In den vergangenen zwei Jahren erfreute sich das sogenannte Zinshopping bei Sparern großer Beliebtheit. Damit ist ein Verhalten gemeint, bei dem die Anleger auf der Jagd nach dem besten Zinsangebot für Tagesgeld oder Festgeld von einer Bank zur nächsten wechseln. Seit der Zinswende der Europäischen Zentralbank (EZB) Anfang 2022 sind viele Menschen auf der ständigen Suche nach den besten Tages- und Festgeldzinsen bei Banken und Fintechs.

Weniger bekannt, aber ähnlich sicher und zinsstark sind Geldmarktfonds und Geldmarkt-ETFs. Über diese aktiv gemanagten Fonds und ETFs können Sparer an einem Markt teilnehmen, der sonst eher Banken, Unternehmen und anderen institutionellen Investoren vorbehalten bleibt.

Geldmarktfonds statt Tagesgeld: Was die Anlageform so interessant macht

Am Geldmarkt können sich Staaten, Banken und Unternehmen kurzfristig Liquidität verschaffen. Sie geben sich dort gegenseitig Kredite mit sehr kurzen Laufzeiten. Dabei werden Gelder für einen kurzen Zeitraum von wenigen Tagen bis zu maximal einem Jahr gegen eine kleine Rendite verliehen. Die Zinsen, die für diese Kredite anfallen, sind eng an den aktuellen Leitzins der Zentralbank geknüpft. Das bedeutet aber auch: Ändert die EZB den Zinssatz, hat das direkte Auswirkungen auf den Kurs des Fonds.

Aus diesem Grund sind Geldmarktfonds in Zeiten steigender Zinsen, wie in den vergangenen zwei Jahren, als Anlagemöglichkeit und Alternative zum traditionellen Fest- und Tagesgeld auch attraktiver geworden. Wegen ihrer kurzen Laufzeit und weil sie von bonitätsstarken Schuldnern wie Regierungen oder großen Banken ausgegeben werden, gelten Geldmarktpapiere als risikoarm, es gibt meist keine großen Zins- oder Kursänderungen.

Aktienkurse auf einem Smartphone.
Wer in Zeiten niedriger Zinsen sein Geld renditestark anlegen möchte, kommt um Wertpapiere wie ETFs nicht herum.© picture alliance / dpa-tmn | Zacharie Scheurer

Einfach in den Geldmarkt investieren: Diese Tagesgeld-Alternativen gibt es

Beispielsweise bieten etwa Fintechs wie Unitplus mit dem „Cashplus“-Konto* den Kunden 2,48 Prozent Zinsen im Jahr. Der Neobroker Scalable Capital* verspricht 2,5 Prozent pro Jahr über Geldmarkt-ETFs. Die Angebote sind eine Mischung aus Tagesgeld und Wertpapieren.

Eine andere Option ist es, selbst ein Depot zu eröffnen und eine Auswahl an Geldmarktfonds zu treffen. Zwei der aktuell größten Geldmarkt-ETFs sind: Der Xtrackers EUR Overnight Rate Swap ETF (Acc) der die Wertentwicklung des Basiswerts, des Euro Short-Term Rate (€STR), abbildet und über ein Jahr auf ein Plus von rund 3,5 Prozent kommt.

Sowie der Lyxor Smart Overnight Return ETF – ein aktiv verwalteter Indexfonds, dessen Rendite sich am €STR (Euro Short-Term Rate) orientiert. Er kommt über ein Jahr auf ein Plus von rund 3,8 Prozent.

Dabei allerdings zu beachten: Vergangene Renditen sind keine Garantie für die Zukunft.

(Stand der Daten: Februar 2025)

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Geldmarktfonds statt Tagesgeld: Das sind die Vorteile der Alternative

Zum Vergleich: Auf Tagesgeld gibt es bei den meisten Anbietern aktuell für Bestandskunden nur noch rund zwei Prozent Zinsen, allerdings sind bei einigen Banken noch bis zu 3,05 Prozent drin, wie unser Vergleich der aktuellen Tagesgeldzinsen zeigt. Allerdings gelten die Top-Zinsen oft nur für Neukunden, begrenzt auf wenige Monate oder zu bestimmten Bedingungen.

