Ab Donnerstag sind Messer, Schusswaffen und weitere gefährliche Gegenstände in Berlins ÖPNV verboten, außerdem an den meisten Bahnsteigen und Bahnhöfen. Konkreter Auslöser für die Maßnahme war ein Messerangriff in der U-Bahn in Charlottenburg im April, der für einen 29-Jährigen tödlich endete. Er wurde von einem 43-Jährigen anscheinend vollkommen grundlos niedergestochen. Die Frage ist nur: Kann das Waffenverbot solche Attacken überhaupt verhindern? Nein, sagen Kritiker, die Kontrolle der Verordnung fresse unnötig viele personelle Ressourcen, schütze aber nicht wirklich vor Angriffen.

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Denn: ein nicht geringer Teil der Messerattacken in Berlin wird auch von schuldunfähigen psychisch Kranken begangen, die sich von den Verbotsschildern kaum beeindrucken lassen dürften. Erst am Mittwoch wurde nach einem Urteil des Berliner Landgerichts ein 32-Jähriger dauerhaft in einer psychiatrischen Klinik untergebracht. Er hatte eine 19-jährige Frau am 23. Dezember 2024 beim Weihnachtsshopping auf der Schloßstraße in Steglitz mit einer Klinge angegriffen.
Staatsanwaltschaft strebt Unterbringung in Psychiatrie an
Einer Verletzung entging die junge Frau damals nur, weil sie ihr 33-jähriger Lebensgefährte geistesgegenwärtig im letzten Moment zur Seite zog, sodass das Küchenmesser sie um etwa acht Zentimeter verfehlte. Seiner vorläufigen Festnahme widersetzte sich der Beschuldigte im Anschluss noch, indem er Polizeibeamte attackierte und verletzte.
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Es ist bei weitem nicht einzige Fall. Seit Dienstag steht ein 30-jähriger Syrer wegen versuchten Mordes vor Gericht, der am Silvestertag 2025 einen damals 69 Jahre alten Mann vor einem Supermarkt hinterhältig attackiert und kurz darauf einen 19-Jährigen vor einem Hotel mit einem Messer angegriffen haben soll. Ohne erkennbaren Grund. Der Senior ist dabei lebensgefährlich verletzt worden. Auch für den 30-Jährigen strebt die Staatsanwaltschaft die dauerhafte Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus an. Derzeit befindet er sich im Maßregelvollzug.
Kritiker: „Messerverbotszonen sind symbolpolitischer Aktionismus“
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Die Opposition kritisierte die Maßnahme des Senats, ein Waffenverbot im Berliner ÖPNV einzuführen, daher seit der ersten Stunde. „Messerverbotszonen sind symbolpolitischer Aktionismus“, sagte Vasili Franco, innenpolitischer Sprecher der Grünen schon Ende Juni. Evaluationen von Messerverbotszonen hätten gezeigt, dass sie weder die objektive Sicherheit noch das subjektive Sicherheitsgefühl erhöhen, so Franco weiter. Befürworter des Verbots argumentieren jedoch, dass die Polizei durch die Maßnahme erst in die Lage versetzt werde, auffällige Personen auch anlasslos zu kontrollieren und ihre Waffen zu konfiszieren. mit dpa





