Zusammenfassung

  • Startplatzvergabe für den Berliner Halbmarathon am 29. März 2026 erstmals mit Losverfahren
  • Die Nachfrage wächst immer weiter und viele Läufer gehen leer aus
  • Ein neues Event am Vortag soll eine Alternative schaffen

Wissen Sie schon, was Sie am 29. März 2026 vorhaben? Für die meisten Menschen, die nicht zufällig an dem Tag Geburtstag feiern oder einen Urlaub lange im Voraus geplant haben, lautet die Antwort wohl: nein. Für mehrere Zehntausend Läuferinnen und Läufer lautet sie dagegen: ja. Denn am letzten Sonntag im März 2026 findet der nächste Berliner Halbmarathon statt. Wer teilnehmen wollte, musste sich erstmals an einem Losverfahren beteiligen. Gerade wurden die Ergebnisse versandt.

Wie zu erwarten, hatten sich mehr Personen beworben als Startplätze zur Verfügung stehen. Neben Sportlern, die begeistert ihre „Du bist dabei“-E-Mail teilten, gab es entsprechend auch solche, die ihrer Enttäuschung Luft machten. Für viele Läufer ist der Berliner Halbmarathon ihr Jahresauftakt im Frühling und der Grund, der sie im Januar und Februar motiviert hält, das Training unabhängig von Wetter und Dunkelheit durchzuziehen. Und bislang war es, wenn man sich innerhalb der ersten Monate nach Anmeldestart registriert hat, auch kein Problem, einen Startplatz zu bekommen.

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1,1 Millionen Anmeldungen für den London-Marathon

Inzwischen hat sich die Lage offenbar verändert, auch durch die Serie der sechs „Super Halfs“, die noch mehr internationale Starter anzieht. Und weil die großen Laufevents ohnehin immer beliebter werden. Zufällig bin ich auf einen Bericht aus dem Jahr 2011 gestoßen. Damals war der Berliner Halbmarathon – obwohl es deutlich weniger Startplätze als heute gab – erst fünf Wochen vor dem Renntag ausgebucht. Selbst für den Berlin-Marathon konnte man sich noch bis zum Februar des Veranstaltungsjahres anmelden. Für den Marathon gibt es inzwischen seit mehr als zehn Jahren ein Losverfahren – und trotz inzwischen weit mehr als 50.000 Startplätzen Menschen, die Jahr für Jahr eine Absage bekommen.

Ich selbst habe mich auch schon auf die nächste Absage eingestellt. Nachdem ich schon beim Kopenhagen-Halbmarathon fürs kommende Jahr kein Losglück hatte, rechne ich mit demselben Ergebnis für den London-Marathon. Warum ich mir dabei so sicher bin? Nun ja, während für den Berlin-Marathon keine Zahlen zu Bewerbern veröffentlicht werden, handhaben das die Londoner Veranstalter anders. Und demnach gab es, nach 840.000 Anmeldungen im Vorjahr, für 2026 ganze 1,1 Millionen Registrierungen. Womit meine Chance wohl in den Promille-Bereich sinkt. Im Juli sollen die Ergebnisse veröffentlicht werden.

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Vor dem Berliner Halbmarathon gibt es jetzt die „Berlin Mile“

Möglicherweise um abgelehnten Bewerbern eine Alternative zu bieten, aber auch, um andere Sportler an die Laufevents heranzuführen (und so vielleicht die Anmelde-Zahlen noch weiter in die Höhe zu treiben), werden aber immer neue Läufe rund um die großen Marathons und Halbmarathons entwickelt. Bereits seit 2024 gibt es – ähnlich wie in New York – am Tag vor dem Berlin-Marathon ein Fünf-Kilometer-Rennen, das vom Potsdamer Platz bis durchs Brandenburger Tor führt. Die Starter sind damit auf derselben Strecke unterwegs wie am nächsten Tag die Marathon-Läufer.

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Und auch vor dem Halbmarathon gibt es nun ein neues Event: die „Berlin Mile“, ein Rennen über eine Meile – exakt 1,609 Kilometer also –, einmal von der Museumsinsel geradeaus über den Boulevard Unter den Linden bis zum Brandenburger Tor. Die Veranstalter bewerben das Rennen als ideal für (Wieder-)Einsteiger und Familien, aber auch für diejenigen, die sich auf der kurzen Strecke richtig verausgaben wollen. Noch dazu ist die Teilnahme deutlich günstiger als beim Halbmarathon. Einen Nachteil hat das Ganze aber natürlich auch: Im Unterschied zum Lauf über 21 Kilometer, bei dem man lange etwas von der besonderen Berliner Stimmung hat, ist die Berlin-Mile nach wenigen Minuten schon wieder vorbei.