Eine Ferienimmobilie in Deutschland zu besitzen kann nicht nur ein beliebter Rückzugsort für den eigenen Urlaub sein, sondern auch ein lukratives Investment. Zu dem Ergebnis kommt ein aktueller Marktbericht von dem Immobilienunternehmen Engel & Völkers. Doch wo gibt es noch vergleichsweise günstige Immobilien? Wie viel Eigenkapital sollten Käufer bei einer Baufinanzierung mitbringen und wie hoch sind die Renditen? Wir haben nachgefragt und Fakten zusammengefasst.

Ferienimmobilie kaufen: Diese Objekte sind besonders gefragt

„Nach den Zinsrückgängen des vergangenen Jahres ist die Nachfrage nach Immobilien in Deutschlands Ferienregionen wieder gewachsen, was sich vielerorts in weiteren Preissteigerungen widerspiegelt“, erklärt Till-Fabian Zalewski, CEO von Engel & Völkers für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Besonders in Premiumlagen wie Sylt, dem Tegernsee oder an der Ostsee werden weiterhin Spitzenpreise erzielt. Abseits der bekannten Hotspots würden jedoch andere Regionen mit noch „moderaten“ Einstiegspreisen überzeugen.

Besonders gefragt laut den Experten von Engel & Völkers: energieeffiziente Immobilien, moderne Ausstattung sowie eine regionale Architektur – „ob Reetdachhaus an der Küste oder Chalet in den Alpen.“ Neben der Eigennutzung ist zudem die Mischnutzung durch Vermietung für Käuferinnen und Käufer wichtig, um die Finanzierungskosten langfristig zu decken. Ein wichtiges Kaufmotiv ist damit weiter die Vermögenssicherung. „In wirtschaftlich dynamischen Zeiten erweisen sich Ferienimmobilien als wertbeständige und stabile Investition“, ist Zalewski überzeugt.

In Ferienimmobilien investieren: Expertin gibt wichtige Hinweise

Doch wie finden Interessenten eine vielversprechende Ferienimmobilie? Für Kerstin Kage, Vorständin bei Ventis Immobilien, ist die Lage der entscheidende Faktor. Ihr Unternehmen hat sich auf Ferienimmobilien in Berlin und an der Ostsee sowie auf Wohnimmobilien und Fachmärkte spezialisiert. „Meerblick ist entscheidend, genauso wie bei der Wahl eines Hotelzimmers. Deshalb bauen wir ausschließlich in erster Meereslinie an der Ostsee, damit alle Einheiten direkten oder seitlichen Wasserblick bieten“, erklärt sie. Ihre Erfahrung zeigt, dass Immobilien in der zweiten oder dritten Reihe schwerer zu vermieten und zu verkaufen sind, besonders in schwächeren Märkten.

Kerstin Kage
Kerstin Kage ist Vorständin bei Ventis Immobilien. © VENTIS Immobilien AG | VENTIS Immobilien AG

„Wenn ich eine Ferienimmobilie als Kapitalanlage sehe, dann muss ich mir nicht nur die Immobilienpreise anschauen, sondern auch, was ich den Gästen bieten kann“, so Kage. Daher ist ihre Firma in beliebten Urlaubsregionen wie zum Beispiel Sellin (Rügen), Ahlbeck (Usedom) oder Neustadt (Schleswig-Holstein) tätig. Diese Orte bieten eine Vielzahl an Restaurants, Cafés, Shops und kulturellen Angeboten, was sie besonders attraktiv für Urlauber und Kapitalanleger macht.

Eigenkapital bei Ferienimmobilien: So viel Geld sollten Käufer mitbringen

Wer sich eine solche Immobilie leisten möchte, sollte ein stabiles Einkommen haben und Eigenkapital mitbringen, rät Kage. „Tendenziell ist eine Ferienimmobilie ein Luxusgut, die kein ‚Must-have‘ für den Käufer darstellt, wie im Vergleich der Erstwohnsitz“, so Kage. Bedeutet: Ihrer Erfahrung nach erwerben Käufer eine Ferienimmobilie meistens erst, wenn sie bereits eine Hauptwohnung besitzen. „Vor drei bis vier Jahren war es noch möglich, eine Ferienimmobilie zu 100 Prozent zu finanzieren. Heute ist es bis auf Weiteres die Norm, dass Käufer etwa 30 bis 40 Prozent Eigenkapital einbringen“, so Kage. Diese Eigenkapitalquote ist nicht nur für die Bank relevant, sondern auch für die Rentabilität der Investition. Ein Käufer mit mehr Eigenkapital bekommt bessere Konditionen für eine Immobilienfinanzierung und kann schneller von der Wertsteigerung der Immobilie profitieren.

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Kann man mit Ferienimmobilien Geld verdienen?

Der Charme einer Ferienimmobilie: Wer nicht drin wohnt, kann sie vermieten und so Geld verdienen. Doch wie viel kommt tatsächlich dabei rum? Die Antwort hängt von mehreren Faktoren ab, darunter die Lage, die Ausstattung, die Jahreszeit und die Vermietbarkeit. „In unseren Objekten in Ahlbeck und Sellin erzielen wir aktuell Renditen zwischen 4 und 6 Prozent“, erklärt Kage. Doch sie weist auch darauf hin, dass die Rendite von den aktuellen Finanzierungskosten abhängt. „Bei finanzierten Immobilien liegt die Rendite bei etwa 3 Prozent nach Bauzins, je nachdem wie hoch die Zinslast ist“, so Kage.

