Fünf Jahrzehnte lang lagen in Steglitz-Zehlendorf die wichtigsten Standorte der US-Armee – dann kam der Abzug der Streitkräfte 1994 und viele der altgedienten Anlagen standen mit einem Schlag leer. Für die militärischen und administrativen Standorte mussten neue Aufgaben gefunden werden, was nicht immer auf Anhieb gelang. Hier erfahren Sie alle wichtigen Informationen zu den US-Lost Places in Steglitz-Zehlendorf.
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Die Alliierten in Berlin: Die Einrichtung des amerikanischen Sektors 1945
Die Präsenz der US-amerikanischen Besatzungsmacht in Berlin von 1945 bis zum Abzug der Streitkräfte 1994 hat das Stadtbild und das Leben der Bevölkerung geprägt. Insbesondere im Südwesten der Stadt, im Herzen des ehemaligen amerikanischen Sektors, haben Zehntausende Amerikaner über fünf Jahrzehnte ihre Spuren hinterlassen.
Die sowjetische Armee eroberte Berlin im April/Mai 1945. Zwei Monate später erreichten auch die westlichen alliierten Truppen die Stadt. Am 4. Juli 1945, dem amerikanischen Unabhängigkeitstag, übernahmen die US-Streitkräfte offiziell ihren Besatzungssektor im Südwesten Berlins: Die Bezirke Neukölln, Kreuzberg, Tempelhof, Schöneberg, Steglitz und Zehlendorf wurden Teil des amerikanischen Sektors der geteilten Stadt.
Die Alliierten in Berlin: Stationierung der US-Armee im Südwesten der Stadt
Vor der früheren preußischen Hauptkadettenanstalt in Berlin-Lichterfelde wurde das Sternenbanner gehisst. Für den Aufbau der Militärverwaltung requirierten die Westmächte Gebäude, wie zum Beispiel das frühere Luftgaukommando III in Berlin-Zehlendorf, das zum US-Hauptquartier in Berlin wurde; in Lichterfelde West richteten die GIs einen US-Militärbahnhof ein, Militärdepots und Schießplätze wurden errichtet, abgeschottete Wohnsiedlungen entstanden für das Personal und die Familien und große Kasernenanlagen für die Soldaten.
Die US-Streitkräfte stellten das zahlenmäßig größte Kontingent unter den Westmächten in Berlin und waren hauptsächlich in vier Kasernen untergebracht. Die kleinste unter ihnen war die Turner-Kaserne am Rande der Wohnsiedlung am Hüttenweg in Dahlem. Die drei anderen Kasernen befanden sich in Lichterfelde: Die Andrews-Kaserne in der ehemaligen Preußischen Hauptkadettenanstalt aus der Zeit der Gründerjahre. Für die McNair-Kaserne machten sich die Amerikaner den weiträumigen Gebäudekomplex der Telefunken-Werke zunutze und die Roosevelt-Kaserne war in den Bauten des preußischen Garde-Schützen-Bataillons untergebracht.
Die Alliierten in Berlin: Die besondere Beziehung Westberlins zu den Amerikanern
Unter den Bedingungen des Kalten Krieges – insbesondere mit der Einrichtung der Luftbrücke während der Berlin Blockade 1948/1949 wandelte sich die US-Besatzungsmacht in den Augen eines Großteils der Westberliner Bevölkerung rasch zur willkommenen Schutzmacht. Die Sendungen von AFN und RIAS, die Popkultur Amerikas, Jeans, Lederjacken und Coca-Cola und die Versprechen des „American Ways of Life“ prägten eine Generation.
Persönliche Bande entstanden und historische Momente – nicht zuletzt bei den Berlin-Besuchen der US-Präsidenten: Unvergessen John F. Kennedys Solidaritätsbekundung im Juni 1963 „Ich bin ein Berliner“ und Ronald Ronald Reagans Apell im Juni 1987 „Tear down this wall!” (zu Deutsch: „Reißen Sie diese Mauer nieder!“).
