Eine der wesentlichen Erfahrungen, die ich in den vergangenen Jahren des Lauftrainings gemacht habe: Zusammen kann man sich leichter quälen, aber auch schöner Erfolge feiern (die auf das vorher erfolgte gemeinsame Quälen aufbauen). Natürlich genieße ich es manchmal auch, alleine zu laufen, in meinem eigenen Rhythmus und mit einer guten Playlist auf den Ohren. Aber ich glaube, ohne die Menschen, mit denen ich regelmäßig meine Runden drehe, wäre das Laufen kein so fester Bestandteil meines Alltags geworden.

Ein besonderes Erlebnis sind deshalb auch die Veranstaltungen, bei denen man nicht als Einzelstarter dabei ist. In der kommenden Woche findet in Berlin wieder die 5x5-Team-Staffel statt. Nachdem ich im vergangenen Jahr spontan in einer Staffel eingesprungen bin, haben wir in diesem Jahr – mit etwas mehr Vorlauf – ein eigenes Team auf die Beine gestellt. Noch laufen die Diskussionen über die beste Reihenfolge der Läufer – wer stürzt sich am Anfang ins Getümmel, wer darf zum Schluss für die Staffel durchs Ziel spurten? – die Rennstrategie und Outfits. Aber die Vorfreude ist bereits groß.

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Team-Staffel in Berlin: Aus einem Lauf wird ein großes Fest

Was mich an dem Lauf im vergangenen Jahr besonders überzeugt hat, war gar nicht so sehr das Laufen selbst, sondern das ganze Drumherum. Wie mehrere Hundert Teams und Unternehmen im Tiergarten auf Picknickdecken sitzen, den Abend genießen, aber auch ihre eigenen und fremde Athleten an der Strecke anfeuern. Ich erinnere mich daran, wie liebevoll Staffelstäbe und T-Shirts gestaltet wurden, wie aus einem einfachen Staffellauf ein großes Lauffest wurde.

Ich habe schon mehrfach beschrieben, wie sehr mich die geteilten Emotionen bei Laufveranstaltungen immer wieder begeistern. Bei einem solchen Event, wenn es eben um das Team und nicht so sehr die einzelne Leistung geht, ist die Verbundenheit noch einmal größer. Ob jemand Ende 20 oder 60 Jahre alt, spielt keine große Rolle mehr, wenn man eine Begeisterung teilt und an derselben Startlinie steht.

Laufen in Berlin: Immer wieder Menschen, die mit ihren Geschichten motivieren

Das Schöne sind aber nicht nur die Menschen, mit denen man regelmäßig trainiert, sondern dass man durch den Sport auch immer wieder neue Menschen kennenlernt, die einen mit ihren persönlichen Geschichten motivieren und inspirieren können. Ein Beispiel habe ich am vergangenen Wochenende erlebt, als sich das neue Laufteam der Berliner Morgenpost zum ersten Mal getroffen hat. Die Mitglieder sind Männer und Frauen mit unterschiedlicher Lauferfahrung, unterschiedlichem Tempo, unterschiedlichem Background, die sich in den kommenden Monaten gemeinsam auf den Berliner Morgenpost Great 10K im Oktober vorbereiten.

Als Journalistin habe ich ohnehin eine Vorliebe für gute Geschichten. Interessante Personen zu treffen, ist einer der Aspekte, die ich an meinem Beruf am meisten schätze. Umso besser ist es, wenn das auch noch mit einem privaten Interesse zusammenfällt. Teil des Teams ist etwa eine Läuferin, die bereits die komplette Serie der sechs Major Marathons in Berlin, London, Tokio, Boston, Chicago und New York absolviert hat – und in diesem August auch noch den neu hinzugekommenen siebten Marathon im australischen Sydney meistern will.

Lauftrainer Piet Könnicke trainiert mit Morgenpost-Lesern
Das Laufteam der Berliner Morgenpost bereitet sich gemeinsam auf den Berliner Morgenpost Great 10K vor.© FUNKE Foto Services | Jörg Krauthöfer

Eine andere Teilnehmerin hat 100 Kilogramm abgenommen, ihre Begeisterung fürs Laufen entdeckt und hat nun gerade ihren ersten Marathon geschafft. Wieder eine andere Sportlerin ist Mutter zweier Kinder und alleinerziehend, hat in ihrer Kita eine Laufgruppe gegründet und will jetzt vor allem andere Mütter motivieren, auch mit dem Laufen zu beginnen. Auch wenn ich nicht jeden Grund persönlich nachempfinden kann, finde ich es doch beeindruckend, wie andere Läuferinnen und Läufer das Hobby verfolgen und sich nicht von ihren Zielen abbringen lassen, trotz vermeintlichen Hindernissen.

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Und während die Geschichten, wie Menschen zum Laufen gekommen sind und warum der Sport Teil ihres Lebens geblieben ist, so verschieden sind, zeigt sich immer wieder: Laufen lässt aus sich eigentlich fremden Menschen in kürzester Zeit eine Gemeinschaft entstehen. Und wenn man das einmal erlebt hat, lässt einen der Sport so schnell nicht mehr los.