Ob braunes Fettgewebe, Body-Mass-Index oder viszerales Fett: Der Monat, in dem ein Mensch gezeugt wurde, könnte eine größere Rolle für die spätere Gesundheit und den Fettstoffwechsel spielen als bislang gedacht. Das legt eine neue Studie aus Japan nahe, die im Fachjournal „Nature Metabolism“ erschienen ist.

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In der bisher größten Untersuchung dieser Art untersuchten Wissenschaftler der Universität Tokio unter der Leitung von Biomediziner Takeshi Yoneshiro den Zusammenhang zwischen Zeugungszeitpunkt und dem Fettstoffwechsel. Bei 356 gesunden jungen Männern stellten sie fest: Wer in den kälteren Monaten (17. Oktober bis 15. April) gezeugt wurde, wies eine deutlich höhere Aktivität des sogenannten braunen Fettgewebes auf, als jene Personen aus der Gruppe der wärmeren Jahreszeit (16. April bis 16. Oktober).

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Braunes Fettgewebe ist jene Fettart, die besonders effektiv Energie verbrennt, den Blutzucker reguliert und den Körper wärmt. Die „betroffenen“ Studienteilnehmer hatten also eine höhere Fettverbrennung, einen niedrigeren Body-Mass-Index (BMI) und zeigten geringere Fettansammlungen rund um die Organe (viszerales Fett) als die Vergleichsgruppe.

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All das deutet auf eine bessere Stoffwechselgesundheit hin. In einer zweiten Studie wurde der Effekt auch bei weiblichen Probanden untersucht – und bestätigt. Einfach ausgedrückt: Die Probanden, die über mehr braunes Fettgewebe verfügten, waren durchschnittlicher schlanker. Die Ernährung der Probanden wurde zunächst nicht genauer untersucht.

Fat diet and scale feet standing on electronic scales for weight control. Measurement instrument in kilogram for a diet
Eine Frau steigt auf eine Waage: Der Jahreszeit der Zeugung eines Menschen kann wohl seinen Stoffwechsel und das Gewicht beeinflussen.© IMAGO/Zoonar | IMAGO/Zoonar.com/Sirijit Jongcharoenkulchai

Schlank durch kalte Jahreszeit? Genetik könnte entscheidende Rolle spielen

In anderen Studien wurde bereits herausgefunden, dass die Jahreszeit, in der jemand geboren wird, Auswirkungen auf seinen Gesundheitszustand im späteren Leben haben kann. Demnach könnte kaltes Wetter die genetische Ausprägung männlicher Spermien oder weiblicher Eizellen beeinflussen kann. Dabei könnte es sich um eine „ausgefeilte, vorausschauende Kälteanpassung“ handeln. Dabei werden genetische Merkmale über Generationen weitergegeben, wodurch den Nachkommen ein besseres Überleben in kalten Klimazonen ermöglicht wird. 

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Die Ergebnisse werden durch frühere Forschungen an Mäusen gestützt, bei denen festgestellt wurde, dass das Leben in kalten Regionen und Wetterbedingungen vor der Empfängnis den Stoffwechsel der Nachkommen verbessern kann.

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