Arbeitsrichter

Fiedler lehnt Herthas Angebot über 100.000 Euro ab

Christian Fiedler klagt gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber Hertha BSC auf Wiedereinstellung. Zum Auftakt vor dem Arbeitsgericht kamen nur die Anwälte. Beim nächsten Mal müsste das anders sein.

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Ohne Einigung ist der Gütetermin vor dem Arbeitsgericht Berlin in der Angelegenheit Christian Fiedler gegen Hertha BSC geblieben. Deshalb setzte der Vorsitzende Richter der Kammer, Martin Heyl, nach nur vier Minuten eine erstinstanzliche Verhandlung am 2. Oktober 2013 vor dem Arbeitsgericht fest.

Dort müssen dann Fiedler (38) und ein Geschäftsführer von Hertha BSC, also entweder Michael Preetz oder Ingo Schiller oder Thomas E. Herrich, persönlich erscheinen. Bei dem Gütetermin am Freitag hatten sich beide Seiten durch Anwälte vertreten lassen.

Der Vorsitzende Richter führte aus, dass das Arbeitsrecht auch für Fußballprofis gelte. Da als Diensteintrittsdatum von Fiedler der 1. Juli 1991 vermerkt sei und er ununterbrochen beim Fußball-Bundesligisten angestellt war, gelten die entsprechenden Kündigungsfristen.

Die Hertha-Seite macht den Eindruck, als habe der Verein einen Fehler bei der Kündigungsfrist begangen. Bei der Zustellung der ordentlichen Kündigung an Christian Fiedler Ende Mai ist der Klub wohl von einer Frist für dessen vierjährige Tätigkeit als Torwarttrainer ausgegangen. Nicht aber von der längeren Frist, zählt man die 18 Jahre als Profi dazu.

„Herr Fiedler klagt auf Wiedereinstellung“

Hertha-Anwalt Marc Steffek sagte, der Verein habe Fiedler rund 100.000 Euro angeboten, um die Angelegenheit vom Tisch zu bekommen. Doch habe die Gegenseite das Angebot abgelehnt. Fiedler-Anwalt Grüter erwiderte, seinem Mandanten gehe es nicht um Geld. „Herr Fiedler klagt auf Wiedereinstellung.“

Hertha hatte die Zusammenarbeit mit Fiedler Ende Mai 2013 auf Wunsch von Cheftrainer Jos Luhukay beendet. Der Coach hatte gesagt: „Ich nehme das auf meine Kappe. Unsere Torwarte haben noch Entwicklungspotenzial.“ Deshalb hat Hertha Anfang Juni Richard Golz als neuen Torwarttrainer verpflichtet.

Somit steht der Verhandlungstermin 2. Oktober 2013, wo vor dem Arbeitsgericht verhandelt wird. Da wird Hertha anführen müssen, was bislang unterblieben ist: die Gründe für die Kündigung von Fiedler. Das Arbeitsrecht kennt drei Kategorien: Personenbedingte Kündigungen, verhaltensbedingte oder betriebsbedingte.

Da im Fall Fiedler weder der erste noch der dritte Grund zutrifft, würde Hertha sich wohl über das Verhalten des ehemaligen Angestellten äußern. Es sei denn, der Gang vor Gericht wird überflüssig. Richter Heyl legte beiden Parteien nahe, sich außergerichtlich zu einigen.

Die Bundesliga-Profis von Hertha treten heute zum Test gegen Drittligist RB Leipzig an. Gespielt wird im Paul-Greifzu-Stadion in Dessau (15 Uhr). Hertha spendet seine Antrittsgage von 20.000 Euro dem Sportbund Berlin-Brandenburg.