Reifenhändlers auf der Wichtigkeitsskala der britischen Royals ganz weit nach vorne gerückt. „Keine Frau im britischen Königshaus ist so facettenreich wie Herzogin Sophie“, sagt Adelsexperte Jürgen Worlitz gegenüber dieser Redaktion. Sie gilt als mega-fleißig, als super-professionell – fast scheint vergessen, dass sie mit dem berüchtigten „Sophiegate“ für reichlich Wirbel sorgte.

Dass der Hof der Ehefrau von Königsbruder Edward (61) heute größten Respekt zollt, liegt auch an ihrem Einsatz: Mit 107 Arbeitstagen galt Sophie bereits 2023 als eins der fleißigsten Bienchen der britischen Monarchie. Im Jahr 2024 steigerte sie sich nochmal und kam auf 114 Arbeitstage. 124 offizielle Termine für die Krone nahm sie wahr, das waren 19 mehr als Camilla und sogar 53 mehr als Thronfolger William.

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Edward und Sophie lassen sich, wann immer es geht, als Vorzeige-Paar feiern. Warum auch nicht. Ihre Ehe hält seit mehr als einem Vierteljahrhundert. Auf einem Video, das das Paar jüngst auf ihrer Asien-Reise in Nepal zeigt, wirken sie so vertraut wie neckisch. Auf die Frage, warum ihre Partnerschaft so skandalfrei sei, sagt Edward: „Weil wir beste Freunde sind.“ Und Sophie fügt lächelnd hinzu, dass für sie Humor in der Liebe eine ganz wichtige Rolle spielt.

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Sophie war zwar bürgerlich, aber ihr Plus: Sie war keine Frau, die man fürchten musste, so Worlitz. „Nach den Eheskandalen bei Anne und Mark Phillips, bei Charles und Diana, bei Andrew und Sarah, galt sie als Lichtgestalt, die als strahlende Braut bei den Royals die Sonne wieder aufgehen ließ. Die Briten waren entzückt, endlich wieder eine königliche Hochzeit erleben zu dürfen. Alle wünschten Sophie und Edward ewige Liebe und Glück.“ Und sie wünschten sich, dass sie auch Edward eine neue Stabilität gebe.

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Denn der jüngste Sohn der Queen sollte mit der Frau, die er 1993 bei einem Tennisturnier kennengelernt hatte, sein ein wenig demoliertes Image wieder aufpolieren. „Mit Sophie an seiner Hand trat Edward schnell wie Phönix aus der Asche aus seinem Schattendasein heraus. Das war auch bitter nötig, denn zuvor bot Edward den Royals und der ganzen Nation manchen Grund zum Fremdschämen“, so Worlitz.

The Duke And Duchess Of Edinburgh Visit Nepal - Day 4
Lächelnd und einander zugewandt: Sophie und Edward auf ihrer Nepal-Reise im Januar. © Getty Images | Chris Jackson

Edward stand kräftig in der Kritik. „Er wurde als Weichei verspottet, weil er sich als völlig ungeeignet für den Militärdienst entpuppte. Und nebenbei wurde er auch noch als Sonderling eingestuft, weil er liebend gern, bevorzugt in Frauenkleidern, auf Kleinkunstbühnen in urkomische Rollen schlüpfte“, erzählt Worlitz. „Außerdem wurde spekuliert, ob er sich überhaupt nicht für Frauen interessiere.“ Von den Theaterschauspielern wurde er mit den Spitznamen „Buckingham Barbara“ und „Babs Windsor“ versehen.

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Sophie aber hatte eigentlich anderes vor, als ihrem Mann den Ruf zu verbessern. Sie war es von ihrer eigenen Familie gewohnt, dass man für sein Geld arbeiten ging. Also wollte sie auch keine finanzielle Zuwendung aus der royalen Kasse. „Als erfolgreiche PR-Lady mit eigener Firma sprühte sie nur so vor Ideen“, so Worlitz. Doch die Royals hätten ihr Engagement unterbunden. „Sie witterten, dass die meisten Geschäftspartner sich über Sophie in den Dunstkreis der Krone mogeln wollten.“ Dies war in gewisser Weise ein Einschnitt für die junge Frau.

