Der SPD-Vorsitzende Lars Klingbeil hat im Interview-Podcast der „Zeit“ öffentlich gemacht hat, dass er 2014 an Zungenkrebs erkrankt war. Er sei erfolgreich behandelt worden, was sein „sehr großes Glück“ gewesen sei, so der 47-jährige Spitzenpolitiker. Seither habe er keinen Rückfall erlitten und gelte als geheilt, so Klingbeil, der nach eigenen Angaben jahrelang starker Raucher war.

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Das Rauchen gilt nach Auskunft der Krebs- und Fachgesellschaften als größte Gefahr für das Entstehen von Zungenkrebs, einer potenziell tödlichen Krankheit. Schätzungen zufolge wird in Deutschland jedes Jahr bei etwa 10.000 Menschen Mundhöhlenkrebs diagnostiziert, wozu auch Zungenkrebs zählt. Männer sind deutlich häufiger betroffen als Frauen. In den meisten Fällen sind die Patientinnen und Patienten zwischen 60 und 70 Jahre alt. Doch es erkranken auch immer häufiger jüngere Leute. Aber was hat es mit der seltenen Krankheit auf sich?
Was ist Zungenkrebs?
Zungenkrebs ist ein bösartiger Tumor der Mundschleimhaut. Er gehört zu den sogenannten Plattenepithelkarzinomen. Laut Fachgesellschaften sind häufig die vorderen zwei Drittel der Zunge betroffen, selten kann auch ein Tumor am hinteren Zungendrittel entstehen. Die Tumore sitzen vor allem am Zungenrand, weniger am Zungenrücken oder Zungengrund.
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Welche Symptome weisen auf Zungenkrebs hin?
Das Tückische: Der Krebs bereitet anfangs nur selten Beschwerden. Erst wenn er weiter fortschreitet, können Symptome im Mund- und Rachenraum auftreten. Warnzeichen sind etwa:
- nicht heilende Wunden auf der Zunge
- Schleimhautveränderungen
- Schluckbeschwerden
- Schmerzen im Mundraum
Zudem könne auch Mundgeruch auf eine bösartige Veränderung hinweisen, warnen Fachärzte.
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Wie sieht Zungenkrebs aus?
Das Aussehen dieses Tumors kann sehr unterschiedlich sein. Grundsätzlich gilt: Bei Veränderungen sollte man aufmerksam werden. Ein Zungenkrebs kann laut Medizinern flach in die Schleimhaut einwachsen oder blumenkohlartig über die Schleimhaut herausragen. Manchmal ist auch einfach nur ein Knubbel auf der Zunge spürbar. Außerdem könnten auch verhärtete Stränge in der Zunge ein Hinweis sein.

Was verursacht Zungenkrebs?
Als Hauptursache gilt das Rauchen. Aber auch der Genuss von Alkohol – vor allem Hochprozentigem – wird als eine wichtige Ursache gesehen. Laut der Deutschen Krebsgesellshaft können auch chronische oder wiederkehrende Entzündungen ein Risikofaktor für die Entstehung von Zungenkrebs darstellen. Deshalb wird empfohlen, bei Zahnarztbesuchen darauf hinzuweisen. Auch mangelnde Mundhygiene könne ein Grund sein, dass sich Zellen krankhaft verändern. Ebenfalls können HPV-Infektionen oder ein geschwächtes Immunsystem eine Rolle spielen.
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Wie wird Zungenkrebs diagnostiziert?
Für diese Krebserkrankungen gibt es keine Früherkennungsuntersuchung, wie die gesetzlichen Krankenkassen sie für andere Krebsarten anbieten. Wer etwas Verdächtiges spürt, sollte sich um einen Termin beim HNO-Arzt bemühen, so die Empfehlungen. In der Praxis inspiziert der Arzt die Zunge. Das Gute: Die vorderen zwei Drittel lassen sich oft schon mit bloßem Auge genauer beurteilen. Der hintere Zungenbereich wird mithilfe eines Spiegels kontrolliert. Zur Abklärung von verdächtigen Stellen kann Gewebe entnommen werden, das anschließend mikroskopisch untersucht wird. Mittels bildgebender Verfahren wie Ultraschall, CT oder MRT kann kontrolliert werden, wie weit sich der Tumor ausgebreitet hat.
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Wie wird Zungenkrebs behandelt?
Die Behandlung bei Zungenkrebs erfolgt meist durch eine Kombination aus Operation, Strahlentherapie und ggf. Chemotherapie. Die Therapie richtet sich nach Lage und Stadium des Tumors. Häufig verwendete Zytostatika (Medikamente zur Krebsbehandlung) sind platinhaltig Substanzen wie Cisplatin oder Carboplatin, 5-FU und Taxane, so die Deutsche Krebsgesellschaft. Auch monoklonale Antikörper wie Cetuximab werden eingesetzt, insbesondere in Kombination mit Strahlentherapie.
Laut Deutscher Krebsgesellschaft profitierten die Patienten am meisten, wenn nach der Operation noch eine Strahlentherapie durchgeführt wurde. Hat sich der Tumor bereits stark in die Tiefe ausgebreitet, kann die zusätzliche Strahlentherapie die Überlebenschancen verbessern.
Wie sind die Heilungschancen bei Zungenkrebs und wie hoch ist die Lebenserwartung?
Wie gut die Prognose ist, lässt sich nicht so einfach sagen. Es hängt von vielen Faktoren ab, zum Beispiel, wie groß der Tumor ist oder wie weit der Krebs schon fortgeschritten ist. Grundsätzlich ist zu sagen: Je früher Zungenkrebs erkannt wird, desto höher sind die Heilungschancen. Bei Erkennung im Frühstadium beträgt die Fünf-Jahres-Überlebensrate 80 Prozent, so die Einschätzung. Einig sind sich die Experten: Wer sich nicht operieren lässt, minimiert seine Überlebenschancen deutlich.
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Kann man nach Zungenkrebs noch sprechen?
Ob die Zunge funktionstüchtig bleibt, kommt auf den Grad der Erkrankung an. Je nach Tumorstadium und Schweregrad müssen möglicherweise auch größere Teile der Zunge chirurgisch entfernt werden. Dann muss sogar in manchen Fällen, bei besonders großen Defekten, über eine Rekonstruktion der Zunge nachgedacht werden. Diese wird meist in Hals-Kopf-Tumorzentren durchgeführt, die die von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert sind.
Wie sieht die Nachsorge aus?
Die Nachsorge-Kontrollen erfolgen in den ersten zwei Jahren alle drei Monate und im dritten bis fünften Jahr alle sechs Monate. Neben Betrachten der Zunge und Abtasten des Mundraums sollte in den ersten zwei Jahren in Abständen von sechs Monaten ein MRT oder CT in Abständen erfolgen; im dritten bis fünften Jahr alle zwölf Monate.
Kann der Zungenkrebs wieder neu auftreten?
Laut Experten erleidet etwa ein Fünftel der Patienten mit einem Mundbodenkarzinom ein Rezidiv und dies in 76 Prozent der Fälle innerhalb der ersten zwei Jahre.











