- Welche Ideen haben die Berliner Parteien, um gegen die hohen Mieten vorzugehen?
- Wie wollen sie den akuten Wohnungsmangel beseitigen?
- Bei einer Veranstaltung des Berliner Mietervereins haben im Februar 2026 die Parteien ihre Pläne vorgestellt
Vor der Berlin-Wahl 2026 haben die Spitzenkandidierenden von SPD, Grünen, Linken und FDP sowie der wohnungspolitische Sprecher der CDU Mitte Februar über das wohl drängendste Thema Berlins diskutiert. Was tun gegen Wohnungsmangel und stark steigende Mieten? Im Fokus stand dabei am 19. Februar vor allem die Rolle der sechs landeseigenen Wohnungsunternehmen.
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Laut Koalitionsvertrag des schwarz-roten Senats sollen jedes Jahr 20.000 neue Wohnungen entstehen, davon 5000 Sozialwohnungen. Die landeseigenen Wohnungsunternehmen sollen insgesamt einen Anteil von 6500 Wohnungen jährlich bauen und so den Bestand der landeseigenen Wohnungsunternehmen von derzeit 380.000 auf 500.000 Wohnungen steigern. „Fakt ist aber, dass diese Zielzahlen seit Jahren nicht erreicht werden – wie wollen Sie das ändern?“, wollte Wibke Werner, Chefin des Berliner Mietervereins (BMV), von den Spitzenkandidaten wissen.
News zur Berlin-Wahl 2026
SPD verspricht jährlich den Bau von 10.000 landeseigenen Wohnungen
Trotz der bislang noch in keinem Jahr erreichten Ziele bekannte sich SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach zu den im Wahlprogramm der Berliner Sozialdemokraten genannten noch weit ehrgeizigeren Zielen. „Wir wollen, dass die Landeseigenen jährlich sogar 10.000 Wohnungen errichten. Dazu werden wir sie finanziell unterstützen“, sagte Krach. Zudem versicherte er, dass im Jahr 2026 erstmals auch die bisherige Zielmarke von 6500 erreicht werde.

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Für die Wahlperiode 2026–2031 strebt die SPD den Bau von 100.000 neuen Wohnungen an. „Wir sind auch bereits auf einem guten Weg. In dieser Legislaturperiode haben wir 80.000 neue Wohnungen geschaffen. Mit dem Bauturbo der Bundesregierung und dem Berliner Schneller-Bauen-Gesetz kommen wir künftig deutlich schneller voran.“
Hintergründe zur Berlin-Wahl 2026
CDU setzt auf Eigentumsförderung und mehr Tempo beim Wohnungsbau
Ersin Nas, wohnungspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus, vertrat bei diesem ersten Wahlforum den Regierenden Bürgermeister Kai Wegner. „Es wurde in der Vergangenheit zu wenig gebaut, es fehlte der politische Wille“, sagte er mit Verweis auf die Vorgängersenate, an denen seine Partei nicht beteiligt war.
Das Schneller-Bauen-Gesetz komme nicht nur den landeseigenen Unternehmen zugute, sondern auch Genossenschaften und Privaten. „Die Landeseigenen allein werden es nicht schaffen, gegen den Wohnungsmangel anzubauen, ich warne davor, falsche Erwartungen zu wecken“, sagte Nas.
Berlin-Wahl 2026: Die Spitzenkandidaten in Bildern
Wichtig sei, dafür zu sorgen, dass auch bei den großen Bauvorhaben der Privaten die Quote von 30 Prozent Sozialwohnungen abgesichert werde. Zudem wies Nas darauf hin, dass seine Partei dafür gesorgt habe, dass es erstmals wieder eine Eigentumsförderung in Berlin gebe. 17 Millionen Euro seien dafür eingestellt.
Grüne wollen Umbau von Büros zu Wohnungen fördern
Grünen-Spitzenkandidat Werner Graf bezeichnete die Eigentumsförderung als „rausgeschmissenes Geld“. „Wenn der Staat schon Eigentum fördern will, dann sollte besser der Erwerb von Genossenschaftsanteilen gefördert werden, da reicht die Summe für die vier- bis fünffache Zahl von Haushalten“, sagte Graf. Auch das Schneller-Bauen-Gesetz des CDU-SPD-Senats werde das Bauen nicht beschleunigen und damit den Neubau bezahlbarer machen.
In der Wohnungspolitik schlagen die Grünen deshalb ein „Bezahlbare-Mieten-Gesetz“ vor: Vermieter ab 50 Wohnungen sollen verpflichtet werden, je nach Wohnungszahl zwischen 10 und 30 Prozent zu „bezahlbaren Preisen“ anzubieten. „Außerdem wollen wir ein Förderprogramm zur Umnutzung von Büroflächen in Wohnungen“, sagte Graf.
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Linke will mehr Investitionen in landeseigenen Wohnungsbau
Die Spitzenkandidatin der Linken, Elif Eralp, setzt konsequent nur auf die Wohnungsunternehmen in Landeshand, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. „Da Bauen teuer ist, wollen wir ein Wohnungsbauprogramm mit zwei Milliarden Euro ausstatten“, sagte Eralp. Es dürfe nicht mehr so sein wie bisher, dass die Mieten in den Beständen der Landeseigenen steigen, um so den Neubau zu finanzieren. Zudem solle der Neubau vor allem in den 24 neuen Stadtquartieren entstehen und nicht mehr durch Nachverdichtung in bestehenden Siedlungen.
Weiterhin wies Eralp darauf hin, dass ihre Partei die einzige sei, die sich konsequent für die Umsetzung des Volksentscheids „Deutsche Wohnen & Co. enteignen!“ zur Überführung großer Wohnungsbestände in Gemeineigentum einsetze.
FDP kritisiert Mietregulierung und fordert mehr Wohnungsbau auf Landesflächen
Der Berliner FDP-Landesvorsitzende und Spitzenkandidat der Liberalen, Christoph Meyer, wandte sich entschieden gegen weitere Regulierungen der Mieten. Diese hätten erst dazu geführt, dass in Berlin in den vergangenen Jahren zu wenig gebaut worden sei. Bauen in Berlin sei insgesamt zu teuer, was auch an den hohen Bodenpreisen liege. „Berlin als größter Grundbesitzer könnte gegensteuern, indem mehr landeseigene Flächen bebaut werden – etwa mit der Randbebauung am Tempelhofer Feld.“



















