Basketball

Traoré bewahrt Alba nur knapp vor der nächsten Pleite

Alba hat gegen den Bundesliga-Elften Weißenfels einen Pflichtsieg erzielt - mit 82:81 einen sehr knappen, sechs Sekunden vor Schluss. Damit behalten sie die Chance, als Vierter ins Play-off zu gehen.

Alba Berlin hat gegen den Bundesliga-Elften Weißenfels einen Pflichtsieg erzielt - mit 82:81 einen sehr knappen, sechs Sekunden vor Schluss. Betrachtungen zur Partie im Fantalk der Morgenpost.

Video: BMO
Beschreibung anzeigen

Ali Traoré strahlte übers ganze Gesicht. „Heute hat es noch einmal geklappt, aber so geht’s nicht in jedem Spiel“, meinte der Center von Alba Berlin. Sechs Sekunden vor Schluss hatte der französische Basketballprofi den Siegkorb zum 82:81 (35:37) gegen den Mitteldeutschen Basketballclub erzielt.

Es war die erste Führung der Gastgeber seit der 25. Minute. Die Berliner, bei denen DaShaun Wood mit 22 Punkten vor Traoré (16) bester Werfer war, erhielten sich die Chance, als Vierter ins Play-off zu gehen. Zufrieden konnten sie jedoch nicht sein. „Wir haben zu viele taktische Fehler gemacht und nicht immer intensiv genug gespielt“, kritisierte Alba-Trainer Sasa Obradovic.

Es zeigte sich aber auch, dass Alba gut beraten ist, acht ausländische Spieler unter Vertrag zu haben, auch wenn im Gegensatz zur Europaliga in der Bundesliga lediglich sechs eingesetzt werden dürfen. Da Zach Morley (Sehnenentzündung am Fuß) und Nihad Djedovic (Zahn-OP) ausfielen, gehörten Derrick Byars und Albert Miralles zum Kader. Neben diesen beiden stand überraschend auch Sebastian Fülle in der Startaufstellung.

Schaffartzik mit starkem Auftritt

Die Augen von vielen der 10.666 Zuschauer waren auf Heiko Schaffartzik gerichtet. Nicht unbedingt, weil der 29-Jährige gestern sein 150. Spiel im Trikot der Berliner bestritt. Am Donnerstag hatte er sich mit einigen markigen Aussagen mit der Klubführung angelegt, speziell Geschäftsführer Marco Baldi und Sportdirektor Mithat Demirel. Auf das Parkett kam der Spielmacher nach vier Minuten. Und er gehörte zu den Besseren im Team, das sich sehr schwertat. Oft musste es einem Rückstand hinterherlaufen. Der sehr mutig spielende MBC versenkte bis zur Pause sechs Dreier (insgesamt zwölf), wobei auch die Berliner bis zu diesem Zeitpunkt fünfmal (dreimal davon Schaffartzik) aus der Distanz erfolgreich waren, insgesamt zehnmal. In der Abwehr war Alba nicht konsequent genug, im Angriff wurden viele Wurfchancen vergeben. Ein Dreier von Schaffartzik, der insgesamt auf 13 Zähler kam, besorgte den Halbzeitstand von 35:37.

Alba wirkte verunsichert, allen voran Yassin Idbihi, um dessen potenzielle Vertragsverlängerung es zuletzt ja auch einigen Wirbel gegeben hatte. Obradovic stellte offen fest: „Die ganzen Sachen, die in den letzten Tagen in den Zeitungen standen, haben die Mannschaft auch etwas destabilisiert.“ Aus einem 40:37 wurde ein 55:62 (28.), natürlich durch einen MBC-Dreier. Alba wirkte kurz wie paralysiert. Aber der Kampfgeist der Berliner Mannschaft kam zurück, drei Punkte Rückstand (62:65) waren es zehn Minuten vor Ende.

Vier Minuten waren noch zu spielen, als die Berliner 71:76 zurücklagen. Aber Alba gab unter dem Jubel der Fans nicht auf. Nach Traorés Wurf begann das große Zittern. Der MBC hatte noch einmal den Ball, kam sogar frei zum Korbleger, aber Djordje Pantelic vergab. Alba Berlin war noch einmal davongekommen.

Der aktuelle Spielplan von Alba Berlin