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Auf diesen Gegenwind sei Sophie wohl einfach nicht vorbereitet gewesen. Anders sei es nicht zu erklären, dass sie komplett die Bodenhaftung verloren habe und 2001 mit „Sophiegate“ für einen echten Skandal sorgte. „In einer kurzen Phase der Selbstüberschätzung und im Überschwang ihrer Gefühle tappte die frisch gebackene Herzogin von Wessex in eine raffinierte Journalistenfalle“, so Worlitz. „Vor einem Reporter, der sich als reicher Ölscheich verkleidet hatte, lästerte sie schändlich über Queen Elizabeth, Premier Tony Blair und dessen Frau Cherie ab.“ Die Queen habe sie als „das alte Tantchen“ bezeichnet. Tony Blair war für sie „zu präsidentiell“ und habe „keine Ahnung vom ländlichen England“. Seine Frau, Cherie Booth? Sei „absolut schrecklich, schrecklich, schrecklich“.

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Der Hof war nicht amüsiert. Und so habe Sophie demütig und unverzüglich bei ihrer Schwiegermutter Abbitte geleistet. „Auch persönlich zog sie rigoros Konsequenzen. Sie gab Job und Firma auf, verzichtete auf ihren königlichen Titel, tauchte ab und konzentrierte sich auf die Familienplanung“, berichtet Worlitz. Und machte dabei das Drama ihres Lebens durch.

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„Dass dies gesundheitlich bedingt schwerer, schmerzhafter und tränenreicher sein würde als gedacht, konnte Sophie nicht ahnen“, so Worlitz. 2002 verlor sie ihr Baby nach einer Eileiterschwangerschaft. Mit einem Rettungshubschrauber wurde sie von ihrem Landsitz in Südengeland ins Krankenhaus gebracht. „Es hat einfach nicht sollen sein. Aber es wird sicher noch andere Chancen geben“, erklärte die Gräfin von Wessex damals laut „Spiegel“. Nur mit Glück überlebte die Britin. „Jeder, der etwas darüber weiß, dürfte wissen, dass das so ziemlich das Schmerzhafteste ist, was man sich vorstellen kann“, sagte sie später.

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Sophie (r.) hat sich am Hof etabliert: Hier mit König Charles und Königin Camilla im Juni 2023. © picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Alastair Grant

Auch die Geburt ihres ersten Kindes 2003 lief nicht ohne Komplikationen. Sophie brauchte große medizinische Unterstützung. Die kleine Louise war eine Frühgeburt und wurde in der 36. Schwangerschaftswoche per Kaiserschnitt auf die Welt geholt. Wenige Tage später wurde Louise in eine Spezialklinik nach London verlegt. Ihre Mutter Sophie, die viel Blut verloren hatte, war jedoch zu schwach, um auch dorthin gebracht zu werden.

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„Dafür dass sie die schwere Geburt klaglos durchstand, schlossen erst Queen Elizabeth und dann auch die Briten sie wieder ins Herz. 2007 brachte sie dann den kleinen James zur Welt. Sophie hatte ihre Bewährung bestanden und ist heute bei den Royals als eine Art Joker, den man in Notsituationen blitzschnell ziehen kann“, erklärt Worlitz. „Ein Segen! Als König Charles und Prinzessin Kate aufgrund ihrer schweren Erkrankungen wochenlang ausfielen, erwiesen sich plötzlich Sophie und Edward als Stützpfeiler der personell ausgedünnten Monarchie. Ohne Sophie hätte Königin Camilla die vielen Termine wohl kaum geschafft. Ohne Edward hätte Thronfolger William sicher oft auf verlorenem Posten gestanden.“

Sophie als Retterin der Royals in der Not – das hätte sie sich wohl nicht träumen lassen. Eigentlich sei sie eine, die unauffällig und am liebsten unsichtbar ihre Arbeit mache, so der Adelsexperte. „Sophie ist für mehr als 70 karitative Einrichtungen tätig, was aber wohl nur die wenigsten Briten wissen. Das stört sie nicht.“ Aber immerhin habe sie es, die Bürgerliche aus einfachsten Verhältnissen, geschafft, dass sie „in einer der prominentesten Familien der Welt unverzichtbar“ ist.