Als Läufer oder Läuferin muss man langfristig planen. Zumindest, wenn man an den großen Marathon- und Halbmarathonrennen teilnehmen will. Schon mehrfach habe ich hier von dem Andrang auf Startplätze geschrieben, der zuletzt noch einmal zugenommen hat. Wer an bestimmten Läufen teilnehmen will, braucht immer häufiger eine Portion Glück und muss sich bis zu anderthalb Jahre im Voraus festlegen.

Kürzlich habe ich etwa versucht, einen Startplatz für den Halbmarathon in Kopenhagen im September 2026 zu bekommen. Und bin gescheitert. Rund 100.000 Anmeldungen für die Lotterie gab es, bei 35.000 Startplätzen. Die Chance, unter den Teilnehmern zu sein, lag also bei ungefähr 1:3. Ich hatte das Glück in dem Fall nicht auf meiner Seite.

London-Marathon mit Weltrekord bei der Bewerberzahl

Dabei standen die Chancen in Kopenhagen noch vergleichsweise gut. Der diesjährige London-Marathon, der am kommenden Sonntag stattfindet, hat eigenen Angaben zufolge einen Weltrekord als Laufevent mit den meisten Bewerbern aufgestellt: Mehr als 840.000 Menschen haben sich für einen der 56.000 Startplätze registriert, das waren nochmal gut 260.000 Personen mehr als im Vorjahr. Ob der London-Marathon es mit diesen Zahlen schon mit Taylor Swift aufnehmen kann?

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Um dem Ganzen etwas Positives abzugewinnen: Von den knapp 673.000 Bewerbern aus Großbritannien war mit 49 Prozent nahezu die Hälfte weiblich. Der London-Marathon hat seinen Frauenanteil damit deutlich verbessert und zeigt, dass es möglich ist, zumindest beinahe genauso viele Frauen wie Männer für die Distanz zu begeistern.

Berliner Halbmarathon: Registrierung für die Verlosung läuft

Ebenfalls positiv: Die Zahl der Bewerber zwischen 20 und 29 Jahren hat sich mehr als verdoppelt. Auch SCC Events als Veranstalter vom Berlin-Marathon und Halbmarathon hat zuletzt von diesem Boom bei jüngeren Menschen berichtet. Gerade, weil Übergewicht auch bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen – zuletzt noch einmal beschleunigt durch die Corona-Pandemie – zugenommen hat, ist das eine gute Nachricht.

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Derzeit läuft auch beim Berliner Halbmarathon die Registrierungsphase für die erstmalige Verlosung der Startplätze. Noch bis 22. Mai können Läuferinnen und Läufer sich für das Rennen im kommenden Jahr bewerben, am 2. Juni gibt es für alle das Verlosungsergebnis per E-Mail. Dass auf dieses Vorgehen gesetzt wird, ist einerseits verständlich. Es gibt jedem die gleiche Chance, sich für eine Teilnahme zu registrieren. Auch Ärzten, Busfahrerinnen oder anderen Menschen im Schichtdienst, für die es nicht so einfach möglich ist, zu einer bestimmten Uhrzeit am Laptop zu sitzen, um sich sofort einen Startplatz zu sichern.

Große Halbmarathon-Events: Die Teilnahmegebühr steigt immer weiter

Andererseits finde ich die Entwicklung manchmal auch anstrengend. Wenn ich nun immer häufiger bangen muss, ob ich das Losglück auf meiner Seite habe und mich zig Monate im Voraus festlegen muss, um dann mein restliches Jahr rund um einen Halbmarathon zu planen, nimmt mir das einen Teil der Vorfreude. Mal ganz abgesehen von den steigenden Preisen. Wer beim Berliner Halbmarathon 2026 starten will, muss inklusive Beutel zur Kleiderabgabe inzwischen 94 Euro bezahlen. Auch andere große Halbmarathon-Läufe in Europa sind längst bei Startgebühren von 80 Euro und mehr angekommen.

Auch wenn die Stimmung bei diesen großen Events etwas ganz Besonderes ist, tut es zur Abwechslung gut, bei etwas unkomplizierteren Veranstaltungen an den Start zu gehen, bei denen auch in den Wochen und Monaten vorher noch Plätze verfügbar sind. Den Zehn-Kilometer-Lauf in Palma etwa, bei dem es für 14 Euro Startgebühr sogar noch ein T-Shirt dazu gibt.

Oder den Spreewald-Marathon am Wochenende. Insgesamt sind auch dort mehr als 12.000 Sportlerinnen und Sportler dabei, allerdings verteilt über 40 Wettbewerbe. Ich habe mir mit dem Fünf-Kilometer-Nachtlauf und dem 110-Kilometer-Radrennen gleich zwei Disziplinen ausgesucht – der Ausflug soll sich schließlich lohnen. Wie sich die Entscheidung bewährt, können Sie dann voraussichtlich nächste Woche an dieser Stelle lesen.