Berlin war gleichzeitig auch ein Hotspot der Spannungen im Verhältnis Deutschland-USA: Der Antikriegsbewegung während des Vietnamkriegs, der Studentenproteste und -unruhen, der Demonstrationen der Friedensbewegung gegen die Nachrüstung sowie der teils bürgerkriegsähnlichen Zustände im Umfeld des Reagan-Besuchs 1987.
Die Alliierten in Berlin: Abzug der US-Streitkräfte in den 1990er-Jahren
Nirgendwo anders hatten sich die verfeindeten Supermächte USA und Sowjetunion so nah gegenübergestanden wie im geteilten Berlin. Mit der Wiedervereinigung und dem Zerfall der Sowjetunion 1991 endete die Blockkonfrontation – der Abzug der Alliierten aus Berlin begann. Erste Einheiten wurden bereits 1991 aus der Stadt abgezogen.
Als US-Präsident Bill Clinton am 12. Juli 1994 vor dem Brandenburger Tor seine Rede zur Verabschiedung der letzten 1500 amerikanischen Soldaten hielt, erinnerte er an die Luftbrücke von 1948, den niedergeschlagenen Aufstand vom 17. Juni 1953 und an die friedliche Revolution von 1989, um schließlich auf Deutsch zum großen Finale anzusetzen: „Amerika steht an Ihrer Seite, jetzt und für immer.“
Die meisten der Einrichtungen der US-Armee und Administration standen dagegen mit einem Schlag leer. Soweit sie aus Bundesmitteln finanziert waren, fielen sie mit dem Abzug der Truppen zurück in den Besitz des Bundes. Für die US-Liegenschaften musste die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIma) ab Mitte der 1990er-Jahre neue Verwendungen finden, sollten sie nicht als Lost Places zu modernen Ruinenlandschaften inmitten der Hauptstadt verkommen.
Das sind die spannendsten Stützpunkte der US-Armee in Steglitz-Zehlendorf, die zu Lost Places wurden. Eine Auswahl:
US-Anlagen in Steglitz-Zehlendorf: Zapfenstreich für die McNair Barracks in Lichterfelde
Der weiträumige Industriekomplex der ehemaligen Telefunken-Werke wurde zwischen 1945 und 1994 von den US-amerikanischen Streitkräften als Hauptquartier und Kaserne genutzt. Sie waren neben dem Andrews und Roosevelt Barracks der dritte große Kasernenstandort der US-Streitkräfte im Süden Berlins und eine regelrechte Stadt in der Stadt. Nach dem Abzug der Alliierten in den 1990er-Jahren standen die meisten Gebäude leer. 1995 wurde das 60.000 Quadratmeter große Bauensemble unter Denkmalschutz gestellt. Seit Ende der 2000er-Jahre wurde das Areal der ehemaligen Kaserne nach und nach zu Wohnquartieren umgebaut.
- Adresse: Areal zwischen Goerzallee und dem Platz des 4. Juli, 14167 Berlin-Lichterfelde
- Geschichte: Zwischen 1937 und 1940 nach Plänen des Architekten Hans Hertlein (1881–1963) als Telefunken-Stammwerk errichtet; nach Kriegsende bis 1994 als McNair Barracks Kaserne und Sitz der Berlin Brigade der US-Streitkräfte in Berlin; Leerstand seit dem Abzug der Alliierten 1994 und Umbau zu neuen Wohnquartieren in den 2000-Jahren
- Führungen: Unregelmäßig werden Touren über das Gelände unter anderem durch das angeboten
- Eintrag in der Denkmaldatenbank: Objekt-Nr. 09065824
- Status: Ehemaliger Lost Place
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US-Anlagen in Steglitz-Zehlendorf: Die riesige US-Militärklinik an der Fabeckstraße
Als die US-Armee nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Quartiere in Berlin bezog, wurde das Stubenrauch-Krankenhaus in der Fabeckstraße zu ihrem medizinischen Versorgungszentrum. Die Amerikaner richteten sich zuerst in den kaum beschädigten Klinkergebäuden des alten Kreiskrankenhauses ein, nachdem die Sowjets das Klinikum übergeben hatten. Doch in den 1970er-Jahren genügte der Standort nicht mehr den Ansprüchen der US-Administration und sie begannen auf dem Gelände ein neues riesiges US-Militärkrankenhaus zu errichten.
