- Nur ein Achtel zahlen, aber ein ganzes Ferienhaus nutzen – so will ein Berliner Start-up den Luxuskauf ermöglichen.
- Das Ganze ist dem Gründer zufolge bereits mit 50.000 Euro Eigenkapital möglich.
- Der Trick: Die Käufer bezahlen nur ein Achtel der Immobilie. Wie soll das funktionieren?
Den Traum von der eigenen Immobilie am Meer hegen viele, meist scheitert er aber am Geld. Doch was wäre, wenn man nur ein Achtel des Immobilienpreises zahlen müsste, um ein Ferienhaus zu kaufen? Das Berliner Start-up Myne Homes will den Immobilienkauf mit einer einfachen Idee revolutionieren. Dahinter steckt eine Gemeinschaft: Acht fremde Personen kaufen gemeinsam eine Ferienimmobilie und teilen sich Nutzung und Unterhalt.
Im Interview mit unserer Redaktion erklärt der Gründer Nikolaus Thomale, wie die Idee in der Praxis aussehen kann, wann die Käufer die Sommerferien in ihren Häusern verbringen dürfen und was passiert, wenn ein Miteigentümer seinen Anteil verkaufen oder die Immobilie sogar vermieten möchte.
Ferienhaus kaufen mit 50.000 Euro: Das verspricht das Konzept
Was unterscheidet Myne Homes von den Anbietern klassischer Ferienimmobilien?
Nikolaus Thomale: Wir bieten Miteigentum an Ferienimmobilien an. Ziel ist es, mehr Menschen den Besitz einer eigenen Ferienimmobilie zu ermöglichen und das so einfach zu machen wie eine Airbnb-Buchung – nur eben mit Eigentum. Statt eine ganze Immobilie zu kaufen, erwerben Sie bei uns einen Anteil ab einem Achtel und damit verbunden ein Nutzungsrecht. Dabei übernehmen wir alles: Suche, Ankauf, Ausstattung, Verwaltung und Instandhaltung.
Wie viel Eigenkapital sollten Käufer dafür mitbringen?
Thomale: Der Eigenkapitalanteil liegt aktuell bei mindestens 50 Prozent. Ein typischer Immobilienanteil kostet um die 200.000 Euro, startet aber schon bei 100.000 Euro. Heißt konkret: 50.000 Euro Eigenkapital reichen oft aus.
Bitte beachten:
Aktien, Immobilien und andere Investments sind grundsätzlich mit einem Risiko verbunden. Auch ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals kann nicht ausgeschlossen werden. Ebenso können Kredite eine erhebliche finanzielle Belastung darstellen. Verbraucher sollten ihre finanzielle Situation sorgfältig prüfen und alle Kosten gründlich durchrechnen. Die veröffentlichten Artikel, Daten und Prognosen sind keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Rechten und ersetzen keine fachliche Beratung.
Wenn ich die 50.000 Euro nicht habe – gibt mir die Bank dann eine Immobilienfinanzierung?
Thomale: Ferienimmobilien generell zu finanzieren ist schon herausfordernd, vor allem im Ausland. Deswegen unterstützen wir unsere Kunden bei der Immobilienfinanzierung. In vielen Fällen verkaufen wir bereits finanzierte Anteile. Aber das ist oft gar nicht nötig: Viele unserer Kunden können für den vergleichsweise kleinen Betrag eine bestehende Immobilie oder ein Aktienportfolio nachbeleihen. Der eigentliche Gamechanger ist ja: Statt einer Million brauchen Sie nur 100.000 Euro. Das ist für viele auch ohne klassische Baufinanzierung machbar.
Welche anderen Kosten kommen auf die Eigentümer zu?
Thomale: Der Kaufpreis enthält alle Kaufnebenkosten und die Kosten der Aufwertung und Einrichtung. Daneben fallen pro Immobilie die üblichen laufenden Kosten wie Grundsteuern, Versicherungen und Instandhaltungskosten an. Die genauen Kosten hängen von der Immobilie ab: Eine kleine Wohnung am Gardasee kostet weniger im Unterhalt als eine große Finca auf Mallorca mit Pool und Garten.
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Hauskauf mit Fremden: Kann das zum Problem werden?
Wie ist das mit den Miteigentümern, lernt man sie kennen?
Thomale: Nicht zwingend. Wir übernehmen die Koordination, bringen passende Parteien mit unterschiedlichen Nutzungsbedürfnissen zusammen – etwa Familien mit schulpflichtigen Kindern und solche ohne. Alles läuft über unsere App: Sie können zwei Tage bis zwei Jahre im Voraus reservieren. Dabei kommunizieren Sie nur mit uns, nicht mit den anderen Eigentümern.
Wie ist dann die Nutzungsdauer aufgeteilt? 365 Tage durch acht?
Thomale: Vereinfacht gesagt: Ja. Ein Achtel bedeutet etwa sechseinhalb Wochen Nutzungsmöglichkeit pro Jahr. Damit nicht jemand alle Sommerwochen blockiert, sorgen Regeln in der App für eine gerechte Verteilung. Dabei handelt es sich um ein Rotationssystem. Unser Ziel ist, dass jeder seine Wunschzeiten bekommt.
Mit der Ferienimmobilie Geld verdienen – dann ist es möglich
Kann ich meinen Anteil später wieder verkaufen?
