Im Herzen Roms befindet sich ein wahrer Schatz, den seit fast 80 Jahren niemand zu sehen bekommen hat: 6.732 Brillanten und 2.000 Perlen in verschiedenen Größen, die an Halsketten, Ohrringen, Diademen und Broschen befestigt sind, werden in einer geheimnisvollen Schatulle im Tresor der italienischen Notenbank aufbewahrt. Die Steine sind von unterschiedlichem Gewicht und Schliff, haben insgesamt fast 2.000 Karat und einen Wert von circa 300 Millionen Euro.

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Dieser Schatz gehörte einst der italienischen Königsfamilie, dem Haus Savoyen. Nachdem sich die Italiener jedoch am 2. Juni 1946 per Referendum für die Republik entschieden und die Königsfamilie Savoyen ins Exil musste, nahm die Notenbank den Schatz in Verwahrung. Doch die Nachfahren des letzten italienischen Königs Umberto II. wollen ihre Klunker zurück. „Die Juwelen gehören uns“, ließ der Königsenkel, Prinz Emanuele Filiberto, unlängst verlauten. „Sie sind persönliches Eigentum und wir haben das Recht, sie zurückzuerhalten.“

Italiens Adelsnachwuchs streitet um Millionen-Schatz

Doch Filibertos Erwartung wurde enttäuscht: Die Notenbank hat die Forderung der Ex-Königsfamilie zurückgewiesen. Die Banca d‘Italia sei offiziell der „bloße Verwalter“ der Edelsteine, so die Begründung. Die Erben des letzten italienischen Königs wollten die Schlappe nicht so einfach hinnehmen und zogen gegen den italienischen Staat vor Gericht. Die Causa ist noch offen, wann es zu einem Urteil kommen wird, steht in den Sternen.

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Prinz Emanuele Filiberto repräsentiert jedoch nur einen Zweig des italienischen Adelsgeschlechts Savoyen. In dem Streit um die Juwelen meldete sich auch die zweite Linie in der Gestalt von Aimone von Savoyen Aosta zu Wort. Letzterer ist ein Cousin des britischen Königs Charles III. und Erbe des letzten Königs von Kroatien, hat sich jedoch abseits der Adelswelt als Finanzmanager einen Namen gemacht.

Aimone von Savoyen Aosta ist der Ansicht, dass sein Verwandter Filiberto seine Zeit verschwendet. Die Juwelen seien vom italienischen Staat rechtskonform konfisziert worden. Sie sollten ausgestellt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, so der 57-jährige Aimone gegenüber der Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera“.

Beerdigung von Vittorio Emanuele Prinz von Savoyen in Turin
Prinz Aimone, hie rmit Prinzessin Olga von Savoyen-Aosta, halten nichts von Filibertos Plänen. © picture alliance/dpa/LaPresse via ZUMA Press | Fabio Ferrari

Prompt kam die empörte Reaktion Emanuele Filibertos. „Bei den Juwelen im Tresor der italienischen Notenbank handelt es sich nicht um Kronjuwelen, sondern um persönlichen Schmuck der Erben von König Umberto II.“, betonte er in einer Pressemitteilung seines römischen Anwalts Sergio Orlandi. Notfalls werde man vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ziehen.

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Italiens Adel wurde offiziell abgeschafft – König musste ins Exil

Das Haus Savoyen herrschte im Hochmittelalter über Piemont in Norditalien und Savoyen, das sich über Teile des heutigen Italiens, Frankreichs und der heutigen Schweiz erstreckt. Das Haus stellte zwischen 1861 und 1946 die Könige Italiens. Offiziell gibt es den Adel in Italien seither nicht mehr.

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Die Beziehung zwischen der Ex-Königsfamilie von Savoyen und ihrer italienischen Heimat ist kompliziert. Die männlichen Nachkommen der Dynastie wurden nach dem Ende der Monarchie in Italien 1946 ins Exil verbannt. Das italienische Parlament hob das Einreiseverbot erst 2002 auf. König Umbertos Sohn, der im vergangenen Jahr verstorbene Vittorio Emanuele, und dessen Sohn Emanuele Filiberto, die die meiste Zeit ihres Exils in der Schweiz verbrachten, verzichteten auf den Thronanspruch.