Das Klinikum war für die medizinische Versorgung aller Angehörigen der anglo-amerikanischen Berlin-Brigade reserviert und diente in dieser Form drei Jahrzehnte als deren zentraler Anlaufpunkt. Nach der Wiedervereinigung und einer Zeit der Zwischennutzung durch das Klinikum Steglitz stand die Klinik seit 2006 leer. Nach Jahren des Verfalls wird die Lost-Place-Geisterklinik seit 2019 umgebaut.
- Adresse: Fabeckstraße 62, 14195 Berlin-Lichterfelde
- Geschichte: 1974 auf dem Gelände des alten Stubenrauch-Kreiskrankenhauses als US-Army Hospital Berlin (USAHB) eröffnet; bis 1994 Nutzung durch die US-Armee; Betrieb als Außenstelle des Klinikums Steglitz bis 2006; danach Leerstand
- Status: Ehemaliger Lost Place. Seit 2019 wird der Standort zum Innovationszentrum FUBIC umgebaut.
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US-Anlagen in Steglitz-Zehlendorf: Der US-Kontrollpunkt Checkpoint Bravo an der A115
Kilometerlanger Stau, stundenlange Wartezeiten: Wer von West- und Süddeutschland mit dem Auto nach Berlin fährt, dem fällt noch heute das rote Brückenhaus über die Autobahn an der Stadtgrenze auf. Der Checkpoint Bravo war einer von drei alliierten Grenzübergängen in Berlin. Seit 1969 befand er sich auf der Verlängerung der Avus (heute A115), die zur Transitstrecke zwischen der Bundesrepublik und Westberlin durch DDR-Gebiet führte.
Der Kontrollpunkt bestand im Wesentlichen aus einem Brückenbauwerk, dem eigentlichen Alliierten Kontrollgebäude, den Verplombungsrampen für den LKW-Transitverkehr und einigen Nutzbauten, die Anfang der 1970er-Jahre südlich des „Kleeblatt“-Autobahnkreuzes entstanden – darunter zwei Tankstellen und die Raststätte Dreilinden. Mit der Wende verloren die Grenzkontrollpunkte schlagartig ihre Bedeutung. Heute werden Teile der Anlage noch vom Zollamt Dreilinden nachgenutzt.
- Adresse: A115, 14109 Berlin-Nikolassee
- Geschichte: Zwischen 1968 und 1971 erbaut; 1971 wurde der Kontrollpunkt an der deutsch-deutschen Sektorengrenze eröffnet; nach der Wiedervereinigung 1990 stillgelegt
- Führungen: Keine
- Denkmalnummer: Objekt-Nr. 09075573
- Status: Teilweise Lost Place. Einige Bauten werden vom Zollamt Dreilinden genutzt
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US-Anlagen in Steglitz-Zehlendorf: Der alte Kontrollpunkt Dreilinden
Am alten Checkpoint Bravo wuchert das Unkraut zwischen Beton-Platten. Früher gehörten sie zu einer Autobahn, die Berlin mit Helmstedt verband. An der Grenze zwischen Westberlin und der DDR wurde dort Anfang der 1950er-Jahre ein Kontrollpunkt für den Transitverkehr eingerichtet. Mit dem Bau der Berliner Mauer im August 1961 wurden DDR-Sicherungsanlagen im Bereich der Autobahn ausgebaut. Die Grenzbefestigung mit Schutzzäunen und Todesstreifen verlief südöstlich der Autobahntrasse.
