Zweite Liga

Union startet mit der Bahn in die Woche der Wahrheit

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Michael Färber
Auf die Schnelligkeit von Kenny Prince Redondo (l.) ist Union auch in Bielefeld angewiesen

Auf die Schnelligkeit von Kenny Prince Redondo (l.) ist Union auch in Bielefeld angewiesen

Foto: Uwe Anspach / picture alliance/dpa

Union muss in drei Spielen innerhalb von neun Tagen zeigen, ob er das Zeug zur Spitzenmannschaft hat. Am Sonnabend nach Bielefeld.

Berlin.  Für die Fahrt nach Bielefeld schaltet der 1. FC Union in den Entspannungsmodus. Mit der Bahn werden sich Spieler und Trainerteam nach Westfalen aufmachen, „das ist bequem und angenehm zu reisen“, sagte Trainer Urs Fischer. Die folgenden Tage halten ohnehin einiges an Anspannung parat für den Berliner Fußball-Zweitligisten. Der Spielplan will es so: Es wartet die erste englische Woche der Saison auf alle Beteiligten.

Im Falle von Union heißt dies drei Spiele innerhalb von neun Tagen, nach dem Auftritt bei Arminia Bielefeld am Sonnabend (13 Uhr, Sky) kommt am Dienstag (18.30 Uhr) der Vorjahresdritte Holstein Kiel in die Alte Försterei. Am anschließenden Montag (1. Oktober) geht es zum FC Ingolstadt. Ein Programm, das den Köpenickern alles abverlangen wird.

Bielefeld, in der vergangenen Saison Vierter, hat sich nach Jahren des Schwankens – Sturz in die Drittklassigkeit inklusive – längst wieder im oberen Drittel etabliert. Die Kieler, im Mai erst in der Bundesliga-Relegation am VfL Wolfsburg gescheitert, sind trotz Runderneuerung des Kaders samt neuem Trainer mit acht Punkten ähnlich gut wie Union (neun) in die Saison gestartet. Und die Ingolstädter haben schon jetzt dringenden Bedarf zur Wiedergutmachung nach nur einem Sieg aus fünf Partien.

„An den positiven Dingen dranbleiben“

Union dürfte folglich mehr als gewarnt sein, erst recht, nachdem es gegen die Kellerkinder Sandhausen und Duisburg mit Mühe nur zwei Unentschieden gegeben hat. „Wir müssen an den positiven Dingen dranbleiben“, mahnt Coach Fischer. Dinge wie die defensive Stabilität, die Union in bisher allen fünf Partien über weite Strecken gezeigt hat. Die Ruhe nach Gegentoren, die zum späten Punktgewinn gegen Duisburg geführt hat.

Dinge, die zeigen, dass sich Union auf dem richtigen Weg befindet, doch erst die englische Woche wird mehr Aufschluss darüber geben, ob die Köpenicker das Zeug zu einer Spitzenmannschaft haben, die dann am Ende auch um den Aufstieg in die Bundesliga mitspielen kann.

Dafür braucht es schon einen Sieg in Bielefeld, der laut Fischer schwer genug zu erringen sein wird. „Bielefeld kommt mit viel Geschwindigkeit, lässt den Ball in der Vorwärtsbewegung laufen und hat viele Spieler, die immer wieder Eins-gegen-eins-Situationen lösen können“, erklärte der Schweizer, der sich sicher ist, dass die Arminia „zu Hause noch einen Tick offensiver spielen wird“.

Trainer Fischer hofft auf Balleroberungen

Eine Spielweise, die Union durchaus entgegenkommen kann – „wenn wir Balleroberungen provozieren“, so Fischer weiter. Über die schnellen Außen – Simon Hedlund, Akaki Gogia, Kenny Prince Redondo oder Marcel Hartel stehen bereit – ließen sich dann vortreffliche Gegenstöße fahren. Personell kann der Trainer bis auf die weiter angeschlagenen Fabian Schönheim (Knie), Suleiman Abdullahi (Knöchel) sowie die drei Rekonvaleszenten Marc Torrejon, Sebastian Polter und Joshua Mees aus dem Vollen schöpfen.

Fischer selbst weilte am Montagabend in Magdeburg, um den kommenden Union-Gegner im Spiel beim Aufsteiger genau unter die Lupe zu nehmen. „Ich bin noch etwas neu in der Liga und kenne noch nicht alle Mannschaften so gut“, kokettiert Fischer ein wenig damit, dass er erst seit gut einem Vierteljahr im deutschen Zweitliga-Kosmos unterwegs ist.

Bleibt zu hoffen, dass er genau hingeschaut hat, damit seine Mannschaft, die am Sonnabend von gut 1500 Union-Fans unterstützt wird, mit einem Sieg auf der Bielefelder Alm in die Woche der Wahrheit startet.