Zweite Liga

Gogia rettet Unions Serie

Union bleibt mit dem Remis in Magdeburg auch im 16. Saisonspiel ohne Niederlage, vergibt aber zwei wichtige Zähler im Aufstiegsrennen.

Unions Akaki Gogia (l.) trifft zum Ausgleich, Magdeburgs Steffen Schäfer kommt zu spät

Unions Akaki Gogia (l.) trifft zum Ausgleich, Magdeburgs Steffen Schäfer kommt zu spät

Foto: Joachim Sielski / dpa

Berlin.  Die Serie hat gehalten, der 1. FC Union bleibt auch nach dem 16. Saisonspiel in der Zweiten Liga ohne Niederlage. Doch der Nimbus der Unschlagbarkeit wankte mächtig beim 1:1 (0:1) beim 1. FC Magdeburg. Der eingewechselte Akaki Gogia war es, der den Berlinern im Ostderby das zehnte Unentschieden sicherte. Im Kampf um den Aufstieg in die Bundesliga muss dies jedoch als eine Partie mit zwei verlorenen Punkten gewertet werden.

Es war das Duell einer Mannschaft, die sich unspektakulär in die Rolle eines Aufstiegsaspiranten gespielt hat, mit einem Team, das im Spätherbst des Jahres ein wenig Frühlingserwachen spürt nach dem Trainerwechsel von Ex-Unioner Jens Härtel zu Michael Oenning.

„Ich glaube schon, dass Trainerwechsel etwas bewirken können“, war Unions Trainer Urs Fischer sicher, dass sich die Magdeburger inzwischen im Aufwind befinden: „Sie haben ihr System angepasst, die Spieler fühlen sich wohl.“ Die Partien zuvor in Fürth (2:3) und gegen Bochum (1:1) hätte der Aufsteiger auch gewinnen können, so Fischer. Die Begegnung mit Union darf nun als dritte in diese Liste hinzugezählt werden.

Kontakt zum Spitzenduo ist abgerissen

Dabei hatte der Schweizer seinen Profis extra noch mit auf den Weg gegeben: „Wir müssen mit dem nötigen Respekt ins Spiel gehen, nicht auf die Tabelle schauen.“ War es zu großer Respekt? Oder einfach nur der Umstand, dass Magdeburg den Abstiegskampf endlich angenommen hat? Union jedenfalls agierte vor allem in den ersten 45 Minuten nicht wie ein Jäger des Spitzenduos Hamburger SV und 1. FC Köln.

Folglich haben die Köpenicker den Kontakt abreißen lassen müssen. Sechs und fünf Punkte liegen nun zwischen den Bundesliga-Absteigern und Union – angesichts der unglaublichen Ausgeglichenheit in der Liga darf dies als ordentlicher Abstand bezeichnet werden. Immerhin konnte Relegationsrang drei gesichert werden, wenn auch eventuell nur wegen der besseren Tordifferenz. Der FC St. Pauli kann am Montagabend mit einem Sieg beim VfL Bochum, Unions nächstem Heimgegner (15. Dezember, 13.30 Uhr, Alte Försterei), nach Punkten gleichziehen.

„Viel Kampf“ habe es gegeben, so Fischer, noch dazu auf einem mäßig bespielbaren Rasen, der von Minute zu Minute immer schlechter wurde. Dennoch war „in den ersten 15 Minuten Magdeburg sofort da“, analysierte Fischer. Union reagierte nur, mit Robert Zulj im Mittelfeld für den verletzten Grischa Prömel und mit Christopher Lenz für Linksverteidiger Ken Reichel.

Friedrich lässt Torschütze Beck zu viel Platz

Schon nach vier Minuten musste Florian Hübner, der später seine fünfte Gelbe Karte sah und damit gegen Bochum gesperrt ist, in höchster Not gegen Philip Türpitz blocken. Marvin Friedrich war gegen Dennis Erdmann zur Stelle (12.). Dann mussten Friedrich und Torwart Rafa Gikiewicz gegen Marius Bülter klären (29.), kurz darauf der Union-Schlussmann allein gegen den enteilten Felix Lohkemper (32.).

Union stand mächtig unter Druck und hätte dennoch – im Stile einer Spitzenmannschaft – in Führung gehen können. Doch Suleiman Abdullahi scheiterte nach feinem Zuspiel von Sebastian Andersson an Torwart Alexander Brunst (23.); Andersson hatte erneut den Vorzug vor Sebastian Polter als einzige Sturmspitze erhalten. Und Zulj setzte seinen Schuss im zweiten Versuch etwas zu hoch an – Latte (37.).

„Auch wenn ein Gegner unten steht, darf man ihn nie unterschätzen. Das haben wir heute auch nicht getan“, bilanzierte Polter. Nach knapp einer Stunde war er für Kroos gekommen, um die Offensive zu beleben. Das war nach dem Gegentor durch Christian Beck auch bitter nötig. Innenverteidiger Friedrich hatte dem FCM-Torjäger, der Gikiewicz mit einem Lupfer überwand, zu viel Raum gelassen (39.).

Sturmspitze Andersson glänzt als Torvorbereiter

„Wir haben versucht, uns in die Partie zu kämpfen. Letztendlich sind wir weiter ungeschlagen“, sagte Polter: „Wir hätten gern drei Punkte mitgenommen, doch unter dem Strich geht das Unentschieden in Ordnung.“

Weil Union nach dem Pyro-Irrsinn im Magdeburger Fanblock zu Beginn der zweiten Halbzeit als erstes den Durchblick wiederfand. Weil im Mittelfeld Manuel Schmiedebach den Ball erkämpfte, mit dem Andersson dann Gogia steil schickte – dessen trockener Schuss ins linke Eck ließ die 2400 mitgereisten Union-Anhänger jubeln (65.). Und weil Beck in der Nachspielzeit eine Doppelchance ungenutzt ließ.

So vergab Magdeburg die Punkte 17 und 18 nach eigener Führung. Und Union zwei wichtige Zähler im Aufstiegsrennen.