Doch weil die Umgebung der DDR-Führung zu unübersichtlich war, wurde die Autobahnstrecke 1969 stillgelegt und der Checkpoint Bravo an die heutige A115 verlegt. Die eigentlichen Kontrollbauten sind am alten Standort nicht mehr erhalten, dafür Überbleibsel der ehemaligen Autobahn, des Kfz-Sperrgrabens und der ursprünglichen Raststätte Dreilinden. Der alte Grenzübergang ist frei zugänglich. Die Google-Koordinaten (Open-Location-Code) für das Objekt lauten 95W9+X8 Berlin.
- Adresse: Albrechts Teerofen 58, 14109 Berlin-Wannsee
- Geschichte: 1948/1949 als Kontrollpunkt Nowawes eingerichtet; Ausbau des alten Checkpoints Bravo nach der Berlin Blockade Anfang der 1950er-Jahre; Eröffnung des Kantinengebäudes Dreilinden 1952; Verlegung der Autobahntrasse und Stilllegung des Grenzpunktes 1969
- Status: Lost Place
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US-Anlagen in Steglitz-Zehlendorf: Ein US-Geisterbahnhof in Lichterfelde West
Fast fünf Jahrzehnte rollten an dieser Station in speziellen Zügen US-Panzer und Militärgerät aus Westdeutschland quer durch die DDR nach Westberlin. Das „Rail Transportation Office“ (RTO) der US-Armee war in den ersten beiden Besatzungsjahren in Wannsee untergebracht. 1947 wurde es an den Bahnhof Lichterfelde West verlegt und rückte damit näher an die wichtigen militärischen Einrichtungen und Kasernen im amerikanischen Sektor.
Das RTO-Empfangsgebäude und die Bahnsteige wurden durch US-Militärpolizei und deutsches Wachpersonal im Dienst der US-Armee geschützt. Der Bahnhof sicherte die Verbindung Berlins zu dem „Rhein-Main Air Base“ in Frankfurt sowie dem Stützpunkt der US-Marine in Bremerhaven, bis die letzten Soldaten nach der Wiedervereinigung in den 1990er-Jahren aus Berlin abgezogen wurden. 2008 wurden die von den Amerikanern errichteten Funktionsbauten abgerissen. Erhalten geblieben ist ein Teilstück des Militärbahnsteigs mit beidseitigem Schienenanschluss samt der historischen Überdachung an der Curtiusstraße.
- Adresse: Curtiusstraße 28–30, 12205 Berlin-Lichterfelde
- Geschichte: 1947 wurde das "Rail Transportation Office" (RTO) der US-Armee an den Bahnhof Lichterfelde West verlegt; die Amerikaner errichteten entlang der Ladestraße an der Curtiusstraße einen Militärbahnhof mit eigenem Bahnsteig und Nutzgebäuden; nach dem Abzug der Alliierten 1994 wurde der Militärbahnhof stillgelegt und der überwiegende Teil der Infrastruktur 2008 abgerissen
- Status: Lost Place
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US-Anlagen in Steglitz-Zehlendorf: Die geheimnisvolle Spionage-Villa in Zehlendorf
Die Liste der ehemaligen Bewohner der alten Villa an der Sven-Hedin-Straße 11 in Zehlendorf ist lang: Großbürgerliche Unternehmer, Nazi-Verbrecher, ein Außenminister, der US-Geheimdienst und die Schlapphüte des Bundesnachrichtendienstes. Seit 2012 steht das geschichtsträchtige Luxus-Landhaus leer, auf dessen Grundstück einst DDR-Flüchtlinge und sowjetische Deserteure ausgehorcht wurden. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, als Steglitz-Zehlendorf zum amerikanische Sektor der geteilten Stadt gehörte, wurde in der Villa zuerst ein US-Presseclub eröffnet – und dann ein „Safe House“ für Militärpersonal und US-Geheimdienste. Sogar in einem Ausbildungsfilm für Spione aus dem Jahr 1969 spielte die imposante Villa eine Rolle.
Nach dem Abzug der Amerikaner in den 1990er-Jahren übernahm der BND das Gebäude als inoffizielle Residenz ihrer Geheimdienstchefs, bis das Haus 2012 renovierungsbedürftig den Ansprüchen der obersten Schlapphüte nicht mehr genügte. Vor einigen Jahren wurde das Grundstück geteilt: Die geschichtsträchtige Ex-BND-Villa befindet sich heute auf dem Grundstück an der Adresse Karl-Hofer-Straße 31.
