Zweite Liga

Mit Prömel schlägt Unions Herz stark wie nie

Grischa Prömel hat unter Trainer Urs Fischer seinen Platz bei den Köpenickern gefunden. Auch gegen Duisburg will er wieder vorangehen.

Unions Grischa Prömel (Mitte) steht bei Union inzwischen seinen Mann

Unions Grischa Prömel (Mitte) steht bei Union inzwischen seinen Mann

Foto: Juergen Schwarz / Bongarts/Getty Images

Berlin.  Er ist schon eine beachtliche Erscheinung, die da vor einem sitzt. 1,84 Meter groß, athletisches Äußeres, dazu strahlend blaue Augen – wenn man es nicht besser wüsste, könnte man Grischa Prömel auch in der Surferszene verorten. Dass er sich auf Instagram schon mal mit Surfbrett am Strand präsentiert, passt ins Bild.

Ebenso, dass er beim 1. FC Union endlich seinen Platz gefunden hat. Und wie: Im Zentrum verpasste er keine Minute, seit Trainer Urs Fischer beim Fußball-Zweitligisten die Verantwortung trägt. Auch am Freitag gegen Schlusslicht MSV Duisburg (18.30 Uhr, Alte Försterei) sind seine Qualitäten wieder gefragt. Das war nicht immer so seit seinem Wechsel vom Karlsruher SC zu den Köpenickern im Jahr 2017.

Vorige Saison hatte er „nicht so in die Mannschaft gefunden, wie ich es mir vorgestellt hatte“, erzählt Prömel: „Aber jetzt lief die Vorbereitung gut, und ich spiele auf der Position, wo ich mich nach vorn einschalten kann und genauso meine Defensivaufgaben habe. Deswegen finde ich die Position maßgeschneidert für mich.“

Unions Neustart kommt ihm entgegen

Diese Mischung aus defensivem Abräumer und offensivem Antreiber hat den Olympia-Zweiten von Rio 2016 aufblühen lassen. Seine Präsenz in der Zentrale ist nicht zu übersehen, und endlich kommen auch seine fußballerischen Fähigkeiten zum Tragen, die einer Mischung aus Hoffenheimer Fußball-Schule, Talent und hartem Training entspringen.

„Ich bin gesund, fühle mich fit, bekomme viel Spielzeit vom Trainer, es läuft mit der Mannschaft – da habe ich wenig dran auszusetzen“, strahlt Prömel. Wohl wissend, dass ihm Unions Neustart im Sommer mächtig entgegengekommen ist.

Ruhe ist die oberste Pflicht bei den Köpenickern, das hat Trainer Fischer seinen Spielern in der Vorbereitung eingetrichtert. Und mit Manuel Schmiedebach an seiner Seite hat Prömel die Absicherung, die ihm in der Vorsaison oft noch gefehlt hat, um sich vorn einzuschalten. „Es macht schon Spaß, mit ihm auf dem Platz zu stehen. Er sichert mich gut ab und bringt dem Spiel Ruhe“, erklärt Prömel: „Das ist auch im Training so, wenn er etwas sieht, kommt er zu dir und sagt: Die Situation hätte man auch anders lösen können. Das ist schon ganz hilfreich.“

Bislang zwei Tore für Union

Sich selbst charakterisiert er als „Box-to-box-Spieler“, als Akteur zwischen den Strafräumen. Was nicht heißen soll, dass er sich nicht auch in des Gegners Sechzehner wohl fühlt. So wie gegen St. Pauli (4:1), als ihm der Führungstreffer aus fünf Metern und spitzem Winkel gelang.

„Die Position war eigentlich nicht so aussichtsreich, aber ich habe den Ball gut getroffen und er ist reingegangen“, erinnert er sich an seinen ersten Saisontreffer, seinen zweiten für Union überhaupt: „Es gibt eigentlich kaum ein geileres Gefühl, als nach einem Tor mit den Fans zu feiern, die Spieler rennen auf dich zu…“ Der Blick geht kurz ins Leere, so als wolle er diesen Moment noch einmal genießen.

Union kann sich glücklich schätzen, Prömel in ausgezeichneter Form in seinen Reihen zu wissen. „Und er läuft am meisten von uns. Er holt sich vor der Abwehr die zweiten Bälle, versucht, das Zentrum komplett zu schließen. Im Spielaufbau ist er auch immer da. Ich glaube, jetzt ist er wirklich schon so weit, dass er eine wichtige Stütze ist“, sagt Union-Kapitän Christopher Trimmel über den 23-Jährigen, der die Führungsrolle gern annimmt. „Klar versuche ich auch, Verantwortung zu übernehmen, weil das auf meiner Position gefragt ist“, weiß Prömel: „Da ist man in der Mitte vom Platz, im Herzen der Mannschaft.“ Das von Union schlägt derzeit so stark wie nie.