Ein toter Mann ist am Samstag aus dem Weißen See in Pankow geborgen worden. Wie die Polizei am Sonntag mitteilte, hatte eine Schwimmerin am Abend gegen 19 Uhr einen untergehenden Mann im See bemerkt. Die Frau habe umgehend auf sich aufmerksam gemacht und die Rettungsschwimmer alarmiert.

Um 20 Uhr wurde der 27-Jährige aus dem Wasser gezogen. Die Reanimation blieb jedoch erfolglos, teilte ein Sprecher der Feuerwehr der Berliner Morgenpost mit. Die war zuvor gemeinsam mit der Wasserwacht mit Rettern auf Booten und Tauchern im Such-Einsatz. Währenddessen war der Badebetrieb eingestellt.

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Die Polizei hat ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet, wie ein Sprecher auf Anfrage mitteilte. Hinweise auf ein mögliches Fremdverschulden gebe es aktuell nicht. Warum der Mann unterging, werde nun durch die Obduktion geklärt. Die Ermittlungen zu den Hintergründen laufen. Im vergangenen Jahr ertranken mehrere Personen im Weißen See, da sie sich mitunter in Algen verfingen.

Vermisstenanzeige im Plötzensee stellte sich als Fehlalarm heraus

Auch im Plötzensee in Wedding (Mitte) wurde eine Person vermisst. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) suchte laut BZ mit Tauchern nach dem Vermissten. Nach über einer Stunde stellte sich heraus, dass sich die Person nicht im Wasser befunden hatte. Ein Feuerwehrsprecher bestätigte der Berliner Morgenpost, dass es sich um einen Fehlalarm gehandelt hatte.

Immer wieder Badeunfälle im Weißen See

Bereits im vergangenen Jahr gab es mehrere Tote im Weißen See. Im vergangenen Sommer kamen zwei junge Männer in dem verhältnismäßig kleinen Gewässer ums Leben. Ein 17-Jähriger hatte sich laut Zeugenaussagen am 18. Juni 2022 an einer der tiefsten Stellen unweit der Fontäne in Schlingpflanzen verfangen. Er soll in Panik geraten und vor den Augen von Freunden und Verwandte untergegangen sein. Nach 20 Minuten konnten Retter nur noch die Leiche des Teenagers bergen.

Am 24. Juni 2022 wurde der Weiße See einem 26-Jährigen zum Verhängnis. Er verschwand beim Schwimmen im Wasser und wurde am nächsten Mittag von Polizeitauchern tot geborgen. Er soll zwar Gast des Strandbads gewesen sein, das über einen abgesteckten Bereich verfügt, in dem das Schwimmen als sicher gilt. Die Polizei ging jedoch davon aus, dass er diesen Bereich verlassen hatte, als er unterging.

Rund um die Fontäne im Weißen See herrschen lebensgefährliche Strömungen

Beliebt, verboten – und künftig unmöglich: Wildbaden am Nordufer des Weißen Sees in Berlin-Pankow. Das ist der Zeitplan für den Zaunbau.
Beliebt, verboten – und künftig unmöglich: Wildbaden am Nordufer des Weißen Sees in Berlin-Pankow. Das ist der Zeitplan für den Zaunbau. © Berliner Morgenpost | Thomas Schubert

Außerhalb dieses Bereichs gilt das Baden im Weißen See als lebensgefährlich. So herrschen rund um die Fontäne gefährliche Strömungen. Der Schlingpflanzenbewuchs berge außerdem das Risiko, sich zu verheddern und in Panik unterzugehen, warnte das Bezirksamt Pankow wiederholt.

Um das seit Jahren geltende aber geflissentlich ignorierte Badeverbot außerhalb des Strandbad-Bereichs durchzusetzen, wurden Hinweisschilder aufgestellt, die nach kurzer Zeit aus unbekanntem Grund wieder verschwanden. Mehrfach gab es im vergangenen Jahr Schwerpunkteinsätze des bezirklichen Ordnungsamts und der Polizei.

Amtlicher Hinweis: Diese Blechschilder des Bezirksamts Pankow warnen jetzt am Ufer des Weißen Sees vor Lebensgefahr.
Amtlicher Hinweis: Diese Blechschilder des Bezirksamts Pankow warnen jetzt am Ufer des Weißen Sees vor Lebensgefahr.© Thomas Schubert

Zuletzt Mutter mit Kleinkind tot aus dem Gewässer geborgen

Im vergangenen März sorgte der Fund einer Frau und eines Kleinkindes im See für Bestürzung. Die 29-Jährige und ihr 20 Monate alter Sohn wurden tot aus dem Gewässer geborgen. Beide ertranken wohl bereits längere Zeit davor im Weißen See unter bislang ungeklärten Umständen.

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