Corona-Newsblog

Corona: RKI verzeichnet weiter steigende Inzidenz

| Lesedauer: 48 Minuten
Diese Corona-Symptome haben Geimpfte

Diese Corona-Symptome haben Geimpfte

Dass sich geimpfte Menschen mit dem Coronavirus anstecken können, ist selten, aber möglich. Diese Symptome unterscheiden sich bei Geimpften und Ungeimpften.

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Bundesweit steigt die Inzidenz der Corona-Neuinfektionen weiter. Die Gesundheitsminister beraten über Booster-Impfungen. Mehr im Blog.

  • Das RKI meldet am Montag eine steigende Sieben-Tage-Inzidenz
  • Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern beraten am Montag über Impfungen für Kinder
  • Bisher sind laut Statistik rund 900.000 Jugendliche mindestens einmal geimpft
  • SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach spricht sich für Impfung von Kindern und Jugendlichen aus
  • Annalena Baerbock hält Nachteile für Ungeimpfte für legitim
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Berlin. Die Impfkampagne in Deutschland geht in eine neue Phase: Bund und Länder wollen schon bald Menschen mit besonders hohem Risiko für eine Corona-Infektion und -Erkrankung eine dritte Impfung anbieten. Das geht aus einer Gesetzesvorlage für die heutige Gesundheitsministerkonferenz hervor, aus der mehrere Medien zitieren. Da Studien darauf hindeuten, dass die Immunität mit der Zeit nachlässt, sollen vulnerable Gruppen so – auch angesichts der Ausbreitung der Delta-Variante – im Herbst geschützt werden.

Mehr Impfstoffdosen werden aber nicht nur für die Auffrischungsimpfungen von Risikogruppen benötigt: Alle Zwölf- bis 17-Jährigen sollen ab sofort Corona-Impfungen mit den Vakzinen von Biontech und Moderna in Impfzentren und Arztpraxen erhalten können. Wird dies bei der anstehenden Sitzung so beschlossen, würden die Regierenden damit die Ständige Impfkommission (Stiko) umgehen, die Impfungen für diese Altersgruppe bisher nicht generell empfiehlt. Begründet wird der Schritt unter anderem damit, dass nur so der Schulunterricht in Präsenz abgesichert werden kann.

In Vorbereitung auf eine vierte Welle verschärft Deutschland unterdessen die Einreiseregeln: Am Sonntag ist die neue Testpflicht für Reiserückkehrer in Kraft getreten. Alle Einreisenden, die das zwölfte Lebensjahr vollendet haben, müssen ab sofort über einen negativen Test oder einen Impf- oder Genesenen-Nachweis verfügen. Währenddessen plant die Bundesregierung die Abschaffung der kostenlosen Bürgertests, wie das Bundesgesundheitsministerium am Wochenende mitteilte.

Aktuelle Corona-Zahlen des RKI

In Deutschland steigt die Sieben-Tage-Inzidenz seit Wochen kontinuierlich an. Am Montagmorgen beträgt sie 17,8. Einen Tag zuvor lag der Wert noch bei 17,5 – beim letzten Tiefststand am 6. Juli bei 4,9. Der Wert hat sich demnach binnen drei Wochen mehr als verdreifacht.

Laut RKI meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland am Montagmorgen 847 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages. Vor einer Woche waren es noch 958. Die Zahl der täglichen Corona-Impfungen liegt dagegen auf niedrigem Niveau.

Mehr zum Thema: RKI meldet Corona-Fallzahlen und aktuellen Inzidenz-Wert

Corona-News von Montag, 2. August: Neues Corona-Newsblog

9.47 Uhr: Dieses Blog ist geschlossen. Für weitere Corona-News lesen Sie unser aktuelles Newsblog.

Lehrerverband kritisiert Vorbereitungen auf neues Schuljahr

9.32 Uhr: Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, ist unzufrieden mit den Vorbereitungen auf das neue Schuljahr. Man stehe ehrlicherweise nicht viel besser da als im vergangenen Jahr, sagte Meidinger am Montag im ARD-"Morgenmagazin". "Wenn wir uns die Luftfilter anschauen, dann stehen wir da nicht so gut da, wie wir stehen könnten. Das Bundesprogramm kam ja viel zu spät - erst im Juli." Hier habe man viel Zeit liegen gelassen. Besser sehe es aber bei den Schnelltests aus.

