Die Laune von Urs Fischer? Durchaus gut, was auch an dem kurzen Abstecher in seine Schweizer Heimat liegen dürfte, zu dem sich der Trainer des 1. FC Union am Montagnachmittag aufmachte. Der Familie Hallo sagen, ein wenig auftanken vor dem Jahresendspurt mit den Spielen gegen den VfL Bochum (15. Dezember) und zum Rückrundenstart bei Erzgebirge Aue (23. Dezember). Doch selbst das 1:1 in Magdeburg am Sonntag verdarb dem Coach des Fußball-Zweitligisten die Laune nicht. Auch wenn Union den Kontakt zum Spitzenduo Hamburg und Köln ein wenig abreißen lassen musste.
„Wir gehen immer mit dem Ziel ins Spiel, dieses zu gewinnen. Und ich habe in Magdeburg immer das Gefühl gehabt, dass die Mannschaft es versucht. Das ist für mich entscheidend. Ich hatte auch nicht das Gefühl, dass wir uns nach dem 1:1 zurückgezogen haben“, sagte Fischer also, für den das Glas immer halb voll ist, nie halb leer.
Eine positive Einstellung, die Union bislang ausgezeichnet durch die Saison gebracht hat. Bis in den Dreikampf um den Bundesliga-Aufstieg. Den Weg, Union hätte angesichts der zehn Unentschieden durchaus mehr Punkte holen können, geht Fischer deshalb auch nicht mit. „Das könnte jede Mannschaft sagen, und somit stehst du wieder da, wo du hingehörst“, erklärte der 52-Jährige.
Auswärts nur im Mittelfeld der Liga
Um das Ziel Aufstieg zu erreichen, gilt weiter folgende Standardrechnung: zu Hause gewinnen, auswärts unentschieden spielen. Vor diesem Hintergrund liegt Union vier Zähler hinter dem errechneten Soll von 32 Punkten. Das ist ohne Zweifel ein Jammern auf hohem Niveau, das in Anbetracht des großen Ziels jedoch erlaubt sein sollte.
Denn auch wenn in Magdeburg die Serie auf 16 Spiele ohne Niederlage ausgebaut werden konnte, bleibt festzuhalten: Union fremdelt noch ein wenig in der Fremde. Das Selbstverständnis, mit dem die beste Heimmannschaft der Liga (18 von 24 Punkten) die Alte Försterei wieder zu einer Festung gemacht hat, fehlt der Mannschaft noch zu oft auswärts (zehn von 24 Punkten, Rang acht). So auch in Magdeburg.
„Wir haben uns durch Eigenverschulden in die Bredouille gebracht. Das war auch das Thema heute morgen, wie wichtig der Start in ein Spiel ist“, sagte Fischer und gab einen kurzen Einblick in die Spielaufarbeitung am Montag. „In den ersten fünf Minuten hatte Magdeburg drei gute Aktionen, nicht weil sie es gut gemacht haben, sondern wir schlecht“, erklärte der Trainer, sprach dabei von falschen Entscheidungen seiner Spieler und Ballverlusten: „Dieses Gefühl haben wir in die erste Halbzeit mitgenommen. Das hilft dir dann nicht, um eine gewisse Ruhe ins Spiel zu bekommen.“
In die richtige Richtung entwickelt
Schlussendlich stehe auch immer noch ein Gegner auf der anderen Seite, der einem das Leben schwer macht, so Fischer. Er bleibt positiv. „Gut, wenn es noch etwas zu verbessern gibt, sonst könnte ich wirklich frühzeitig in die Ferien gehen“, flachste er, ehe er analysierte: „Ich denke, dass sich die Mannschaft in die richtige Richtung entwickelt hat, sonst wären die bisher gezeigten Leistungen nicht möglich gewesen.“ Kein Wunder, dass der Union-Trainer gute Laune hat.





