Zweite Liga

Und plötzlich hat Union eine Problemzone

Unions Abwehrchef Hübner fällt gegen Bochum aus. Den Ersatzkandidaten fehlt es an Fitness oder Spielpraxis. Nur einer macht Hoffnung.

Unions Defensiv-Allrounder Michael Parensen (r.) steht als Ersatz für den Gelb-gesperrten Hübner bereit

Unions Defensiv-Allrounder Michael Parensen (r.) steht als Ersatz für den Gelb-gesperrten Hübner bereit

Foto: O.Behrendt / imago/Contrast

Berlin.  Er hat sich in kürzester Zeit als feste Größe in der Abwehr etabliert. An Florian Hübner , dem Innenverteidiger des 1. FC Union, gibt es für die Gegner kaum ein Vorbeikommen. Am Sonnabend, wenn um 13 Uhr der VfL Bochum zu Gast in der Alten Försterei ist, wird der 27-Jährige allerdings fehlen. Hübner ist wegen seiner fünften Gelben Karte, kassiert beim 1:1 in Magdeburg , gesperrt. Und plötzlich hat Union im Jahresendspurt eine Problemzone.

Die Zahl möglicher Kandidaten, die diese Lücke füllen können, ist mit Blick auf den 28-Mann-Kader recht hoch. Doch jenen fünf Profis, die dafür in Frage kommen, fehlt es entweder an der Fitness oder an Spielpraxis. Oder an beidem. Fabian Schönheim und Marc Torrejon versuchen zum Beispiel seit Wochen, sich wieder in eine Form zu bringen, die sie zumindest an den Spieltagskader heranbringt.

Doch sowohl den Spanier Torrejon nach seinem im Sommer erlittenen Wadenmuskelriss als auch Schönheim, der seit über einem Jahr mit einer Knie-Verletzung und deren Folgen zu kämpfen hat, brachten immer wieder Rückschläge aus dem Tritt. Im Laufe der Hinrunde kam Schönheim im September nur zu einem 73-Minuten-Einsatz im Freundschaftsspiel gegen Grasshopper Zürich. Torrejon lief diese Saison überhaupt noch nicht im Union-Trikot auf.

Rückstand bei Schönheim und Torrejon zu groß

Bleiben Michael Parensen, Christoph Schösswendter oder Lennart Maloney. Doch nicht nur Eigengewächs Maloney, auch dem Österreicher Schösswendter fehlt es vor allem an Spielpraxis. Immerhin kann Maloney Einsätze im Baltic Sea Cup für sich verbuchen, bei dem Union im Spätsommer und Herbst mit einer durch wenige Profis verstärkten U21 angetreten war. Um nun für Hübner in die Bresche zu springen, ist dies jedoch zu wenig.

Und Schösswendter spielte seit seiner Verpflichtung im Sommer 2017 überhaupt noch keine Rolle bei den Köpenickern. Somit dürfte Parensen der Kandidat sein für den Platz neben Marvin Friedrich in der Viererabwehrkette.

„Bei Schönheim und Torrejon ist der Rückstand doch noch ein bisschen zu groß, also ist die Auswahl dann auch schon nicht mehr so riesig“, bestätigte Trainer Urs Fischer am Donnerstag, dass dieses Duo für einen Einsatz gegen Bochum nicht infrage kommen wird. „Bei Parensen und Schösswendter bin ich positiv gestimmt“, so der Schweizer weiter, nicht nur wegen ihres Fitnesszustands: „Entscheidend ist, dass der Spieler, der in die Mannschaft kommt, ins Gefüge passt.“

Parensen ersetzte Hübner bereits zu Saisonbeginn

Parensen hat dies bereits unter Fischer nachweisen können. „Er hat diese Position zu Beginn der Meisterschaft gespielt“, erklärte der Coach. Tatsächlich agierte der „ewige Unioner“ – Parensen ist seit Januar 2009 bei den Köpenickern – zum Saisonauftakt gegen Erzgebirge Aue (1:0) und bei Bundesliga-Absteiger Köln (1:1) in der Innenverteidigung, ebenso beim 4:2 in der ersten DFB-Pokalrunde in Jena. Erst als Florian Hübner seine muskulären Probleme überwunden hatte, musste Parensen für ihn weichen.

Bleibt die Frage, ob einer wie Hübner bei Union auch wirklich gleichwertig zu ersetzen ist. Nicht zuletzt der ehemalige Hannover-Profi hat mit seiner bissigen, reaktionsschnellen Art des Verteidigens dazu beigetragen, dass die Berliner immer noch ohne Niederlage und mit der besten Defensive der Liga (nur zwölf Gegentreffer) dastehen.

„Ich glaube nicht, dass du einen Spieler gleichwertig ersetzen kannst“, ist sich Trainer Fischer sicher, „weil jeder Spieler seinen eigenen Qualitäten und seinen Charakter hat.“ Bei Parensen ist er sich jedoch sicher, dass sich der Profi erneut gut ins Gefüge einfinden wird.