Thomale: Ja, Sie besitzen schließlich genau wie bei vollem Eigentum einen Anteil an der Immobilie. Sie können ihn jederzeit verkaufen. Wir haben schon Anteile innerhalb von 48 Stunden weiterverkauft, etwa, wenn es Wartelisten gab. Der Prozess ist komplett digital. Allerdings gibt es eine Haltefrist von einem Jahr: In dieser Zeit brauchen Sie das Einverständnis der anderen Miteigentümer für einen Verkauf.
Damit verhindern wir kurzfristiges „Flipping“. Nach Ablauf des Jahres können Sie den Anteil frei verkaufen – zum selbst gewählten Preis, mit oder ohne Makler. Wir unterstützen dabei, müssen aber wie bei jeder Immobilientransaktion jeden Käufer einer KYC– und Geldwäscheprüfungen unterziehen.
Also kann ich den Preis beim Verkauf selbst festlegen?
Thomale: Es ist Ihr Anteil. Sie entscheiden über den Verkauf.
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Ferienimmobilien zum günstigen Preis? Das gilt nicht überall
Muss jeder Miteigentümer die Immobilie selbst nutzen oder ist sie auch vermietbar?
Thomale: Sie können die Immobilie auch Freunden oder Familie zur Verfügung stellen. Ob eine Vermietung möglich ist, hängt von der jeweiligen Immobilie ab. Manche haben eine Lizenz zur kurzfristigen Vermietung, andere nicht. Das ist oft rechtlich geregelt, wie in Berlin oder auf Mallorca, wo neue Vermietungslizenzen teilweise nicht mehr vergeben werden.
Wenn eine Immobilie vermietbar ist, übernehmen wir das auf Wunsch. Sie sagen uns, wie viele Wochen Sie die Immobilie selbst nutzen wollen und wir vermieten die Restzeit. Am Jahresende werden die Einnahmen unter den Miteigentümern aufgeteilt – anteilig zur tatsächlichen Nutzung und nach Saison gewichtet.
Sind Immobilien mit Lizenz zur Vermietung teurer?
Thomale: In manchen Regionen ja. Zum Beispiel auf Mallorca, wo es ein Moratorium (eine Aussetzung, Anm. d. Red.) für neue Vermietungslizenzen gibt. Immobilien mit bestehender Lizenz sind dort selten und entsprechend teurer. In Ländern ohne entsprechende Einschränkungen, wie Kroatien, macht das hingegen keinen Unterschied im Preis.
Sind bestimmte Regionen generell günstiger als andere?
Thomale: Es gibt in Europa unterschiedliche Preisniveaus, das ist bei uns nicht anders. Wichtig ist: Wir bieten ausschließlich Immobilien in absoluten Toplagen an. Unsere Immobilien liegen in nachgefragten Ferienregionen mit sehr begrenztem Angebot. Wir bewegen uns im mittleren bis gehobenen Preissegment, typischerweise zwischen 500.000 und 2,5 Millionen Euro. Dabei ist Kroatien günstiger als Kitzbühel oder das Salzburger Land. Ebenso ist Sylt teurer als Ahrenshoop. Und Spanien liegt mit seiner gefestigten Nachfrage preislich oft über Portugal.
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Prognose zu Immobilienpreisen: Wie werden sich Ferienhäuser entwickeln?
Kurz zusammengefasst: Für wen lohnt sich Ihr Angebot?
Thomale: Unser Modell richtet sich an zwei Gruppen: Erstens an Menschen, die sich schon lange eine Ferienimmobilie wünschen, es sich aber bisher entweder finanziell nicht leisten konnten oder den Aufwand gescheut haben. Zweitens an Menschen, die ohnehin regelmäßig viel Geld für Ferienunterkünfte ausgeben.
Für wen ist das Modell nicht geeignet?
Thomale: Es ist und bleibt ein Investment. Wer seine gesamten Rücklagen einbringen müsste, sollte lieber Abstand nehmen. Die Einstiegskosten liegen im hohen fünfstelligen bis kleinen sechsstelligen Bereich, dazu kommen laufende Unterhaltskosten. Das sollte man sich leisten können, ohne sich zu übernehmen. Wichtig ist auch: Egal ob mit uns oder auf eigene Faust – wer eine Ferienimmobilie kauft, muss sich mit rechtlichen, steuerlichen und baurechtlichen Fragen auseinandersetzen. Ist die Immobilie legal gebaut? Gibt es eine Nutzungs- oder Wiederaufbaugenehmigung? Ist alles steuerlich sauber strukturiert? Wir übernehmen das für die Miteigentümer, aber die Themen werden dadurch nicht weniger wichtig.
A propos Investment: Rechnen Sie mit steigenden Immobilienpreisen?
Thomale: Wir rechnen mit einem moderaten Preisplus in den nächsten 12 bis 18 Monaten von im Schnitt drei bis vier Prozent. Natürlich hängt viel von politischen Rahmenbedingungen und der globalen Lage ab – Unsicherheiten bleiben. Mit zehn Prozent Wertzuwachs pro Jahr rechnet heute keiner mehr. Aber moderate Preissteigerungen sind sehr wahrscheinlich, besonders dort, wo der Nachfrageüberhang bleibt. Beispiel: Auf Mallorca wird weniger gebaut, Baugenehmigungen sind selten, aber die Nachfrage ist ungebrochen. Es gibt sogar Direktflüge aus den USA. Das wird sich nicht von heute auf morgen ändern.










