Bundesliga

Nächste Runde vor Gericht zwischen Fiedler und Hertha

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Uwe Bremer

Foto: Oliver Mehlis / picture alliance / dpa

Im Rechtsstreit zwischen dem Bundesligaklub und seinem ehemaligen Torwarttrainer, der im Mai nach 22 Jahren im Verein entlassen wurde, geht es vor allem um eines: eine hohe Abfindung für Fiedler.

22 Jahre lang war es eine intensive Arbeitsbeziehung. Am Mittwoch trifft man sich bereits zum zweiten Mal vor Gericht. Um 12 Uhr wird vor dem Arbeitsgericht Berlin in der Angelegenheit Christian Fiedler gegen Hertha BSC verhandelt. Der Fußball-Bundesligist hatte die Zusammenarbeit mit Torwarttrainer Fiedler, 38, Ende Mai auf Wunsch von Cheftrainer Jos Luhukay beendet.

Der Coach hatte gesagt: „Ich nehme das auf meine Kappe. Unsere Torwarte haben noch Entwicklungspotenzial.“ Deshalb hat Hertha im Juni Richard Golz als neuen Torwarttrainer verpflichtet.

Bei einem Gütetermin am 12. Juli hatte Martin Heyl, der Vorsitzende Richter der Kammer, beiden Seiten nahe gelegt, eine außergerichtliche Einigung zu erreichen. In einem ersten Schritt hatte Hertha BSC Fiedler damals eine Angebot über 100.000 Euro gemacht. Das war von den Anwälten Fiedlers jedoch abgelehnt worden mit der Begründung: Es gehe dem Mandanten nicht ums Geld, er klage auf Wiedereinstellung.


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Es entspricht den Gepflogenheiten eines solchen Falles, dass die Anwälte unter Anwesenheit eines Mediators miteinander gesprochen haben. Da aber keine Einigung erreicht wurde, wird nun erstinstanzlich verhandelt. Der Richter hatte für diesen Fall gesagt, dass er einen Hertha-Geschäftsführer im Gerichtssaal haben möchte, der sich zu der Personalie äußern kann.

Manager Michael Preetz, einer von drei Geschäftsführern (dazu Finanzchef Ingo Schiller, Geschäftsstellenleiter Thomas E. Herrich) sagte, dass niemand der drei erscheinen werde. „Unser Anwalt ist vor Ort.“

Dort wird Hertha erklären müssen, was bisher unterblieben ist: Gründe für die Kündigung. Das Arbeitsrecht kennt drei Kategorien: personenbedingte Kündigungen, verhaltensbedingte und betriebsbedingte. Offensichtlich scheint, dass sich der Verein bei der Kündigungsfrist vertan hat. Hertha war bei der Zustellung der ordentlichen Kündigung Ende Mai wohl von einer Frist für dessen vierjährige Tätigkeit als Torwarttrainer ausgegangen.

Richter Heyl hatte aber bereits beim Gütetermin darauf hingewiesen, dass Fiedler seit dem 1. Juli 1991 ununterbrochen bei Hertha beschäftigt war. Zunächst als Torwart (137 Bundesliga-, 97 Zweitliga-Einsätze) und seit 2009 als Torwarttrainer. Entsprechend gelte eine längere Kündigungsfrist. Beobachter gehen davon aus, dass Fiedler nicht wieder bei Hertha BSC arbeiten wird. Sondern dass es vor Gericht um die Höhe der Abfindung geht.