Ein Beispiel dafür ist etwa das Extra-Konto der ING* mit 3,00 Prozent Tagesgeldzinsen. Nach vier Monaten sinkt der Zinssatz auf 1,00 Prozent. Wer sein Geld kurzfristig parken will, kann mit einem Geldmarktfonds durchaus besser fahren.

Was außerdem für Geldmarktfonds spricht: Ähnlich wie beim Tagesgeld können Anleger ihr Geld jederzeit wieder aus einem Geldmarktfonds oder -ETF abziehen, indem sie ihre Anteile kurzfristig wieder verkaufen. Allerdings nur während der Börsen-Öffnungszeiten.

Unsere Lesetipps zum Tagesgeld:

Rendite statt Zinsen – Nachteile und Risiken der Geldmarktfonds berücksichtigen

Der Nachteil der Fonds und ETFs am Geldmarkt: Im Unterschied zu Tagesgeld gibt es keine zugesicherte und regelmäßige Zinszahlung auf die Einlagen. Stattdessen werden Kursgewinne als Rendite ausgezahlt. Es wäre also möglich, dass der aktuelle Kurs des Geldmarktfonds nicht den versprochenen Rendite-Erwartungen entspricht, wenn ein Anleger sein Geld wiederhaben will.

Wer besonders schnell auf sein Geld zurückgreifen will, sollte zudem wissen, dass es bei Geldmarktfonds einige Tage dauern kann, bis das Geld aus dem Verkauf gutgeschrieben wird. Überweisungen von einem Tagesgeldkonto auf das Girokonto werden dagegen meistens sofort ausgeführt. Manche Banken bieten mittlerweile auch Echtzeit-Überweisungen für das Girokonto an, sodass sich Geld innerhalb von Minuten verschieben lässt.

Geldmarktfonds und Geldmarkt-ETFs

Geldmarktfonds werden aktiv von einem Fondsmanager verwaltet, der in kurzfristige Geldanlagen wie Anleihen oder Festgelder investiert. Geldmarkt-ETFs hingegen sind passiv und bilden einen Index nach. Das bedeutet: Sie verfolgen die Entwicklung des Geldmarktes automatisch, ohne dass ein Manager eingreift. ETFs sind deshalb oft günstiger, während klassische Fonds teurer sind, aber mehr Flexibilität bei der Auswahl der Anlagen bieten können.

Zinsumfeld verändert sich: Ende die Hochphase der Geldmarktfonds?

Anleger, die in Geldmarktfonds investieren, sollten zudem die Zinspolitik der EZB im Auge behalten. Denn die hat sich in den vergangenen Monaten schon wesentlich verändert. Aktuell liegt etwa der Einlagezins, zu dem Banken ihr Geld kurzfristig bei der EZB parken können, bei 2,50 Prozent (Stand: März 2025). Bislang konnten die Geldmarktfonds von den steigenden Zinsen profitieren, weil sie immer wieder in neue, höher verzinste Papiere investiert haben.

Sinken die Zinsen jetzt aber noch weiter, wie der Blick in unseren Finanzen-Ticker zum Festgeld und Tagesgeld zeigt, kann das auch Auswirkung auf die Rendite der Geldmarktfonds haben. Sie müssen dann in schlechter verzinste Papiere investieren, sobald die Laufzeit ihrer Investments endet. Das Investment in einen Geldmarktfonds wird also unattraktiver.

Warum Geldmarkt-ETFs die bessere Wahl sein können

Grundsätzlich liegt die versprochene Rendite eines Geldmarktfonds unter der von Aktien-ETFs. Im Vergleich zum klassischen Girokonto, auf dem das Geld häufig gänzlich unverzinst liegen bleibt, bieten Geldmarktfonds aber ähnliche Vorteile wie das Tagesgeld.

