Zweite Liga

Union kommt in Sandhausen über Nullnummer nicht hinaus

Die Köpenicker kamen am Sonntag nach einer risikoarmen Vorstellung beim SV Sandhausen zu einem leistungsgerechten 0:0.

Berlins Robert Zulj (l.) und Sandhausens Kevin Behrens kämpfen um den Ball

Berlins Robert Zulj (l.) und Sandhausens Kevin Behrens kämpfen um den Ball

Den Kopf schüttelnd verließ Manuel Schmiedebach das Spielfeld. Die Geste des Defensivspielers passte zum Auftritt des 1. FC Union am Sonntagnachmittag beim SV Sandhausen. Nein, diese 90 Minuten haben nicht bestätigen können, dass sich der Berliner Fußball-Zweitligist unter Trainer Urs Fischer auf dem richtigen Weg befindet, auch wenn die Köpenicker beim 0:0 zum zweiten Mal ohne Gegentor geblieben sind.

„Ich bin schlussendlich mit dem Punkt zufrieden“, sagte Trainer Urs Fischer. Was bleibt ihm auch anderes übrig nach einer offensiv insgesamt ideenlosen Vorstellung. „Es war sehr zerfahren, es kam wenig Spielfluss auf. Trotzdem gab es zum Schluss für beide die eine oder andere Chance“, erklärte Fischer und kam zu der Erkenntnis: „Nach 90 Minuten ist das ein gerechtes Unentschieden für beide.“ Das klingt angesichts des Chancenplus für die Sandhäuser allerdings schon ein wenig geschönt.

Von einem Spektakel, wie es der 1. FC Köln beim 5:3 (2:2) bei St. Pauli abgeliefert und damit die Tabellenführung erfolgreich verteidigt hatte, konnte man sicher nicht ausgehen. Einen knappen Sieg, wie ihn Darmstadt 98 beim 1:0 (1:0) in Heidenheim und dem Sprung auf Platz zwei einfuhr, hatte man bei den Köpenickern aber schon eingeplant. Nicht zuletzt wegen der bis dahin soliden Vorstellungen der eigenen Mannschaft. Doch am vierten Spieltag fehlte den Berlinern die Kaltschnäuzigkeit vor des Gegners Tor. Und in der Defensive hatte Union Torwart Rafal Gikiewicz und das Glück auf seiner Seite.

„Das Unentschieden geht in Ordnung, es war das erwartete Kampfspiel“, sagte auch Unions Kapitän Christopher Trimmel: „Spielerisch hat Sandhausen ganz gut zugestellt.“

Robert Zulj erstmals in der Startformation

Dabei hatte Trainer Fischer erstmals auf Robert Zulj in der Startformation gesetzt. Felix Kroos musste für ihn weichen. Zudem bekam Kenny Prince Redondo den Vorzug vor Akaki Gogia auf der Außenbahn. Doch von dem „vielseitigen und robusten Offensivspieler“, wie Oliver Ruhnert, Unions Geschäftsführer Profifußball, Zugang Zulj angekündigt hatte, war nicht viel zu sehen. Seine beste Aktion hatte er in der 63. Minute bei einem halbherzigen Schuss von der Strafraumgrenze, der für Sandhausen-Torwart Niklas Lomb kein Problem darstellte.

Anders die Sandhäuser, die nach drei Niederlagen zum Saisonstart endlich den ersten Punkt wollten. Max Jansen prüfte Gikiewicz schon nach zwölf Minuten mit einem Distanzschuss. Fünf Minuten später hatte Union Glück, dass Schiedsrichter Timo Gerach (Landau-Queichheim) nicht auf Elfmeter für Sandhausen entschied: Nach einer verunglückten Trimmel Kopfball-Rückgabe erlief Fabian Schleusener den Ball, umkurvte Gikiewicz – und wurde von Florian Hübner mit hartem Bodycheck gebremst. Und nachdem Union-Stürmer Sebastian Andersson nach Fehler des Ex-Unioners Markus Karl den Ball am Tor vorbeigeschoben hatte (31.), hielt Gikiewicz Union per Fußabwehr gegen Kevin Behrens im Spiel (32.).

Prömel schießt aus vier Metern über das Tor

Nachdem sich zu Beginn der zweiten Halbzeit der rote Rauch aus dem Union-Fanblock verzogen hatte – manche werden es nie lernen – brachte Sandhausens Behrens das Kunststück fertig, den Ball freistehend aus neun Metern am Tor vorbeizuschießen. Dem wollte Grischa Prömel in nichts nachstehen. Unions Mittelfeldmann schaffte es, den Ball, der ihm von der Brust von Jesper Verlaat vor die Füße gesprungen war, in Mario-Gomez-Manier aus vier Metern über das Tor zu bugsieren. (81.). Die Partie hatte vor 5517 Zuschauern auch keinen Sieger verdient.

In der Länderspielpause stehen vor Marcel Hartel, den Norweger Julian Ryerson und Lennard Maloney (USA) Reisen zu den Nachwuchs-Nationalteams an. Auf den Rest wartet nach dem Ifa-besuch am Montag das Testspiel gegen die Grasshopper Zürich am Mittwoch (18 Uhr, Alte Försterei). Michael Färber

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