Als weiteres Problem machte Meidinger beim milliardenschweren dem Bundesprogramm für Aufholförderung aus. Es gebe einigen Regionen nicht genügend Personal, um Kindern versäumten Unterrichtsstoff zu vermitteln.

Dennoch müsse man mit Optimismus ins neue Schuljahr gehen, sagte der Verbandspräsident weiter. Noch seien die Inzidenzzahlen niedrig und vollständiger Präsenzunterricht möglich. Allerdings könne man hier keine Garantie geben, dass es nicht doch wieder Wechselunterricht geben werde. Nach gut sechs Wochen Ferien beginnt in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern als erste Bundesländer an diesem Montag das neue Schuljahr.

Lauterbach für Impfung von Kindern - "Außenseiterposition" der Stiko

8.45 Uhr: Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält Corona-Impfungen von Kindern ab zwölf Jahren für angemessen. Dass die Politik hier jetzt Fakten schaffe, sei richtig, sagte Lauterbach am Montag im Deutschlandfunk vor Beratungen der Gesundheitsministerkonferenz zu dem Thema. Die wesentlichen Studien zur Impfung von Kindern zeigten, dass eine Durchseuchung mit der Delta-Variante des Coronavirus gefährlicher sei als eine Impfung. Wissenschaftlich komme er klar zu dem Ergebnis, dass Impfungen Kindern helfen.

Präsident der Ärztekammer Nordrhein: Erst alle Erwachsenen impfen

8.33 Uhr: Der Präsident der Ärztekammer Nordrhein, Rudolf Henke (CDU), sieht ein generelles Impfangebot für 12- bis 17-Jährige skeptisch. Die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko), nur vor allem Kinder und Jugendliche mit bestimmten Vorerkrankungen zu impfen, sei "nicht unvernünftig", sagte Henke, der auch CDU-Bundestagsabgeordneter ist, am Montag im Radioprogramm WDR5.

"Als Arzt sage ich, jede Maßnahme braucht eine begründete Indikation", betonte Henke. "Mein Präferenz wäre: Alle Erwachsenen, die Kontakte zu Kindern haben, lassen sich erstmal impfen und dann reden wir neu über die Stiko-Empfehlung."

Australische Soldaten helfen bei Überwachung der Ausgangssperre in Sydney

8.22 Uhr: Rund 300 Soldaten der australischen Armee (ADF) haben am Montag die Ausgangssperre in der Stadt Sydney überwacht. Die Polizei des Bundesstaates New South Wales hatte um militärische Hilfe bei der Durchsetzung der Corona-Maßnahmen gebeten. "Polizeibeamte werden von ADF-Mitgliedern unterstützt, wenn sie Lebensmittelpakete ausliefern, Hausbesuche machen und die Einhaltung der Ausgangssperre und der Anordnungen zur Selbstisolierung kontrollieren", sagte Polizeichef Mick Fuller.

Sydney befindet sich als größte Stadt des Landes bereits seit Wochen im Lockdown. Für mehr als fünf Millionen Einwohner der Stadt und ihrer Vororte beginnt am Montag die sechste Woche der Ausgangssperre, die bis Ende August dauern soll. Die Menschen dürfen ihre Häuser nur zum Sport, zum Arbeiten, aus Gesundheitsgründen und zum Einkaufen von lebensnotwendigen Gütern verlassen.

USA: Nachfrage nach Impfungen steigt wieder

6.22 Uhr: Angesichts der rasch steigenden Zahl neuer Corona-Infektionen haben sich in den USA zuletzt wieder deutlich mehr Menschen impfen lassen. Die Impfkampagne war seit Juni ins Stocken geraten, mit zuletzt nur rund einer halben Million verabreichten Spritzen pro Tag. Der Trend kehrte sich nun jedoch angesichts der neuen Corona-Welle, die auf die besonders ansteckende Delta-Variante zurückgeführt wird, wieder um. Am Sonntag (Ortszeit) wurden 816.000 Impfungen verabreicht, darunter 517.000 Erstimpfungen, wie ein leitender Beamter des Weißen Hause auf Twitter schrieb. Die jüngsten Daten zeigten einen "steten Anstieg" erklärte Cyrus Shahpar.

