Die Berliner Innenverwaltung setzt alles daran, zeitnah ein flächendeckendes Waffen- und Messerverbot in Berlins öffentlichem Nahverkehr einzführen. Wie eine Sprecherin dieser Redaktion bestätigte, soll in den „nächsten Wochen“ eine entsprechende Verordnung verabschiedet werden. Betroffen von dem Verbot seien dann Busse, S- und U-Bahnen, Regionalzüge von Deutsche Bahn und Odeg und sogar Fähren. Messer und andere Waffen dürften dann auch nicht mehr in Bahnhöfen mit sich geführt werden - das Verbot gilt, sobald das eigentliche Gebäude betreten wird. Nicht betroffen seien aber Tram- und Bushaltestellen.

Montag bis Samstag

Morgenpost der Chefredaktion

Die ersten News des Tages – direkt von der Chefredaktion. Montag bis Samstag um 6:30 Uhr.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Die Verordnung orientiert sich dabei an Regelungen aus der Corona-Zeit, die „Bahnhofsanlagen“ definierten. Noch gibt es kein genaues Datum der Umsetzung. Am Donnerstagvormittag trafen sich aber Vertreter der Deutschen Bahn, der Bundespolizei, der Senatsverkehrsverwaltung, der S-Bahn, der BVG sowie der Berliner Polizei in einer Videoschalte auf Bestreben von Innensenatorin Iris Spranger (SPD) zum großen Messer-Gipfel, um möglichst rasch in die Umsetzung zu kommen. „Wir werden in den kommenden Wochen mit aller Energie an einem Entwurf für eine entsprechende Verordnung arbeiten und sie danach auch erlassen“, so die Sprecherin weiter.

Tödliche Messerattacke von Charlottenburg ist Hintergrund der Messerverbotszone

Zuletzt hatten sich neben Spranger auch Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) und BVG-Chef Henrik Falk für ein solches Verbot ausgesprochen. Hintergrund ist die tödliche Messerattacke am U-Bahnhof Sophie-Charlotte-Platz vom vergangenen Wochenende: Ein 43-jähriger Syrer hatte am vergangenen Samstag einen 29-jährigen Deutschen in einer U-Bahn in Charlottenburg mit einem Küchenmesser niedergestochen und tödlich verletzt.

Als Polizisten ihn stellen wollten, ging er mit dem blutigen Messer auf sie zu. Ein Beamter schoss viermal auf den 43-Jährigen. Der Syrer, der eigentlich in Untersuchungshaft sitzen sollte und nachdem schon länger gefahndet wurde, starb nach einer Not-OP im Krankenhaus. In Berlin wurden Anfang des Jahres bereits drei Messerverbotszonen am Leopoldplatz in Wedding sowie im Görlitzer Park und am Kottbusser Tor in Kreuzberg eingeführt.