- Adresse: Sven-Hedin-Straße 11, Ecke Karl-Hofer-Straße 31, 14163 Berlin-Zehlendorf
- Geschichte: 1915 als Unternehmer-Landhaus errichtet; ab 1935 Wohnsitz des NS-Kriegsverbrechers Walther Funk (1890–1960), nach dem Krieg Sitz des Amerikanischen Presseclubs und von US-Geheimdiensten; zwischen 1999 und 2012 Dienstvilla des BND-Präsidenten; danach Leerstand
- Denkmalschutz: Nein
- Status: Lost Place. 2020 wurde die Villa vom Land Berlin gekauft und soll nach Sanierungsarbeiten für soziale Projekte genutzt werden
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US-Anlagen in Steglitz-Zehlendorf: Der ehemalige Panzerstandort Turner Barracks
In idyllischer Lage am Rande des Grunewalder Forsts im Südwesten Berlins lagen die Turner Barracks. Die US-Kaserne zwischen der Krummen Lanke und dem Grunewaldsee südöstlich der Dachsheide war Standort der US-Panzerkompagnie „F40th Armor Regiment“. Berliner hatten keinen Zugang – und den meisten dürfte die US-Kaserne in Dahlem auch kaum etwas gesagt haben.
Das änderte sich Mitte der 1970er-Jahre, als der Panzerstandort mit einem Schlag über Nacht weltbekannt geworden: Ein Soldat klaute einen Gefechtspanzer und raste damit quer durch die Stadt – verfolgt von westdeutscher Presse, Militärjeeps und einem weiteren US-Panzer, der mit dem Auftrag losgeschickt worden war, den irrfahrenden GI zu stoppen. Der Panzer verwüstete den Checkpoint Bravo, drehte zum Checkpoint Charlie und beendete seine Odyssee erst auf DDR-Territorium.
- Adresse: Am Petersberg, Ecke Hüttenweg, 14195 Berlin-Dahlem
- Geschichte: 1951 wurde die US-Kaserne am Rande der Wohnsiedlung am Hüttenweg errichtet; mit dem Abzug der US-Amerikaner 1994 aufgegeben
- Führungen: Keine
- Denkmalschutz: Nein
- Status: Ehemaliger Lost Place. 1998 wurden die Kasernengebäude abgerissen; ab 1999 entstand die Neubauwohnsiedlung "Am Peterberg" mit 105 Wohnungen auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne
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US-Anlagen in Steglitz-Zehlendorf: Das Hauptquartier der Amerikaner an der Clayallee
Als die Amerikaner 1945 im kriegsverwüsteten Berlin ihre Quartiere aufschlugen, wählten sie als Hauptquartier einen Gebäudekomplex in Dahlem. In der Clayallee 170/172 richteten sie die Anlage des ehemaligen Luftgaukommandos III für ihre Bedürfnisse her. Das für die Luftwaffe in den 1930er-Jahren gebaute Bauensemble war mit geringfügigen Kriegsschäden nahezu intakt in die Hände der Alliierten gefallen und bot sich mit seiner weitläufigen Bebauung mit Verwaltungs- und Kasernenanlagen und der günstigen Lage für die im Südwesten operierenden Amerikaner als Hauptquartier an.
Aus den Marmorsälen an der Clayallee wurde fast 50 Jahre lang das Schicksal Berlins maßgeblich mitbestimmt. Von hier aus organisierte Lucius D. Clay (1898–1978) die Luftbrücke, mit der Westberlin während der Berlin-Blockade 1948/1949 versorgt werden konnte. Nach der Wiedervereinigung wurde das das Sternenbanner auf dem Kasernengelände eingeholt und das Hauptquartier im Juli 1994 von Präsident Clinton offiziell außer Dienst gestellt. Der verlassene Prachtbau diente eine Zeitlang als beliebte Filmkulisse, bevor 2011 eine Immobiliengesellschaft ein Großteil der leerstehenden Gebäude erwarb, um sie als exklusive Maisonette- und Apartmentwohnungen zu vermarkten.
