Was sagt der Nominalzins über einen Kredit aus – und wie unterscheidet er sich vom Effektivzins? Wer eine Baufinanzierung plant, sollte diese Begriffe kennen und unterschieden können. Was die Kennzahlen bedeuten, wie sie berechnet werden und wie sie die Monatsrate beeinflussen.
Nominalzins einfach erklärt – Definition und Bedeutung
Der Nominalzins – auch Sollzins genannt – gibt an, wie viel Zinsen Kreditnehmer pro Jahr für ihren geliehenen Betrag zahlen müssen. Er beschreibt also die reine Kreditverzinsung ohne zusätzliche Gebühren oder Nebenkosten und wird als Prozentsatz auf den Nettodarlehensbetrag angegeben. Der Nominalzins bildet damit die Grundlage für die monatliche Zinsbelastung und ist der reine Zinssatz auf die geliehene Kreditsumme.
Wichtig: Der Nominalzins gibt nur einen groben Überblick über die Kreditkosten. Beim Vergleich von Baukrediten sollten Kreditinteressierte bestenfalls den Effektivzins betrachten, der alle jährlichen Kreditkosten umfasst. Kaufnebenkosten, wie Notargebühren, Grunderwerbsteuer oder Maklerprovision, sind im Effektivzins nicht enthalten und kommen zusätzlich zu den Ausgaben hinzu. Je nach Region und Objekt können sie zehn bis zwölf Prozent des Immobilienpreises ausmachen.
Bitte beachten:
Aktien, Immobilien und andere Investments sind grundsätzlich mit einem Risiko verbunden. Auch ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals kann nicht ausgeschlossen werden. Ebenso können Kredite eine erhebliche finanzielle Belastung darstellen. Verbraucher sollten ihre finanzielle Situation sorgfältig prüfen und alle Kosten gründlich durchrechnen. Die veröffentlichten Artikel, Daten und Prognosen sind keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Rechten und ersetzen keine fachliche Beratung.
Nominalzins versus Effektivzins erklärt: Warum ist der Effektivzins höher?
Der Effektivzins zeigt im Vergleich zum Nominalzins, wie teuer ein Kredit tatsächlich pro Jahr ist. Er umfasst neben dem Nominalzins auch Kosten wie Bearbeitungsgebühren oder Auszahlungskosten und wird ebenfalls in Prozent pro Jahr (p. a.) angegeben. Aus diesem Grund liegt der Effektivzins fast immer über dem Nominalzins. Nur er macht einen genauen Vergleich der Bauzinsen möglich – sofern Tilgung, Laufzeit und Zinsbindung identisch sind.
Wie wird der Nominalzins berechnet?
Die Berechnungsformel für den Nominalzins lautet:
- Nominalzins = (Zinskosten pro Jahr × 100) ÷ Darlehenssumme
Bei einem Kredit über 80.000 Euro und jährlichen Zinskosten von 3200 Euro ergibt sich laut der Formel ein Nominalzins von vier Prozent pro Jahr. In der Praxis ist diese Berechnung für Verbraucher aber meist weniger entscheidend. Wer bei einem Vergleich der Kredit-Zinsen wissen möchte, wie teuer ein Darlehen ist, sollte auf den Effektivzins achten.

Nominalzins in den Effektivzins umrechnen: Geht das?
Direkt lässt sich der Effektivzins aus dem Nominalzins (Sollzins) nicht berechnen, zumindest nicht ohne weitere Angaben. Denn der Effektivzins berücksichtigt neben dem reinen Zinssatz auch Zusatzkosten wie Bearbeitungsgebühren, Abschlusskosten oder ein mögliches Disagio (ein Abschlag auf die Auszahlungssumme, den Banken bei Vertragsbeginn einbehalten). Auch Tilgungsbeginn, Auszahlungsmodalitäten, Bonität und Zinsbindungsdauer fließen in die Berechnung ein.
Ohne detaillierte Vertragsdaten lässt sich der Effektivzins nicht einfach aus dem Nominalzins ableiten. Doch das ist auch nicht unbedingt nötig: Banken sind gesetzlich dazu verpflichtet, den Effektivzins in ihren Kreditangeboten immer auszuweisen.
Beispielrechnung: So beeinflusst der Nominalzins die Monatsrate
Die Höhe des Nominalzinses wirkt sich direkt auf die Zusammensetzung der monatlichen Kreditrate aus. Jede Rate besteht aus zwei Teilen: einem Zinsanteil und einem Tilgungsanteil. Steigt der Nominalzins, erhöht sich der Zahlungsanteil für die Zinsen. Entsprechend sinkt der Teil zur Rückzahlung (Tilgung) des eigentlichen Darlehens.
Ein konkretes Finanzierungsbeispiel macht das deutlich. Angenommen, ein Darlehen über 50.000 Euro soll mit einer monatlichen Rate von 1100 Euro zurückgezahlt werden. Je nach Zinssatz ergibt sich folgendes Verhältnis:
| Nominalzins | Zinsanteil | Tilgungsanteil |
|---|---|---|
| 3 % | 125 € | 975 € |
| 4 % | 166,67 € | 933,33 € |
| 5 % | 208,33 € | 891,67 € |
Quelle: Dr. Klein
Aktuelle Nominalzinsen bei Baufinanzierungen
Die Höhe des Nominalzinses hängt maßgeblich von der gewählten Sollzinsbindung ab. Laut dem Finanzvermittler Dr. Klein liegen die Zinssätze für Baukredite mit fünfjähriger Zinsbindung aktuell bei rund 3,05 Prozent. Wer sich für eine Laufzeit von zehn Jahren entscheidet, erhält Angebote ab 3,25 Prozent Nominalzins (Sollzins) und mit einem effektiven Jahreszins ab 3,31 Prozent. Bei einer längeren Zinsbindung von 15 Jahren steigt der Nominalzins auf etwa 3,52 Prozent.
Tipp: Mit unserem Baufinanzierungsrechner können Sie die aktuellen Zinsen vergleichen und Ihre Wunschfinanzierung direkt durchrechnen.
Nominalzins in der Baufinanzierung: Worauf sollen Kreditnehmer achten?
Zwar zeigt der Nominalzins die jährlichen Kosten des Kredits, nicht aber die vollständige finanzielle Belastung über die Laufzeit. Gerade bei Baukrediten mit langen Laufzeiten können vermeintlich kleine Unterschiede im Zinssatz auf Dauer große Auswirkungen haben. Wer vergleichen will, sollte den Effektivzins als realistischere Vergleichsgröße nutzen und dabei stets auf identische Rahmenbedingungen achten. Wichtig ist in jedem Fall eine realistische Finanzplanung. Denn ob ein Finanzierungsvorhaben gelingt, hängt nicht nur vom Zins ab, sondern auch maßgeblich vom verfügbaren Haushaltseinkommen.



