Berlin bleibt Deutschlands Drogenhauptstadt. Und ist auch im europäischen Bereich führend, was den Konsum bestimmter berauschender Substanzen angeht. Das zeigen die Daten der neusten Abwasser-Analyse der Drogenagentur der Europäischen Union (EUDA) für 2025. Erstmals seit drei Jahren hat Berlin wieder an der Studie teilgenommen. Und seinem zweifelhaften Ruf alle Ehre gemacht.

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Demnach belegt die Hauptstadt der Clubs bei Ketamin, das erstmals in der Untersuchung auftaucht, Platz drei aller 119 Städte, in denen nach der Substanz gesucht wurde. Nur Amsterdam und das englische Bristol verzeichnen höhere Messwerte. Dabei wurden in 61 Prozent der teilnehmenden Städte im Vergleich zu 2024 höhere Ketamin-Rückstände gefunden.
Ketamin gilt als Partydroge und ist laut Polizei wie Amphetamin und MDMA/Ecstasy vor allem an den Wochenenden und montags deutlich höher im Abwasser vorhanden als an den übrigen Wochentagen. Bei diesen Party-Rauschgiften belegt Berlin den 11. Platz im Europa-Ranking.
Partydrogen werden in Berlin vor allem am Wochenende konsumiert
Drogen wie Kokain hingegen werden konstant in der ganzen Woche konsumiert. Im Vergleich zu anderen europäischen Metropolen wie Zürich und Amsterdam belegt Berlin hier mit Platz 37 einen niedrigeren Rang – auch wenn die Konsumkurve wie überall in Europa steil nach oben geht. Bei Speed landet Berlin auf Platz 14, bei Crystal Meth auf Platz 25.
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Besonders viel wird auch die teillegalisierte Droge Cannabis in Berlin konsumiert. Hier belegt Berlin sogar Platz vier aller europäischen Städte nach Genf, Amsterdam und Erfurt. Das könnte insbesondere mit dem vergleichsweise jungen Bevölkerungsprofil und dem aktiven Nachtleben der Spreemetropole zusammenhängen.
Die Abwässer von 119 europäischen Städten wurden analysiert

In 119 europäischen Städten analysiert die EUDA jährlich Abwasser auf Rückstände von Rauschgiften. Um die Ergebnisse vergleichbar zu machen, messen die Wissenschaftler in Milligramm pro 1000 Einwohnern. Die Erhebung erlaubt es, valide Konsummuster illegaler Drogen in ganz Europa zu vergleichen und Trends zu erkennen. Für illegale Substanzen gibt es abgesehen von der reinen Straftatenerfassung durch die Polizei ansonsten keine Statistiken.
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Berliner Abwässer wurden im Mai und Juli 2025 erprobt
Hinweise zu den Konsumenten selbst – Alter, Geschlecht, Herkunft sowie Wohn- und Aufenthaltsort – können so allerdings nicht ermittelt werden. Die Kanalisation unterscheidet weder zwischen Bewohnern und Touristen noch weist sie die Größe einer Konsumentengruppe in einem bestimmten Gebiet aus.
Nach Angaben der Berliner Wasserbetriebe (BWB) wurde für die Studie im Mai des vergangenen Jahres Abwasser in den vier Klärwerken Waßmannsdorf, Ruhleben, Schönerlinde und Münchehofe, sieben Tage am Stück beprobt. Zusammen reinigen sie über 90 Prozent des Berliner Abwassers. Dazu kamen im Juli noch die Abfüllung von je zwei Zuläufen pro Woche.
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Berlin wollte eigentlich nicht mehr an der Studie teilnehmen
Dabei hatten sich die BWB zuletzt eigentlich gegen eine weitere Teilnahme an den Untersuchungen ausgesprochen. Die Rückstände der Rauschgifte würden entweder im Klärwerk abgebaut, dort die Biologie nicht weiter stören oder den Weg über die Natur und das Grundwasser bis ins Trinkwasser gar nicht erst schaffen – was jeweils betrieblich begründbare Analysegründe für die Wasserbetriebe gewesen wären.
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Dennoch entschieden sich die zuständigen Verwaltungen für Umwelt und Gesundheit im vergangenen Jahr dafür, erneut und auch in Zukunft wieder regelmäßig bei dem europäischen Projekt mitzumachen. Berlin hatte bereits in den Jahren 2014 bis 2018 sowie im Jahr 2022 an der Untersuchung teilgenommen.










