Autoverzicht geht nur in der Stadt, wo Bus und U-Bahn an der nächsten Ecke erreichbar sind und auch noch im 5-Minuten-Takt fahren: Das ist eine weitverbreitete Haltung, mit der das Auto verteidigt wird. Auf dem Land, so lautet dann schnell das Argument, geht es doch gar nicht ohne. Welch ein Irrtum!
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Kann man auf dem Land, etwa im tiefsten Thüringen, unterwegs sein, ohne ein eigenes Auto? Man kann. Klar, mit einem besser ausgebauten ÖPNV würde es deutlich besser gehen. Aber die ruhige Busfahrt über Land hat auch Vorteile. Sie schenkt Zeit, in der man nicht hoch konzentriert sein muss, damit einem nach einem langen Arbeitstag nicht die Augen zufallen.

Doch abgesehen von zugegeben langsamen Busfahrten übers Land: Wer den ÖPNV nutzt, zumindest dort, wo er existiert, kann arbeiten, essen, lesen, telefonieren oder einfach nur dösen. Was wie Freizeit klingt, erspart der Umwelt Abgase, Mikroplastik durch Reifenabrieb sowie verstopfte Straßen. Und schont seine Nerven, statt sich von drängelnden Rasern, schleichende Traktoren auf der Landstraße oder das Elefantenrennen der LKW auf der Autobahn provozieren zu lassen.
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Sicherer ist es obendrein. Und dann sind da noch die menschlichen Begegnungen, wenn es darum geht, herauszufinden, wie man von Großengottern nach Hause kommt, statt isoliert im Auto zu sitzen.
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Der öffentliche Nahverkehr ist effektiver, umweltfreundlicher und sicherer als der private PKW. Das Auto sollte eine Ersatzlösung sein, wo es nicht anders geht. Und nicht umgekehrt. Denn der Vorrang für das Auto verhindert, dass der ÖPNV ordentlich ausgebaut wird.





