Wer aktuell ein Haus bauen oder eine Immobilie kaufen will, muss mit steigenden Bauzinsen rechnen. Denn der Iran-Krieg treibt nicht nur die Energie- und Finanzmärkte um – er verteuert auch Baufinanzierungen in Deutschland. Die wachsende Unsicherheit an den Märkten lässt die Kreditkosten steigen. Für Kaufinteressierte stellt sich damit eine entscheidende Frage: Jetzt schnell die Finanzierung sichern – oder abwarten?

Viele Experten haben dazu eine klare Haltung und raten eher zum Handeln als zum Warten. Weitere Zinssprünge seien im aktuellen Umfeld nicht ausgeschlossen, so die Prognose. Wer einfach so das erstbeste Angebot nimmt, verliert ohne die passende Strategie aber dennoch Geld. Was Kreditnehmer jetzt beachten sollten.

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Bauzinsen ziehen an: Iran-Krieg treibt Kosten für Immobilienkredite

Der Iran-Krieg schürt die Sorge vor höheren Energiepreisen und neuer Inflation. Wenn Anleger damit rechnen, dass die Europäische Zentralbank die Leitzinsen länger hoch hält oder sogar anheben muss – wie es bei steigender Inflation üblich ist –, verlangen sie mehr Rendite für ihre langfristigen Anlagen. Das macht die Refinanzierung von Krediten teurer für die Banken und treibt die Bauzinsen oft in die Höhe.

Wie deutlich das bereits zu spüren ist, zeigt eine Auswertung der Frankfurter FMH-Finanzberatung unter 207 Anbietern, darunter auch Kreditvermittlern. Demnach liegen die Effektivzinsen für zehnjährige Immobilienkredite im Schnitt bei 4,01 Prozent. Grundlage ist eine Beispielrechnung für eine 500.000 Euro teure Immobilie bei 90 Prozent Beleihung. Die Kosten für die Grundschuld sind in der Rechnung bereits enthalten.

Eine Sparerin vergleicht Konditionen
Die Konditionen bei Banken gehen teils deutlich auseinander. © Getty Images | damircudic

Mehrere Banken hätten die Bauzinsen zuletzt angehoben, heißt es von FMH. Zum Vergleich: Ende 2025 hatten sie mit im Schnitt 3,9 Prozent für zehnjährige Kredite den vorläufig höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren erreicht. Bei Immobilienfinanzierungen über mehrere Hunderttausend Euro können sich schon minimale Veränderungen auf die monatliche Rate oder die Finanzierung auswirken.

Hinzu kommt der uneinheitliche Markt: Laut FMH liegt die Spanne zwischen dem günstigsten (3,44 Prozent) und dem teuersten (4,99 Prozent) Angebot bei zehnjährigen Darlehen derzeit bei 1,55 Prozentpunkten. Das ermöglicht Kreditnehmern Einsparungen im fünfstelligen Bereich. Ein gründlicher Vergleich lohnt sich jetzt besonders. Das zeigen auch die Zinsprognosen der Profis.

Bauzinsen schwanken: Iran-Krieg sorgt für Unsicherheit am Markt

Marktbeobachter rechnen derzeit nicht mit einer völlig unkontrollierten Entwicklung, sehen aber ein fragiles Umfeld. Kapitalmarktexperte Rainer Eichwede von der Bausparkasse Schwäbisch Hall beschreibt die jüngste Bewegung gegenüber unserer Redaktion als kurzfristigen Anstieg, der teilweise schon wieder zurückgenommen wurde. Entscheidend sei, ob der Iran-Krieg begrenzt bleibe – oder länger anhalte und Energiepreise und Lieferketten stärker belaste.

Bleibt die Lage einigermaßen stabil, könnten sich die Bauzinsen laut Eichwede im weiteren Jahresverlauf in einer Spanne von etwa 3,6 bis 4,0 Prozent bewegen. Eskaliert die Lage dagegen oder dauert der Krieg länger an, wächst das Risiko einer Stagflation – also einer Mischung aus hoher Inflation und schwachem Wirtschaftswachstum. Dann dürften auch die Bauzinsen weiter steigen. „Ob es tatsächlich dazu kommt, ist derzeit offen“, so Eichwede. Er geht derzeit davon aus, dass der Konflikt regional begrenzt bleibt.

Ähnlich argumentiert der Kreditvermittler Interhyp. Die Experten beschreiben das aktuelle Niveau von rund 3,8 Prozent für zehnjährige Darlehen als mögliches Zwischentief. In der monatlichen Umfrage unter Banken rechnen rund zwei Drittel (etwa 67 Prozent) der befragten Experten mittel- bis langfristig mit steigenden Bauzinsen. Wer aktuell plant, zu kaufen oder zu bauen, sollte die Finanzierung daher strukturiert vorbereiten.

Ein Paar zieht in ein neues Haus ein
Viele träumen von einer Immobilie. Allerdings sollten Kreditnehmer bei der Finanzierung nicht überstürzt handeln und Kosten genau kalkulieren. (Symbolfoto)© Getty Images | RyanJLane

Immobilienkauf trotz steigender Zinsen? Hier herrscht Uneinigkeit unter Profis

Entscheidend ist bei aktuellen Finanzierungen nicht nur der Zeitpunkt des Abschlusses, sondern auch die Frage, wie sich Käufer gegen weitere Ausschläge absichern. Die Stoßrichtung unter Experten ist klar: Wer finanzieren muss, sollte besser jetzt handeln. Doch bei der Frage nach dem Wie gehen die Einschätzungen auseinander.

Das zeigt sich etwa bei der passenden Zinsbindung: Interhyp rät Kreditnehmern etwa dazu, sich das aktuelle Niveau mit längeren Zinsbindungen zu sichern und sich so gegen weitere Sprünge abzusichern. Eichwede hält es dagegen für sinnvoll, die Lage zu beobachten und je nach Fall auch kürzere Zinsbindungen zu prüfen. Seine Begründung: Kapitalmärkte reagierten aufgrund von geopolitischen Krisen oft heftig, aber häufig nicht von Dauer. Sollte sich die Lage im Nahen Osten also wieder entspannen, könnten auch die Bauzinsen zumindest vorübergehend etwas nachgeben.

Wichtig für Kreditnehmer bleiben drei Punkte:

  1. Vergleichen Sie mehrere Angebote, statt nur bei der Hausbank anzufragen. Die Zinsunterschiede am Markt sind derzeit groß. In unserem Zins-Radar verfolgen wir die neuesten Konditionsänderungen der Banken.
  2. Wählen Sie die Zinsbindung passend zu Ihrer Risikolage. Wer vor allem Planungssicherheit braucht, fährt mit einer längeren Bindung oft besser.
  3. Bereiten Sie alle Unterlagen frühzeitig vor. So sind Sie bei einem passenden Objekt sofort handlungsfähig.

Wer heute baut oder kauft, braucht vor allem einen Finanzierungsplan. Gerade weil die Bauzinsen anfällig für Krisen und Marktstimmungen bleiben, lohnen sich ein gründlicher Vergleich und eine gute Vorbereitung. Einen Überblick über passende Angebote und Konditionen bietet unser Baufinanzierungs-Vergleich.

Quellen:

Marktkommentar von Rainer Eichwede, Bausparkasse Schwäbisch Hall, im März 2026

Iran-Krieg treibt Bauzinsen über Vier-Prozent-Marke über DPA-Agentur im März 2026

Interhyp-Zinsupdate: Zwischentief bei Bauzinsen – Inflationsangst treibt Renditen, in: Interhyp. Zuletzt abgerufen am 16.03.2026