So anstrengend die vorangegangen 60 Handballminuten auch gewesen waren, wirkte es beinahe so, als würden die deutschen Nationalspieler anschließend auf Wolken schweben. Die Schritte in der einen Ecke der Jyske Bank Boxen von Herning, wo sie nach getaner Arbeit das Feld verlassen und auf dem Weg in die Kabine über kritische Szenen und große Emotionen reden, wirkten auch bei Juri Knorr wesentlich leichter als in den Tagen zuvor. Der angestaute Ärger über die Pleite gegen Serbien, das drohende EM-Aus und die Kritik an Bundestrainer Alfred Gislason hatten auch beim 25-Jährigen Spuren hinterlassen. „Das Beste ist das Gefühl, dass man am nächsten Tag mit seinem Trainer spricht und dem das völlig egal ist“, sagte Knorr über die Reaktion Gíslasons auf seine Schelte nach dem zweiten Vorrundenspiel.
Handball-Star Knorr lobt Trainer-Umgang mit der Kritik
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Nach dem 34:32 über Spanien, das genauso wie die Schützenhilfe der Österreicher zum Einzug mit 2:0 Punkten in die zweite Gruppenphase dieser Europameisterschaft führte, sprach Juri Knorr über die vergangenen Tage. „Wir brauchen viele Emotionen“, sagte der Rückraumspieler des dänischen Topteams Aalborg HB. Die hatte Knorr gezeigt, indem er nach dem Serbien-Schock moniert hatte: „Natürlich brodelt es in einem auf der Bank, wenn man da draußen sitzt und nicht helfen kann.“ Nach guter erster Halbzeit hatte Gislason ihn auf der Bank schmoren lassen im zweiten Durchgang, generell prangerte Knorr die Verteilung der Spielzeit und taktische Maßnahmen an: „Wir werden es nicht alleine schaffen. Wir werden es nicht schaffen, wenn Leute 60 Minuten durchspielen.“

Am Tag nach der Serbien-Partie und vor dem Do-or-die-Spiel hatte Gislason gesagt, er hätte die Kritik seines Spielmachers überhaupt nicht mitbekommen, wisse nicht, was dieser bemängelt hätte. Knorr berichtete nun nach dem erleichternden Gruppenabschluss von der Aufarbeitung zwischen dem Bundestrainer und seinem Star: „Ich habe bei Alfred eine andere Lockerheit erlebt. Ich finde es hervorragend, dass er nichts persönlich nimmt, kein großes Ego in der Hinsicht hat. Für ihn steht der Erfolg über allem. Er will ja auch, dass wir reden und sprechen.“ Aus der Kritik wurde nunmehr ein Lob, denn: „Diese Lockerheit hat sich vielleicht auf uns übertragen.“
Gislason nach EM-Weiterkommen über Knorr: „Überhaupt kein Problem mit ihm“
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Auch der 66 Jahre alte Isländer zeigte sich entspannt. Natürlich über das Weiterkommen, mit dem eine noch nie dagewesene Blamage verhindert wurde. Aber auch über die Zusammenarbeit mit Juri Knorr. „Ich habe überhaupt kein Problem mit ihm. Wir sprechen uns regelmäßig aus.“ Gislason weiter: „Alle werden gefordert, ihre Meinung zu sagen. Das war nie ein Problem. Wir haben es sehr gut geschafft, den Druck von der Mannschaft wegzunehmen.“ Auch die Handball-Legenden Stefan Kretzschmar, Pascal Hens und Michael Kraus hatten teils harte Worte gegen Gislason gewählt. Deren Fazit dürfte nun auch anders ausfallen.