Dem Beamten zufolge lagen auch die Impfzahlen der vergangenen Tage deutlich über jenen der Vorwoche. Am Samstag etwa seien es 712.000 Dosen gewesen, ein Anstieg um 77 Prozent gegenüber der Vorwoche (403.000). Am Freitag habe es ein Plus von 43 Prozent gegeben. Im April waren täglich noch gut drei Millionen Dosen verabreicht worden.

Die Zahl der im Wochendurchschnitt pro Tag registrierten Neuinfektionen, die im Juni zeitweise auf 11.000 gefallen war, liegt inzwischen wieder bei 72.000.

Handwerkspräsident fordert Anstrengung beim Impfen

5.49 Uhr: Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer hat mehr Anstrengungen beim Impfen gefordert. Zudem sagte er der Deutschen Presse-Agentur, wer das Impfangebot nicht annehme, müsse damit rechnen, dass Tests künftig selbst zu bezahlen seien.

"Im Interesse der Betriebe und ihrer Beschäftigten müssen wir dafür sorgen, dass die Impfdynamik wieder zunimmt, und zwar nicht über eine gesetzliche Impfpflicht, wohl aber über noch einfacher zugängliche Impfmöglichkeiten", sagte der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks. "Wir müssen es den Menschen leicht machen und am besten überall dort impfen, wo sie sind: vor den Stadien, auf der Domplatte in Köln oder am Alex in Berlin, in den sozialen Brennpunkten."

Wollseifer sagte weiter: "Beim Impfen müssen wir wieder deutlich zulegen, denn es bleibt dabei: viel hilft viel. Je umfassender wir impfen, umso schneller können unsere Betriebe wieder zu einer normalen Geschäftstätigkeit zurückkehren, desto zügiger können Wirtschaft und Konjunktur an Fahrt aufnehmen."

"Querdenker"-Proteste: 49-Jähriger kollabiert und stirbt

5.33 Uhr: Bei den "Querdenker"-Demonstrationen in Berlin ist ein Mann kollabiert und anschließend in einem Krankenhaus gestorben. Ein Sprecher der Polizei bestätigte der Deutschen Presse-Agentur am frühen Montagmorgen, der 49-Jährige sei Teilnehmer der Proteste gewesen. Der Mann habe im Zuge einer Identitätsfeststellung bei der Demonstration am Sonntagnachmittag über ein Kribbeln in Arm und Brust geklagt. Durch polizeiliche Einsatzkräfte seien sofort Erstmaßnahmen getroffen worden, bis sich ein alarmierter Rettungswagen unmittelbar der Versorgung angenommen habe. Der Mann sei in einem Krankenhaus gestorben. Der vorschriftsgemäßen Praxis folgend sei ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet worden.

Trotz des Verbots mehrerer Demonstrationen auch aus der "Querdenker"-Szene waren in Berlin Tausende Menschen auf die Straße gegangen. Dabei kam es am Sonntag mehrfach zu Auseinandersetzungen zwischen Protestierenden und der Polizei. Wie Polizeisprecher Thilo Cablitz der rbb-"Abendschau" sagte, habe es fast 600 Festnahmen gegeben. Es seien um die 5000 Teilnehmer gewesen.

Corona-News von Sonntag, 1. August: Rund 5000 Menschen protestieren trotz Verbots in Berlin gegen Corona-Maßnahmen

22.31 Uhr: In Berlin haben am Sonntag tausende Menschen trotz Verbots gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert. Dabei gab es auch Angriffe auf Einsatzkräfte und einen Gewerkschaftsvertreter. Insgesamt hätten mehr als 5000 Menschen an den Protesten teilgenommen, sagte ein Polizeisprecher am Abend. Über den Tag verteilt seien mehr als 600 Menschen festgenommen worden. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hatte am Samstag mehrere geplante Demonstrationen aus dem Kreis der „Querdenken“-Bewegung verboten.