Ein Thema, das bei der Vermietung von Ferienimmobilien allerdings ein Risiko sein kann, ist die Saisonalität. Besonders an der Ostsee ist der Sommer die Hauptsaison für Ferienimmobilien. Doch auch in den Herbst- und Wintermonaten lassen sich durch gezielte Angebote wie Wellnesspakete, Silvester-Events oder besondere Winter-Arrangements hohe Belegungsraten erzielen, ist die Vorständin überzeugt. „In der Nebensaison, besonders im Winter, versuchen viele Anbieter kreative Konzepte umzusetzen, um die Attraktivität der Immobilie zu steigern. In unseren Ferienwohnungen gibt es beispielsweise Kamine, die den Gästen auch bei schlechtem Wetter eine gemütliche Atmosphäre bieten“, so Kage.

Preise für Ferienimmobilien in Deutschland: Wo ist es am teuersten?

Doch was kostet nun eine entsprechende Immobilie? Die Nachfrage nach Ferienimmobilien wird weiter durch den anhaltenden heimischen Tourismus begünstigt, heißt es im Marktbericht von Engel & Völkers. „Der Urlaub im eigenen Land erlebt seit 2020 einen anhaltenden Aufschwung, was nicht nur die Nachfrage nach privaten Rückzugsorten, sondern auch den Vermietungsmarkt beflügelt“, erklärt Zalewski. Die teuersten Regionen für Ferienimmobilien sind weiterhin an der Nordsee und den Bayerischen Seen zu finden, so die Analysten. „Preisliche Hotspots bleiben Sylt, Starnberger See und Tegernsee“, sagt Zalewski.

  • Sylt (Nordsee): 22.000 Euro pro Quadratmeter
  • Starnberger See (Bayern): 16.000 Euro pro Quadratmeter
  • Tegernsee (Bayern): 27.000 Euro pro Quadratmeter
  • Norderney (Ostfriesische Inseln, Nordsee): 29.500 Euro pro Quadratmeter
  • Timmendorfer Strand (Ostsee): 25.000 Euro pro Quadratmeter

Dem stimmt auch Kage zu: „An der Ostsee bewegen sich die Preise zwischen 7000 und 20.000 Euro pro Quadratmeter – je nach Lage, Etage, Meerblick, Lichtverhältnissen und Infrastruktur, wie Restaurants.“ Abseits der Hotspots gebe es laut Engel & Völkers aber auch Regionen, in denen Ferienimmobilien zu vergleichsweise günstigeren Preisen erworben werden können. Dazu zählen:

  • Mecklenburgische Seenplatte
  • Greifswald
  • Stralsund
  • Mecklenburg-Vorpommern

Hier werden Käufer von Ferienhäusern bereits für Preise ab 250.000 Euro fündig, während die Ferienwohnungen bei 1800 Euro pro Quadratmeter beginnen, so der Marktbericht. Auch die Küstenregionen rund um Wilhelmshaven in Niedersachsen sowie Husum und Büsum in Schleswig-Holstein bieten Immobilien mit moderaten Einstiegspreisen. Zudem stellt der Schwarzwald eine preislich attraktive Alternative zu den süddeutschen Seeregionen dar. So sind beispielsweise in Titisee-Neustadt Ferienwohnungen in einfachen Lagen bereits ab 2.300 Euro pro Quadratmeter zu finden, die Preise für Ferienhäuser beginnen bei 450.000 Euro.

Bitte beachten:

Aktien, Immobilien und andere Investments sind grundsätzlich mit einem Risiko verbunden. Auch ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals kann nicht ausgeschlossen werden. Ebenso können Kredite eine erhebliche finanzielle Belastung darstellen. Verbraucher sollten ihre finanzielle Situation sorgfältig prüfen und alle Kosten gründlich durchrechnen. Die veröffentlichten Artikel, Daten und Prognosen sind keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Rechten und ersetzen keine fachliche Beratung.

Preisprognose für Ferienimmobilien: So werden sie sich entwickeln

Engel & Völkers erwartet für den weiteren Jahresverlauf in den meisten Regionen für Ferienimmobilien stabile bis steigende Preise. „Die Vorzeichen für eine positive Marktentwicklung im Jahr 2025 sind gegeben“, erklärt Zalewski. Bezüglich der Finanzierung sei es zudem essenziell, die Zinsentwicklung genau zu beobachten und sich gut beraten zu lassen. Mit unserem Kredit-Ticker können Sie über aktuelle Entwicklungen auf dem Laufenden bleiben. Auch in 2025 bleiben Ferienhäuser und -wohnungen ein rares und begehrtes Gut – was den Markt besonders stabil und krisenfest macht. „Ferienimmobilien sind weiterhin für viele Käuferinnen und Käufer ein Traum, der Erholung und Wertbeständigkeit miteinander vereint“, resümiert Zalewski.

Kage betont, dass jeder Käufer bei der Auswahl seiner Ferienimmobilie auch auf sein Bauchgefühl hören sollte: „Was gefällt mir? Wo fühle ich mich wohl? Was könnte auch anderen gefallen?“ Wer diese Fragen richtig beantwortet und die richtigen Rahmenbedingungen beachtet, hat gute Chancen, sowohl von der emotionalen Erfüllung als auch von der finanziellen Sicherheit einer Ferienimmobilie zu profitieren.

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