Auch deshalb raten manche Experten zu Geldmarktfonds statt Tagesgeld. Das lohnt sich zum Beispiel dann, wenn die Hausbank nur wenig bis keine Tagesgeldzinsen zahlt, Kunden aber nicht wechseln möchten.

Anders als beim Tagesgeld können für die Investition in Wertpapiere allerdings Gebühren für den Ausgabeaufschlag, für Verwaltungskosten oder für die Depotführung anfallen – schließlich handelt es sich um ein Investment und nicht um ein klassisches Bankkonto.

Wichtig: Die Rendite eines Geldmarktfonds kann durch hohe Kosten für die Depotführung und Fondsverwaltung tatsächlich so stark geschmälert werden, dass sich das Geldanlegen in das Produkt nicht mehr lohnt. Anleger sollten die möglichen Kosten deshalb genau überprüfen.

Geld gut anlegen: So funktionieren ETF

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    Verbraucherschützer geben wichtigen Hinweis zu Gebühren

    Wie teuer ein Geldmarktfonds ist, hängt auch davon ab, ob es sich um einen passiven (Exchange Traded Fonds, ETF) oder aktiv verwalteten Fonds handelt. Gerade letztere können höhere Kosten aufweisen und im direkten Vergleich mit passiven Geldmarkt-ETFs oder Tagesgeldkonten schlecht abschneiden. Viele Fondsgesellschaften berechnen beispielsweise einen Ausgabeaufschlag zwischen 0,5 und zwei Prozent.

    Verbraucherschützer raten daher eher zu Geldmarkt-ETFs. Bei ihnen fallen üblicherweise Gesamtkosten von nur rund 0,1 Prozent jährlich an. In den vergangenen zwei Jahren waren die Renditen von Geldmarkt-ETFs den durchschnittlichen Tagesgeldzinsen meist um ein bis zwei Prozent überlegen.

    Weitere Tests zu diversen Produkten und Trends finden Sie auf der Themenseite der Berliner Morgenpost.

    Wie sicher sind Geldmarktfonds? Wichtige Hinweise für Anleger

    Geldmarktfonds gelten als vergleichsweise sicher, ihr Ausfallrisiko (Kreditrisiko) ist in der Regel gering. Denn in der Europäischen Union dürfen solche Fonds nur in hochliquide und risikoarme Papiere investieren. Dazu gehören neben Bankguthaben auch Festgelder, Schuldverschreibungen und Anleihen. Außerdem müssen Geldmarktfonds ihr Risiko breit streuen und in verschiedene Anlageobjekte investieren, wodurch das Risiko ebenfalls minimiert wird.

    Geldmarkt- und Aktien-ETFs

    Geldmarkt-ETFs investieren in sichere, kurzfristige Anlagen wie Anleihen oder Festgelder und zielen auf geringe Schwankungen ab – sie gelten als risikoarm und werden daher oft auch als Alternative zum Tagesgeld beworben. Aktien-ETFs setzen dagegen auf Aktien von Unternehmen und sind daher risikoreicher, bieten aber höhere Renditechancen. Während Geldmarkt-ETFs primär Stabilität und Liquidität bieten, eignen sich Aktien-ETFs eher für langfristigen Vermögensaufbau.

    Gleichzeitig bieten Geldmarktfonds in der Regel hohe Liquidität, sodass Anleger ihr Geld schnell abziehen können. Bei Währungsfonds besteht allerdings grundsätzlich ein Währungsrisiko, außerdem können Geldmarktfonds Verluste machen, wenn ein Schuldner nicht zahlt. Anleger sollten daher auf die Bonitätsbewertung der Staaten oder Unternehmen achten, in die ein Fonds investiert.

    Geldmarktfonds sind Wertpapiere und gelten daher als Sondervermögen des Sparers. Geht der Depotanbieter pleite, sind sie vor dem Zugriff potenzieller Gläubiger geschützt. Eine Einlagensicherung, wie beim Sparkonto bei der Bank, gibt es für sie aber nicht.

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