Ein Autokorso war genehmigt worden, an diesem wollten die Protestler ursprünglich zu Fuß oder im Reisebus teilnehmen. Weil dies nicht ging, versammelten sie sich zunächst im Stadtteil Charlottenburg und zogen dann in Gruppen durch die Straßen der Stadt. Dabei seien Absperrungen ignoriert und teilweise überrannt und Einsatzkräfte angegriffen worden, erklärte die Polizei. Demonstrierende hätten versucht, die Polizeikette zu durchbrechen und Beamte herauszuziehen. Am Großen Stern drohte die Polizei demnach mit einem Wasserwerfer. Nach drei Lautsprecherdurchsagen löste sich die Versammlung dort auf, hieß es weiter.

Thailand verschärft angesichts von Rekordzahl an Neuinfektionen die Corona-Regeln

20.58 Uhr: Angesichts einer Rekordzahl an Neuinfektionen hat Thailand die Corona-Regeln nochmals verschärft. Die nächtliche Ausgangssperre und andere Beschränkungen würden ab Dienstag in 16 weiteren Provinzen gelten, kündigte die Regierung am Sonntag in Bangkok an. Das südostasiatische Land kämpft derzeit mit einer dritten schweren Corona-Welle, die durch die hochansteckende Delta-Variante befeuert wird.

Obwohl für mehr als zehn Provinzen und auch die Hauptstadt Bangkok mit ihren geschätzt zehn Millionen Einwohnern bereits seit geraumer Zeit eine nächtliche Ausgangssperre und strikte Regeln gelten, nimmt die Zahl der Neuinfektionen immer weiter zu. Deshalb gilt ab Dienstag in nunmehr 29 der 79 Provinzen des Landes nicht nur eine nächtliche Ausgangssperre, sondern auch weitere strikte Regeln: Restaurants dürfen nur Lieferdienste anbieten, öffentliche Parks und Einrichtungen bleiben geschlossen.

Bartsch spricht sich gegen Corona-Impfpflicht aus

17.26 Uhr: Linken-Spitzenkandidat Dietmar Bartsch hat sich gegen eine Impfpflicht bei Corona ausgesprochen. Stattdessen sollten auf einem Impfgipfel „alle Möglichkeiten“ geprüft werden, „wie man mehr Leute zum Impfen kriegt“ und dafür geworben werden, sagte Bartsch am Sonntag im ARD-„Sommerinterview“. Er sprach sich aber dafür aus, die Testpflicht bei der Rückreise nach Deutschland nach einem Auslandsurlaub an den Grenzen zu kontrollieren.

Trotz Demo-Verbots protestieren in Berlin Hunderte gegen Corona-Maßnahmen

15.59 Uhr: Eine Menschenansammlung auf der Kurfürstenstraße in Berlin-Tiergarten hat am Sonntagnachmittag den Verkehr blockiert. Auf Transparenten der Gegner der Corona-Politik standen Parolen wie "Friede, Freiheit, keine Diktatur" oder "Kein Test: keine Pandemie". Etliche von ihnen hatten Trommeln oder Trillerpfeifen dabei. Der Verkehr war zum Teil lahmgelegt, immer wieder mussten Autos anhalten und hupten laut. Polizei war dort zunächst kaum zu sehen.

Die Berliner Polizei kündigte zuvor an der Siegessäule an, Wasserwerfer einzusetzen, falls die Menge den Platz nicht verlassen würde. Auf der Straße des 17. Juni, die zum Brandenburger Tor führt, war ursprünglich eine Kundgebung der Initiative "Querdenken 711" mit 22.500 Teilnehmern angemeldet gewesen, die von der Polizei verboten worden war. Die Polizei hatte mit Blick auf den Infektionsschutz mehrere für das Wochenende in Berlin geplante Demonstrationen untersagt. Das Oberverwaltungsgericht hatte das in mehreren Fällen bestätigt.

Trotz Verbot: Corona-Proteste in Berlin