1. FC Union

Jetzt wird es schmutzig: Schlammschlacht um Ex-Trainer Düwel

Düwel fordert 450.00 Euro vom Verein. Der behauptet, der Ex-Trainer habe sich daneben benommen. Dagegen geht Düwel strafrechtlich vor.

Norbert Düwel wurde am 31. August als Trainer des 1. FC Union entlassen

Norbert Düwel wurde am 31. August als Trainer des 1. FC Union entlassen

Foto: Eibner-Pressefoto / picture alliance / Eibner-Presse

Berlin.  Der 1. FC Union und dessen Ex-Trainer Norbert Düwel sehen sich vor dem Arbeitsgericht wieder. Der letzte Versuch für eine einvernehmliche Lösung ist am Freitag bei einem Gütetermin gescheitert.

Düwel klagt gegen die Kündigung seines bis Ende Juni 2017 laufenden Vertrages, die am 31. August nach dem fünften Spieltag der laufenden Saison ausgesprochen wurde, und fordert 450.000 Euro Entschädigung vom Berliner Fußball-Zweitligisten. Eine vertragsbedingte Abfindung in Höhe von 80.000 Euro wurde bereits von Union gezahlt.

Düwel besteht auf einer Fortzahlung seines Gehalts bis Vertragsende, Union hatte dem Trainer eine Weiterzahlung der Bezüge bis Ende dieser Saison angeboten, inklusive Prämien. „Herr Düwel hat sich mehr vorgestellt, das ist in unseren Augen jedoch nicht sachgerecht“, sagte Union-Anwalt Michael Müller.

„Herr Düwel wird sich nicht erpressen lassen“

Rechtsanwältin Leonie Frank, die Düwel beim Gütetermin am Freitag vertrat, warf dem Klub vor, in einem erst am Donnerstag erhaltenen Schreiben „verhaltens- und personenbezogene Gründe“ für die Kündigung angeführt zu haben: „Das hat mich überrascht, denn im Schlichtungsverfahren war dies noch kein Thema.“

Bis dahin galt das Verfehlen sportlicher Ziele als Grund für die Entlassung. Die Gefährdung dieser Ziele seien jedoch nicht ausschließlich am sportlichen Misserfolg, sondern auch im Verhalten des Trainers zu suchen, so Union-Anwalt Müller.

Düwels Anwältin Frank machte hingegen deutlich, dass ihr Mandant dem strafrechtlich nachgehen werde. „Herr Düwel wird sich nicht erpressen lassen, er hat sich nichts vorzuwerfen“, sagte Frank.

Stinkefinger-Affäre endete mit Abmahnung

Unstrittig ist, dass Düwels Verhalten mit dem Zeigen des Mittelfingers nach dem Spiel gegen 1860 München in Richtung Zuschauertribüne Ende November 2014 unangebracht war. Hierfür soll es eine Abmahnung von Klub gegeben haben.

Die „Stinkefinger-Affäre“ als alleinigen Kündigungsgrund knapp ein Jahr später anzuführen, ist jedoch kaum möglich. Union-Geschäftsführer Oskar Kosche sprach deshalb von „weiteren Vorfällen“, die bislang nicht angeführt wurden, um Düwel nicht weiter zu diskreditieren.

Andreas Rook, Richter am Arbeitsgericht, blieb somit nichts anderes übrig, als für 9. März 2016 einen Kammertermin anzusetzen. Union wird dann Beweismittel für die Wirksamkeit der Kündigung liefern müssen. Das Gericht hat zudem das persönliche Erscheinen von Düwel und von Union-Präsident Dirk Zingler angeordnet.