Aluminium, Ordnungszahl 13 im Periodensystem der Elemente, ein silbrig-weißes Leichtmetall, das auch für die Herstellung von Fußballtoren verwendet wird – und seit Sonnabendnachmittag der natürliche Feind des 1. FC Union. Gleich dreimal stand dem Berliner Fußball-Zweitligisten das Torgehäuse im Weg. Erst hämmerte Bobby Wood den Ball nach neun Minuten an die Latte, fünf Minuten später traf der US-Nationalstürmer nur den linken Pfosten. Schließlich war es Stephan Fürstner, der nach dem Wechsel aus 22 Metern voll draufhielt, doch von der Unterkante der Latte sprang das Spielgerät nur ins Feld zurück.
„Es ist schon bitter, dass wir jetzt wieder dastehen und diskutieren, warum wir wieder nicht gewonnen haben“, sagte Maximilian Thiel. So bleibt nach dem 1:1 (1:0) gegen Arminia Bielefeld die Serie ohne Niederlagen auch nach vier Spielen intakt. Doch der so sehr erhoffte Befreiungsschlag, der wichtige Schritt weg von der Abstiegszone, bleibt den Köpenickern verwehrt.
„Das zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Saison“, sagte Benjamin Kessel mit schmerzverzerrtem Gesicht. Der Kapitän hatte Mitte der zweiten Halbzeit einen „fiesen Tritt auf die Achillessehne bekommen. Die Schmerzen strahlen schon bis in die Wade hinein“, erklärte Kessel. Sein Einsatz am kommenden Sonnabend beim SC Freiburg ist fraglich.
Schiedsrichter Jablonski im Fokus
Kessel hatte offenbar wie so viele der 20.314 Fans in der Alten Försterei noch einen Mitschuldigen für den verpassten Sieg gefunden. Zur Leistung von Schiedsrichter Sven Jablonski (Bremen) sagte er nur: „Ich möchte mir eine Strafe ersparen. Ich glaube, der Herr weiß selbst, was er da heute gepfiffen hat.“
Den Unparteiischen als einen Hauptbestandteil für den verpassten zweiten Heimsieg zu nehmen, ist jedoch viel zu einfach. Sascha Lewandowski, Unions Trainer, fand die richtigen Worte bei seiner Analyse: „In der ersten Halbzeit haben wir das richtig gut gemacht, weil wir die richtige Balance zwischen Tempo und variablem Spiel gefunden haben, ohne unruhig zu werden. In der zweiten Halbzeit haben wir nicht mehr so konsequent verteidigt.“
Union war von Beginn an da. Selbstbewusst, ohne sich in der Defensive unnötig zu entblößen. Die Köpenicker wollten zeigen: Die Alte Försterei, das ist unsere Festung, hier gibt es nichts zu holen. „Es hat vieles gestimmt“, sagte Thiel. Im Mittelfeld mit einem umsichtigen wie kämpferisch starken Eroll Zejnullahu. Mit dem Sturmduo Wood und Steven Skrzybski, das läuferisch erneut ein enormes Pensum absolvierte. „Wir haben durch Gegenpressing den Ball gut zurückerobert“, sagte Coach Lewandowski.
Zu inkonsequent im Abschluss
Und es gab Chancen, durch Woods Aluminiumtreffer, durch Damir Kreilachs 16-Meter-Schuss, den Arminia-Torwart Wolfgang Hesl glänzend pariert (36.), und durch einen 25-Meter-Freistoß des Kroaten aufs Tornetz (45.). Doch nur Kessel gelang ein Tor per Abstauber, nach Kopfballvorlage von Kreilach (31.).
Auch nach der Pause, vor allem in der Schlussphase, „haben wir den Kopf oben behalten, ohne mit dem Kopf durch die Wand zu wollen“, sagte Lewandowski, „aber wir waren nicht konsequent genug.“ Neben Fürstners Lattenkracher vergaben erneut Kessel (Kopfball, 68.), Kreilach (Freistoß, 77.), Thiel (Außennetz, 80.) und Wood (rechts vorbei, 80.). Auch deshalb sah sich Bielefelds Trainer Norbert Meier zur Aussage veranlasst: „Wenn man das gesamte Spiel nimmt, müssen wir mit dem Punkt zufrieden sein.“
Zwischen den Zeilen war herauszuhören, dass Meier auch mit einem Sieg geliebäugelt hatte. Nicht zu Unrecht, wie Möglichkeiten durch Fabian Klos (72., 84.) bewiesen. So half der Arminia nur ein Eigentor von Michael Parensen (51.), von dessen Fuß das Spielgerät nach Kopfball von Manuel Hornig ins Tor sprang. Was Union blieb, war ein Remis, was keineswegs golden glänzte, sondern höchstens silbern.





