Nach einer EU-Strafe von 200 Millionen Euro will Temu den Verbraucherschutz verbessern. Dafür hat der Online-Marktplatz der Europäischen Kommission Änderungen vorgeschlagen. Unter anderem soll das chinesische Unternehmen künftig prüfen, ob seine Empfehlungsalgorithmen die Verbreitung illegaler Produkte fördern. Die EU-Kommission hat die Vorschläge zunächst akzeptiert. Temu hat nun vier Monate Zeit, um sie umzusetzen.

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Wirtschaft in Berlin

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Wie wichtig strengere Kontrollen sind, zeigt die große Reichweite chinesischer Shopping-Plattformen in Europa. Hierzulande sind Temu und Shein sehr beliebt. Laut Handelsverband Deutschland (HDE) liefern die beiden Anbieter täglich rund 460.000 Pakete nach Deutschland. EU-weit seien es etwa zwölf Millionen Pakete pro Tag (Stand: 2025).

Temu bekam Millionenstrafe der EU: Das sind die Vorwürfe der Brüsseler Internet-Wächter

Die EU-Kommission hatte Temu im Mai eine Strafe von 200 Millionen Euro auferlegt. Die Behörde warf dem Unternehmen vor, Verbraucher nicht genügend vor illegalen Produkten zu schützen und die Risiken auf seiner Plattform zu unterschätzen. Das sei ein schwerer Verstoß gegen das EU-Gesetz über digitale Dienste (Digital Services Act, kurz DSA). 

Bei Testkäufen im Jahr 2025 seien demnach viele Artikel durchgefallen. Ladegeräte hätten grundlegende Sicherheitstests nicht bestanden. Ein „hoher Prozentsatz“ der getesteten Babyspielzeuge habe Chemikalien-Grenzwerte überschritten oder es habe Erstickungsgefahr wegen abnehmbarer Teile gegeben, so die Brüsseler Internet-Wächter. 

Wie Temu tägliche Strafzahlungen vermeiden will 

Temu hat sich laut EU-Kommission nun bereiterklärt, die Risikobewertung auf seinem Marktplatz künftig auf aktuelle und verlässliche Daten zu stützen und genau auf den eigenen Dienst zuzuschneiden. Auch den eigenen Empfehlungsalgorithmus müsse das Unternehmen in diesem Zusammenhang prüfen. 

Mit belastbaren Kennzahlen soll das Unternehmen belegen, ob seine Schutzmaßnahmen die Verbreitung illegaler Produkte tatsächlich verringern. Zudem muss Temu offenlegen, wo automatische und manuelle Kontrollen von Angeboten der Händler auf dem Online-Marktplatz an Grenzen stoßen. Schließlich muss der Konzern untersuchen, wie Händler die Funktionen der Plattform gezielt ausnutzen, um illegale Angebote zu verbreiten.

Spannende Politik-Einblicke aus der EU

Sollte die Europäische Kommission entscheiden, dass Temu nicht genug zur Einhaltung der EU-Regeln tut, könnte sie nach der Millionenstrafe aus dem Mai auch tägliche Strafzahlungen für das chinesische Unternehmen anordnen. Das Verfahren gegen Temu läuft bereits seit knapp zwei Jahren.

pau/dpa