- Adresse: Clayallee 170/172, Ecke Saargemünder Straße, 14195 Berlin-Dahlem
- Geschichte: Zwischen 1936 und 1938 nach Plänen des Architekten Fritz Fuß (1889–1945) als Luftgaukommando III für die Luftwaffe erbaut; zwischen 1945 und 1994 Hauptquartier der US-Streitkräfte in Berlin; nach dem Abzug der Amerikaner 1994 wurde ein abgetrennter Bereich als Konsularabteilung der US-Botschaft weitergenutzt, der übrige Gebäudekomplex stand leer
- Führungen: Keine
- Denkmalschutz: Objekt-Nr. 09075385
- Status: Ehemaliger Lost Place. Seit 2011 wurde ein Großteil der leerstehenden Gebäude von einer Immobiliengesellschaft erworben und bis 2016 als Eigentumswohnungen unter dem Namen „The Metropolitan Gardens“ saniert und umgebaut
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US-Anlagen in Steglitz-Zehlendorf: Parks Range und die Geisterstadt Doughboy City
Der Truppenübungsplatz „Parks Range“ befand sich im äußersten Süden des Ortsteils Lichterfelde im Bezirk Steglitz-Zehlendorf. Seit den 1950er-Jahren besetzte die US-Armee das Areal zwischen der Thermometersiedlung und der Grenze zur DDR und übte hier mit schwerem Gerät den Ernstfall. Auf dem Übungsplatz ließen die US-Amerikaner sogar eine Häuserkampfanlage errichten, die legendäre Geisterstadt „Doughboy City“, in der Infanteristen die Verteidigung im urbanen Umfeld übten und für das apokalyptische Szenario Häuserschluchten der Berliner Innenstadt als Kulisse nachstellten – inklusive einer Hochbahnstation mit U-Bahnwaggon.
Nach dem Abzug der Amerikaner verblieb ein freies Feld und einige ober- und unterirdische Relikte aus der Zeit als amerikanisches Trainingsgelände: Aufschüttungen und Wege, der Bahndamm mit den Gleisen, ein Hubschrauberlandeplatz und Reste unterirdischer Anlagen. 2012 wurde das 96 Hektar große Gebiet, das das ehemalige Trainingsgelände der US-Armee umfasste sowie weitere angrenzende Grundstücke, an die Groth Gruppe verkauft, die ein neues Wohnviertel im Berliner Süden entwickelt: In „Neulichterfelde“ sollen rund 2500 Wohnungen mit Raum für rund 6000 Menschen entstehen.
- Adresse: Areal südöstlich des S-Bahnhofs Lichterfelde Süd zwischen den Bahngleisen, dem Japaneck im Süden und der Osdorfer Straße im Osten, 12207 Berlin-Lichterfelde
- Geschichte: 1953 von der US-Armee beschlagnahmt, um dort einen Truppenübungsplatz für die Berlin Brigade einzurichten; 1975 wurde das Gelände auf rund 70 Hektar Fläche erweitert und die Häuserkampf-Anlage „Doughboy City“ gebaut, inklusive vierstöckigen Häusern, einem Rathaus, einer Kirche und einer Geister-U-Bahnstation mit Gleisen; 1993 wurde der Truppenübungsplatz aufgegeben und 1994 mit dem Abzug der US-Armee die verbliebenen Strukturen abgerissen
- Führungen: Keine
- Denkmalschutz: Nein
- Status: Ehemaliger Lost Place. Auf dem Areal entsteht das Neubauquartier „Neulichterfelde“
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US-Anlagen in Steglitz-Zehlendorf: Das explosive Erbe Amerikas am Dachsberg
Anfang der 1950er-Jahren richtete die US-Armee am Rande des Grunewalder Forsts im Südwesten Berlins ein großes Munitionsdepot ein. Rund 30 Schutzbauten und Gebäude wurden auf dem Areal „Dachsberg“ in aller Eile hochgezogen, um große Mengen an Sprengstoffen, Munition, Granaten und Explosivmittel zu bunkern. Die brisanten Kampfmittel – Munition für Gewehre und Panzer sowie die oder andere Flugabwehrrakete – sollten im Krisenfall der Verteidigung Westberlins dienen.
