Basketball

Mit einem Sieg gegen Bonn kann Alba sich Play-off sichern

Zuletzt bestimmten Kritik an Geschäftsführer Baldi und die schleppenden Verhandlungen über einen neuen Vertrag für Yassin Idbihi die Schlagzeilen. Nun will sich Alba wieder auf den Sport konzentrieren.

Foto: Joern Pollex / Bongarts/Getty Images

Eines immerhin kann Alba Berlin am Mittwoch (20 Uhr, O2 World, HIER im Liveticker der Berliner Morgenpost) gegen die Telekom Baskets Bonn perfekt machen: den Einzug ins Play-off um die deutsche Basketball-Meisterschaft.

So wie jedes Jahr seit 1991, seitdem der Verein seinen Namen trägt. Allerdings diesmal erst vier Spieltage vor Ende der Punkterunde, was schon zeigt, dass die Saison eine komplizierte ist.

Es geht für die Berliner auch gar nicht mehr darum, sich eine erstklassige Situation zu verschaffen vor den wichtigsten Wochen des Jahres. Bestenfalls ist noch Platz vier drin für den aktuellen Tabellenfünften, dafür müsste aber nicht nur gegen Bonn, sondern auch danach in Bamberg sowie daheim gegen Trier und Bayreuth gewonnen werden.

Von Kontinuität weit entfernt

Das wären dann einschließlich des 82:81 am vergangenen Sonnabend gegen den Mitteldeutschen BC fünf Siege am Stück. Eine derartige Serie hat Alba in der Bundesliga erst einmal in dieser Saison hingelegt, im November und Dezember, als die Berliner sogar achtmal in Folge ungeschlagen blieben und kurzzeitig Rang eins eroberten.

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Von jener Kontinuität allerdings ist die Mannschaft von Trainer Sasa Obradovic momentan meilenweit entfernt. Außerdem müsste der Tabellenvierte Bayern München noch mindestens ein Spiel verlieren, damit es klappt. „Wir haben es nicht mehr selbst in der Hand“, sagt Alba-Geschäftsführer Marco Baldi, „aber wir sollten auf uns schauen und unseren Part beitragen.“

„Wir sind eine verschworene Gemeinschaft“

Dazu würde gehören, dass innerhalb des Vereins konzentrierte Ruhe Einzug hält. Durch öffentlich ausgetragene Unzufriedenheit über Yassin Idbihis sich dahinschleppende Vertragsverhandlungen seitens des Managements und die Kritik von Spielmacher Heiko Schaffartzik an Baldis Führungsstil waren zuletzt die Schlagzeilen bestimmt. Es läuft nicht alles so rosarot bei Alba, wie es nach außen hin gern dargestellt wird.

Wenigstens scheinen alle Beteiligten eingesehen zu haben, dass es niemandem hilft, diese Themen über die Medien zu besprechen. Nicht jetzt. Ab sofort werden sie intern besprochen. In der Mannschaft selbst, sagt Center Idbihi, gebe es ohnehin keine Probleme: „Wir sind eine verschworene Gemeinschaft.“ Auch Obradovic erklärt, nichts von einer schlechten Atmosphäre im Team bemerkt zu haben: „Sonst würde ich reagieren.“ Die zuletzt fehlenden Zach Morley und Nihad Djedovic sind zudem wieder einsatzbereit.

Beste Vorbereitung auf entscheidende Saisonphase

Das sind doch eigentlich gute Voraussetzungen, für die entscheidende Saisonphase Fahrt aufzunehmen. Ob Platz vier noch zu erreichen ist, darüber fällt laut Obradovic „eine Prognose schwer. Wir müssen besser spielen, dann steigen unsere Chancen.“ Der Serbe hofft, dass durch die Konzentration auf nationale Aufgaben Albas Schlagkraft zunimmt. Zu sehr habe die Reiserei durch Europa geschlaucht. Zu wenig habe er die Mannschaft auf den Gegner vorbereiten können. Er hofft, dass sein Team jetzt ein anderes Gesicht zeigen wird: „Wir werden bereit sein.“

Baldi sieht in den verbleibenden Spielen bis zum Play-off die beste Vorbereitung darauf. Für alle gehe es noch um etwas: den Abstieg zu verhindern oder sich seinen Platz unter den besten Acht zu sichern. Als hätte das Play-off bereits begonnen. Schon lange nicht war die Bundesliga so offen, nach oben wie nach unten. „Wichtig ist, dass wir die Härte, dieses unbedingte Wollen entwickeln, das im Play-off gefragt ist.“

Klarer Meisterschaftsfavorit ist nicht auszumachen

Dort werden die Karten ohnehin neu gemischt. Denn bis auf die derzeit sehr konstant spielenden Baskets Oldenburg, die durch zehn Siege in den vergangenen elf Spielen auf Platz zwei der Tabelle geklettert sind, haben alle Mannschaften mit heftigen Formschwankungen zu kämpfen. Es fällt schwer, einen klaren Favoriten auszumachen. So gesehen, wäre es nicht verkehrt, jetzt erst einmal den Play-off-Platz sicher zu haben.

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