Wohnberechtigungsschein

WBS in Berlin beantragen: Das muss man wissen

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Wohnen in Berlin

Wohnen in Berlin

Berlin ist eine typische Mieterstadt. Die wichtigsten Zahlen und Fakten gibt es in diesem Video.

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Mit einem Wohnberechtigungsschein (WBS) kann man in Berlin Wohnungen mieten, die öffentlich gefördert werden. Wie man ihn beantragen kann.

Berlin. Die Preise für Mietwohnungen in den Berliner Innenstadt-Bezirken sind häufig schwindelerregend hoch. Selbst die Miete für kleine Wohnungen ist für viele Berlinerinnen und Berliner finanziell häufig nicht mehr zu stemmen. Und die Preisentwicklung macht auch vor den Randbezirken keinen Halt.

Doch auch Menschen mit geringem Einkommen dürfen sich in Berlin Hoffnungen auf eine Wohnung machen. Sie können mithilfe eines Wohnberechtigungsscheins (WBS) Wohnungen mieten, die öffentlich gefördert werden.

Zuletzt konnte die durchschnittliche Bearbeitungszeit der WBS-Anträge in den Berliner Bezirken um zwei auf durchschnittlich sechs Wochen verkürzt werden.

Die Morgenpost erklärt, wer einen WBS in Berlin beantragen kann, wie der Antrag gestellt wird, welche Unterlagen erforderlich sind und welche Berliner Ämter zuständig sind. Vor allem geklärt werden diese Fragen:

  • Wie kann man einen Wohnberechtigungsschein (WBS) in Berlin beantragen?
  • Wer hat Anspruch auf WBS in Berlin?
  • Wie viel darf man verdienen, um einen Wohnberechtigungsschein zu bekommen?
  • Was sind die Einkommensgrenzen?
  • Wie groß darf eine Sozialwohnung sein?
  • WBS-Wohnung in Berlin finden - wie geht das?

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Wohnberechtigungsschein (WBS) in Berlin beantragen - So geht's

Der Antrag für einen Wohnberechtigungsschein wird beim zuständigen Wohnungsamt des Bezirks gestellt. Dort kann man sich auch zu allen Fragen rund um das Thema Wohnen informieren und beraten lassen. Die Antragsformulare können vorab über das Service-Portal Berlin abgerufen werden. Dort sind auch Informationen zu weiteren erforderlichen Unterlagen zu finden.

Wer kann einen Wohnberechtigungsschein beantragen? Wer hat Anspruch auf WBS in Berlin?

Wohnungssuchende, die dauerhaft in Berlin leben, und deren Haushaltseinkommen eine bestimmte Grenze nicht überschreitet, haben Anspruch auf einen WBS. Auf der Internetseite der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen kann man mit dem WBS-Rechner prüfen, ob Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein besteht. Dort müssen alle Haushaltsmitglieder und ihr jährliches Bruttoeinkommen angegeben werden. Zum Einkommen zählt nicht das gesetzliche Kindergeld. Die genaue Einkommensermittlung nimmt das Bezirksamt nach Antragstellung vor.

Was sind die Einkommensgrenzen?

Folgende Einkommensgrenze gelten laut § 9 Absatz 2 Wohnraumförderungsgesetz (WoFG):

  • Einpersonenhaushalt: 16.800 Euro
  • Zweipersonenhaushalt: 25.200 Euro
  • zuzüglich für jede weitere zum Haushalt rechnende Person: 5740 Euro
  • Zuschlag für jedes zum Haushalt gehörende Kind: 700 Euro

Welche Unterlagen benötigt man, um einen WBS beantragen zu können?

Antrag auf einen Wohnberechtigungsschein (BauWohn 502) mit folgenden Anlagen:

  • Partnerschaftserklärung (BauWohn 550)
  • Erklärung über das gemeinsame Sorgerecht (BauWohn 549)
  • Geburtsurkunde Ihrer mitziehenden Kinder (in Kopie)
  • Heiratsurkunde oder Lebenspartnerschaftsurkunde (in Kopie, siehe Hinweise BauWohn 502)
  • Nachweis über einen anderen Familienstand, zum Beispiel Scheidungsurteil, Sterbeurkunde (in Kopie, siehe Hinweise BauWohn 502)
  • Vaterschaftsanerkennung (in Kopie, siehe Hinweise BauWohn 502/549)
  • Schwerbehindertenausweis (in Kopie, siehe BauWohn 502)
  • Mutterpass (in Kopie, siehe Hinweise BauWohn 502)
  • Semesterbescheinigung (in Kopie)
  • Nachweis über den Aufenthaltstitel, z.B. durch Aufenthaltserlaubnis, wenn Sie Bürgerin oder Bürger eines Staates außerhalb der EU sind.

Wie groß darf eine Sozialwohnung sein?

Grundsätzlich gilt: je ein Raum für den Wohnberechtigten und jeden seiner mitziehenden Angehörigen. Einem Ehepaar mit drei Kindern steht daher eine Wohnung mit fünf Wohnräumen zu. Abweichend dürfen seit dem 1. Mai 2018 an Einzelpersonen auch Eineinhalb- oder Zwei-Zimmer-Wohnungen mit einer Gesamtfläche bis zu 50 Quadratmeter überlassen werden. Im Einzelfall kann zusätzlicher Wohnraum anerkannt werden.

Wie kann man in Berlin eine WBS-Wohnung finden?

Die mit WBS gekennzeichneten Wohnungen sind in Suchportalen wie immobilienscout24.de, immowelt.de, immonet.de oder bei Ebay Kleinanzeigen zu finden, darüber hinaus in Zeitungen oder auf den Webseiten vieler Berliner Wohnungsunternehmen. Diese Wohnungen können nur angemietet werden, wenn der Mieter einen WBS vorlegen kann. Auch die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften Howoge, Gesobau, Degewo, Gewobag, Stadt und Land und WBM bieten WBS-Wohnungen an.

Was ist besonderer Wohnbedarf?

Bestimmte Sozialwohnungen werden ausschließlich an Wohnungssuchende mit besonderem Wohnbedarf vergeben. Dieser kann - bei Hauptwohnsitz in Berlin seit mindestens einem Jahr - in diesen Fällen anerkannt werden

  • Haushalte mit einem oder mehreren Kindern in räumlich unzureichenden Wohnverhältnissen
  • Personen mit nachgewiesener Schwerbehinderung (Grad von mindestens 50), die in Wohnverhältnissen leben, die aufgrund der anerkannten Leiden objektiv ungeeignet sind
  • Personen, die in Einrichtungen der sozialen Wohnhilfe oder sonstigen Behelfsunterkünften untergebracht sind (z. B. Frauenhäusern, Zufluchtswohnungen).
  • Personen, die das 65. Lebensjahr überschritten haben, eine unterbelegte Mietwohnung aufgeben (Anzahl der Zimmer größer als Anzahl der Haushaltsangehörigen).
  • Personen, die unverschuldet ihre Mietwohnung räumen müssen (z. B. aufgrund eines bauordnungsrechtlichen Benutzungsverbots oder mit Beendigung des Dienst- bzw. Arbeitsverhältnisses).
  • Leistungsempfänger nach Sozialgesetzbuch II und XII (Grundsicherung bei Arbeitssuche, im Alter oder bei Erwerbsminderung), die vom Jobcenter oder Sozialamt eine konkrete Aufforderung zum Umzug in eine "angemessene Wohnung" erhalten haben.
( BM )