Liebe Leserin, lieber Leser,
was wird heute wichtig? Zuerst ein Blick auf die Termine des Tages:
- U16-Wahl in Berlin: In vielen Kinder- und Jugendbibliotheken der Hauptstadt findet heute die U16-Wahl statt. Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) besucht dazu die Wahl zweier Schulklassen, am Abend folgt eine Wahlparty im Theater an der Parkaue.
- Tag der wohnungslosen Menschen: Anlässlich des Tags der wohnungslosen Menschen findet unter anderem eine Kundgebung des Bündnisses „Gemeinsam gegen Obdachlosigkeit und Zwangsräumungen“ gegenüber der Melanchthonkirche statt. Im Anschluss verleiht Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in der Kirche die Auszeichnung für gelingende Teilhabe in der Wohnungsnotfallhilfe.
Neues aus Berlin
Aufgebläht war das Wort, mit dem der Staatsbesuch zuvor beschrieben wurde. Sicherheitsstufe 1 wie sonst nur für Trump, Netanjahu, Selenskyj oder Putin. Die Polizei am Anschlag. Und in der Tat: So viele Straßensperrungen und Polizisten zwischen Bertelsmann-Repräsentanz Unter den Linden und Waldorf Astoria am Bahnhof Zoo habe ich schon lange nicht mehr für einen Staatsgast wahrgenommen.
Scheich Mohammed bin Zayed Al Nahyan, Staatsoberhaupt der Vereinigten Arabischen Emirate, ist für drei Tage in der Stadt. Und Berlin zeigt, was es zu bieten hat. Empfang mit militärischen Ehren an der Villa Borsig, Staatsbankett beim Bundespräsidenten, Eintrag in das Goldene Buch der Stadt, Gespräch mit dem Bundeskanzler zur Vertiefung der strategischen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit.

Und der Gast kam nicht mit leeren Händen. Am Abend konnte die Senatskanzlei verkünden, dass Berlin weitere Langstreckenverbindungen vom Flughafen BER bekommt: Die Airline Emirates will künftig täglich vom Hauptstadtflughafen nach Dubai fliegen, berichten Gilbert Schomaker und Johannes Vetter. Das gab Berlins Regierender Bürgermeister, Kai Wegner, am Donnerstag nach einem Treffen mit dem Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, Mohammed bin Sajid, bekannt. „Dieser Staatsbesuch besiegelt ein neues Kapitel unserer Partnerschaft“, teilte Wegner am Abend mit.
Für Wegner und die wahlkämpfende CDU ein guter Abschluss dieses Tages. Eine Nachricht, die auch über die neueste Prognose für die Wahl zum Abgeordnetenhaus am 20. September hinwegtröstete. Die IHK jedenfalls jubelte: Studien belegten, dass jede zusätzliche internationale Verbindung mehr Investitionen, bessere Exportchancen und eine höhere Wettbewerbsfähigkeit im globalen Standortwettbewerb bedeutete, hieß es in einem Statement von IHK-Vizepräsident Robert Rückel: „eine tolle Nachricht für die Hauptstadtregion“.
Der Stau in der Innenstadt – er hat sich gelohnt.
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Außerdem wichtig
Mit dem Rücken zur Wand: Nach der Razzia wegen der Vorwürfe gegen SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach, kämpft dieser verzweifelt um Glaubwürdigkeit. In einer Pressekonferenz versuchte er am Donnerstag, größtmögliche Transparenz herzustellen. Und ließ zugleich durchblicken, was er von der Maßnahme hält, berichtet Chefreporter Joachim Fahrun. Exklusive Details zu dem Ermittlungsverfahren erhielt Investigativreporter Julian Würzer. Zugleich bleiben noch viele offene Fragen an die Staatsanwaltschaft. Wie etwa nach dem doch etwas überraschenden Zeitpunkt der Aktion.

Auch Noch-Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey kämpft um ihr politisches Überleben. Joachim Fahrun hat sie im Wahlkampf beobachtet.
Riesen Diskussion, ebenso große Wirkung? Nach langer, teils verhärteter Diskussion, dem Einsatz von Polizei und erheblichen Geldmitteln setzte der Berliner Senat im Frühjahr durch, dass der Görlitzer Park zumindest vorübergehend nachts geschlossen wurde. Unser Kollege Dennis Meischen hat exklusiv dazu Zahlen bekommen, welchen Effekt dies auf die Entwicklung der Kriminalität hatte. Das Ergebnis: praktisch null. Es ist an dem kriminalitätsbelasteten Ort, der den angrenzenden Kiez und den Park betrifft, so gut wie keine Veränderung durch die Schließung. Überraschend allerdings war für mich ein anderer Aspekt.

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Autohäuser unter Druck: In der Hauptstadt wurden im vergangenen Jahr mit weniger als 60.000 Autos so wenig Fahrzeuge zugelassen wie seit 25 Jahren nicht mehr. Kein Wunder eigentlich, dass mit Autohaus König und der Wahl-Gruppe binnen kurzer Zeit gleich zwei große Händler mit zusammen rund 2200 Beschäftigten Insolvenz angemeldet haben. Doch dabei wird es vermutlich nicht bleiben, schreibt Johannes Vetter.
Abiball für Eltern und Abiturient – macht 333 Euro: Berlins Abibälle nehmen immer absurdere Dimensionen an. Ein Vater zahlte für den Abiball seines Sohnes im kommenden Jahr 111 Euro pro Ticket, berichtet Helge Denker. Sekt und Aperol exklusive, versteht sich. Wer kann sich das leisten?
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Ich wünsche Ihnen einen wunderbaren Freitag!
Ihre Heike Dietrich
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