Basketball

Bei Alba herrscht jetzt wieder Ruhe nach dem Sturm

Beim Basketball-Bundesligisten will man sich künftig voll und ganz auf das Sportliche konzentrieren. Dissonanzen sollen nur noch intern geklärt und nicht mehr öffentlich ausgetragen werden.

Foto: Stuart Franklin / Bongarts/Getty Images

Der glückliche 82:81-Erfolg von Alba Berlin gegen den Mitteldeutschen BC war schnell abgehakt. Es ging anschließend kaum noch um ein Spiel, das, so Alba-Geschäftsführer Marco Baldi, „schön für die Zuschauer war, Trainer und andere aber zehn Jahre altern ließ“. Die Berliner hatten Glück gehabt und einen Ali Traoré, dem sechs Sekunden vor Schluss der entscheidende Korb gelang.

Spieler, Trainer und Geschäftsführer wurden danach eher nach dem gefragt, was Baldi „Nebengeräusche“ nennt. Ob ein lautstarker Disput zwischen Spielmacher DaShaun Wood und Trainer Sasa Obradovic im Training, in der Öffentlichkeit ausgetragene Dissonanzen wegen der potenziellen Vertragsverlängerung von Yassin Idbihi sowie Heiko Schaffartziks Schützenhilfe für den Kollegen, verbunden mit Angriffen gegen Baldi und Sportdirektor Mithat Demirel – von prima Klima beim Basketball-Pokalsieger konnte zuletzt keine Rede sein. Die Schlagzeilen wurden weniger vom Sportlichen bestimmt als von Dingen, die abseits des Parketts passierten.

Thema Schaffartzik ist „öffentlich abgehakt“

Jetzt scheint Ruhe erste Alba-Pflicht zu sein. „Alle sollen sich auf Basketball konzentrieren“, fordert Obradovic und liegt hier auf einer Wellenlänge mit Traoré: „Wir müssen zusammenstehen, es ist jetzt nicht die Zeit für solche Dinge.“ Idbihi hat sich sowieso ein Schweigegelübde auferlegt, beantwortet nur Fragen rund ums Sportliche: „Alles andere lenkt mich nur ab.“ Schaffartzik war nach der Partie gegen den MBC gleich verschwunden, und Baldi sagt mit Blick auf die Auseinandersetzung mit dem deutschen Nationalspieler: „Für mich ist das Thema öffentlich abgehakt.“

Was nun nicht heißen soll, dass die ganze Sache ohne jegliche Konsequenzen für den Spieler erledigt ist. Schaffartzik dürfte eine Geldstrafe drohen. „Intern gibt es gewisse Regularien“, sagt Baldi. Man könne davon ausgehen, dass diese angewendet würden. „Wir stehen als Klub nicht im Verdacht, dass sich Spieler alles erlauben können.“ Aber, wie gesagt, alles werde intern bleiben. So ist zumindest der Plan.

Trainer sieht keinen Diskussionsbedarf

Es lässt sich nur darüber spekulieren, wie die momentanen sportlichen Leistungen von Alba und die atmosphärischen Störungen sich gegenseitig bedingen. Obradovic denkt, dass die in den Medien beschriebenen Nebenschauplätze „zu den vielen kleinen Dingen gehören, die insgesamt dazu führen, dass es nicht so klappt“. Er sieht das Team dadurch „etwas destabilisiert“. Eine besondere Mannschaftsbesprechung darüber habe es jedoch nicht gegeben: „Es gibt keinen Grund, darüber zu diskutieren.“ Wichtig sei, dass nichts „außerhalb des Hauses“ getragen werde.

Entgangen ist ihm nicht, dass speziell Idbihi total verunsichert wirkt. In der Vergangenheit hat der Coach oft die Wichtigkeit des Centers fürs Team hervorgehoben. „Es ist hart für ihn“, meint Obradovic. Doch für Idbihi wie für jeden in der Mannschaft gelte: „Man muss hundert Prozent Fokus auf das Spiel haben, nur so können wir erfolgreich sein.“

Am Mittwoch Spiel gegen Telekom Baskets Bonn

Es geht in die entscheidende Saisonphase, am Mittwoch gegen Bonn (20 Uhr, O2 World) steht die viertletzte Partie vor dem Play-off an. Rang vier ist für den Fünften Alba noch möglich. Aber eben nur, wenn es ein bedingungsloses Miteinander gibt. Da muss egal sein, wer mit wem kann oder nicht. Ob der Trainer auf einen Spieler besonders sauer ist oder ob Spieler glauben, dass zu hart trainiert wird. Aus seiner subjektiven Sicht wird jeder Einzelne bestimmt gute Argumente für seine Meinung haben.

Ein Plakat der Fans am Sonnabend in der Halle brachte es auf den Punkt: „United we stand, divided we fall.“

Der aktuelle Spielplan von Alba Berlin