Mehr als vier Jahrzehnte lang lagerte am Dachsberg genug Munition um halb Berlin in Schutt und Asche zu legen. Aus den Beständen wurden die in der geteilten Stadt stationierten Truppen der Berlin Brigade mit Munition versorgt – für ihre Wach- und Sicherungsaufgaben und für die vielen Manöver am Truppenübungsplatz Parks Range in Lichterfelde. Nach dem Abzug der Truppen 1994 wurden die Munitionsbestände aufgelöst und per Lkws abtransportiert, die letzten Wachsoldaten verließen den Standort und übergaben das Gelände an Abrisskommandos. Die Verwaltungsgebäude der Dachsberg Area wurden niedergerissen und planiert und die allermeisten der massiven Bunker der Anlage gesprengt und zugeschüttet. 1996 begann die Renaturierung des Geländes.
- Adresse: Dachsheide, 14193 Berlin-Dahlem
- Geschichte: 1951 wurde das 13 Hektar große Areal am Rande des Grunewalder Forstes von der US-Armee beschlagnahmt und mit 30 Bunkern und Gebäuden zum Munitionsdepot "Dachsberg Area Ammunition Depot" ausgebaut; mit dem Abzug der US-Amerikaner 1994 wurde das Depot aufgegeben
- Führungen: Keine
- Denkmalschutz: Nein
- Status: Ehemaliger Lost Place. 1996 wurde ein Großteil der Infrastruktur gesprengt und das Gebiet seitdem zum Naturschutzgebiet Dachsheide renaturiert
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US-Anlagen in Steglitz-Zehlendorf: Roosevelt Barracks – ein Quartier für GIs und den BND
In der Kaiserzeit als Gardeschützenkaserne errichtet diente das große Backstein-Bauensemble am Gardeschützenweg in Lichterfelde mehr als vier Jahrzehnte den US-amerikanischen Streitkräften als Stützpunkt in Westberlin. In dem Gebäudekomplex war das paramilitärische Wachbataillon „6941st Guard Battailion“ untergebracht. Mit dem Abzug der Alliierten Anfang der 1990er-Jahre standen die meisten der Gebäude der ehemaligen Lichterfelder Kaserne mit einem Schlag leer, bis sie in den 2000er-Jahren vom Bundesnachrichtendienst (BND) bezogen wurden.
Mit der Fertigstellung der Sanierungen 2003 konnten 1000 BND-Mitarbeiter ihre neue Außenstelle in Berlin beziehen. Eigentlich war geplant, dass sie nach der Eröffnung der BND-Zentrale 2019 an ihren neuen 1,5 Milliarden teuren Dienstsitz nach Mitte hätten umziehen sollen, doch die Lichterfelder Ex-Kaserne war bei den Schlapphüten so beliebt, dass sie auch auf diesen Standort nicht verzichten wollten. Die Agenten blieben und die alte Gardeschützenkaserne wurde zur dauerhaften BND-Präsenz in Berlin.
- Adresse: Gardeschützenweg 101, 12203 Berlin-Lichterfelde
- Geschichte: 1881 bis 1884 als Kaserne des Garde-Schützen-Bataillons errichtet; zwischen 1945 und 1991 von den US-amerikanischen Streitkräfte als Kaserne "Roosevelt Barracks" genutzt; danach überwiegend Leerstand in den 1990er-Jahren
- Führungen: Keine
- Denkmalschutz: Objekt-Nr. 09065812
- Status: Ehemaliger Lost Place. Nach Sanierung und Umbau seit 2003 einer der Dienstsitze des Bundesnachrichtendienstes (BND) in Berlin













