Liebe Leserin, lieber Leser,
Was wird heute wichtig? Hier sind die Termine des Tages:
• Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner spricht ein Grußwort beim feierlichen Gelöbnis von 30 Rekrutinnen und Rekruten des Wachbataillons vor dem Abgeordnetenhaus. Die Zeremonie findet am Margot-Friedländer-Platz statt.
• Das BSW veranstaltet eine Kundgebung zur Abgeordnetenhauswahl mit Sahra Wagenknecht in der Crellestraße. Im Anschluss ist ein gemeinsamer Kneipenbesuch mit Berliner BSW-Mitgliedern im „E. & M. Leydicke“ geplant.

Montag bis Samstag
Morgenpost der Chefredaktion
Die ersten News des Tages – direkt von der Chefredaktion. Montag bis Samstag um 6:30 Uhr.
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• Die Gewerkschaft Verdi hat bundesweit zu Protesten gegen das Spargesetz zur gesetzlichen Krankenversicherung aufgerufen. In Berlin findet eine Aktion unter dem Motto „Rote Karten für Frau Warken“ am Sana Klinikum Lichtenberg statt, später folgt eine Personalversammlung mit Podiumsdiskussion an der Charité.
Machtkampf um die VBKI-Präsidentschaft
Ich gestehe, ich finde den Machtkampf um die Präsidentschaft des VBKI äußerst interessant. Der Expo-Lobbyist Daniel-Jan Girl tritt überraschend gegen den Wunschnachfolger des amtierenden Präsidenten Markus Voigt an.
Girls Kampfkandidatur um den Chefposten von Berlins wichtigstem Wirtschaftsclub wirkt wie ein Déjà-vu. Schon einmal war der Wilmersdorfer überraschend in ein Amt gekommen. 2021 wurde er vorübergehend zum Präsidenten der Berliner IHK. Obwohl seine Vorgängerin Beatrice Kramm jemand anderen vorgeschlagen hatte. Acht Monate später allerdings wählte die Vollversammlung Girl ebenso überraschend wieder ab.

Beim VBKI sollte eigentlich Harald Christ Voigt beerben. Am 4. Juni soll die Mitgliederversammlung des VBKI zusammenkommen. Christ ist ein erfolgreicher und erfahrener Unternehmer. Zudem gilt er als Strippenzieher in der deutschen Politik. Alle Mitglieder des Präsidiums hätten sich einstimmig für Christ als Kandidaten ausgesprochen. Sie stünden nur mit ihm zur Wiederwahl zur Verfügung, schreibt Voigt in einer E-Mail. Voigt spricht Girl dagegen die nötige Eignung ab.
Demokratisch betrachtet, finde ich diese Haltung zumindest schwierig. Denn selbstverständlich darf sich Girl zur Wahl stellen. Seine Kandidatur zeugt zunächst einmal nur von kräftigem Selbstbewusstsein. Dieses wurde zuletzt sichtbar, als er ankündigte, die Traditionsmarke Rogacki retten zu wollen.
Girl gilt als Aufsteiger, der es aus einfachen Verhältnissen zu einem erfolgreichen Digital-Unternehmer gebracht hat. „Ich wollte immer aktiv mitmachen und nicht, dass der Inhalt immer nur von einer Seite kommt. Also dem Lehrer“, erinnerte sich Girl 2022 an seine Schulzeit.
Eine gewisse Aufsässigkeit scheint er sich erhalten zu haben. Ob Girl überhaupt als VBKI-Präsident eine Chance hat, ist dennoch völlig unklar. Möglicherweise folgen die Mitglieder des VBKI der Einschätzung ihres Noch-Präsidenten und halten Girl ebenfalls für ungeeignet. Sollten die Mitglieder des VBKI tatsächlich einvernehmlich hinter Christ stehen, hat dieser nichts zu befürchten.
Voigts harsche Reaktion auf Girls angekündigte Kampfkandidatur ist daher erstaunlich. Dieser Mangel an Gelassenheit lässt darauf schließen, dass die Reihen vielleicht doch nicht ganz so geschlossen stehen. Interessant ist dies auch vor dem Hintergrund um die Bewerbung für die Olympischen Spiele. Der VBKI unterstützt sie an der Seite des Regierenden Bürgermeisters Kai Wegner (CDU). Girl hält dagegen beides – Expo und Olympia nacheinander – für machbar.
Der Machtkampf um die Präsidentschaft des VBKI könnte damit auch Ausdruck eines heraufziehenden Generationenwechsels sein. Er unterstreicht den Anspruch junger Unternehmer, ihren Einfluss in der Stadt zu erweitern. Und alte Netzwerke nicht mehr einfach so zu akzeptieren. Wie Girl auf Voigts Abwehrversuch reagiert, berichtet Oskar Paul.
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Nachfolger ernannt: Auch eine andere Personalie ist noch nicht durchgestanden. Als Nachfolger für den am Dienstag als Chief Digital Officer (CDO) zurückgetretenen Matthias Hundt präsentierte Berlins Regierender Bürgermeister am Mittwoch Florian Hauer (CDU), erneut eine interne Lösung. Wie Wegner Hundt kennengelernt haben könnte, darüber berichtet Hans-Cord Hartmann.
Schulaufsicht alarmiert: In gleich fünf Briefen empört sich die Schulaufsicht in Marzahn-Hellersdorf. Die Ressourcen der Schulen reichten „kaum aus“. Eine „dauerhafte Überlastung aller Beteiligten“ sei die Folge. Für Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) ein brisanter Vorgang. Denn die Kritik kommt nicht nur aus ihrem eigenen Haus, sondern auch noch aus ihrem Heimatbezirk, in dem sie ins Abgeordnetenhaus gewählt wurde.
Gute Nachrichten an ungewöhnlichem Ort. Die Pressekonferenz zur Jahresbilanz der Wasserbetriebe fand 18 Meter tief unter der Erde statt, auf dem Grund eines Regenüberlaufbeckens, das die Betriebe in Mitte bauen. Die gute Nachricht: Die Wasserpreise bleiben stabil – obwohl Berlin immer mehr Wasser braucht, berichtet Helge Denker.
Ich wünsche Ihnen einen wunderbaren Donnerstag!
Ihre Heike Dietrich
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