Die Fastenzeit hat begonnen. Christen bereiten sich in den nächsten Wochen auf Ostern vor, Moslems nutzen den Ramadan, um zu sich selbst zu finden, ihre Verbindung zu Allah zu stärken und sich sozial zu engagieren.

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Wer nicht zu Gott betet oder an Allah glaubt, verzichtet vielleicht dennoch, auf Süßes oder Alkohol, freiwillig, oder aus gesundheitlichen Gründen. Wege gibt es viele, mancher schwört vielleicht auf Intervallfasten, andere geben sich dem Heilfasten hin. Weniger bekannt – und viel weniger erforscht – ist hingegen: das Schwarzfasten.

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Was ist schwarzes Fasten?

Schwarzfasten, oder schwarzes Fasten, ist eine besonders strenge Form des Fastens. Es dürfen weder feste Nahrung noch Flüssigkeiten zu sich genommen werden – und zwar von Mitternacht bis Sonnenuntergang. Es unterscheidet sich damit stark von allen anderen Arten des Fastens, ob Wasserfasten, Heilfasten oder Intervallfasten.

Ramadan in Indien
Schwarzfasten ist im Islam besonders verbreitet. Gläubige Muslime, hier in der Jama Masjid im indischen Neu-Delhi, brechen ihr Fasten bei Sonnenuntergang am ersten Tag des Ramadan. © DPA Images | Manish Swarup

Schwarzes Fasten ist eine stark religiös geprägte Fastenform, die im Christentum, aber auch unter Juden und Moslems verbreitet ist. Die drei Religionsstifter der Abrahamiten gingen alle durch eine Fastenperiode. Jesus fastete 40 Tage in der Wüste, Mohammed fastete, bevor sich der Koran ihm offenbarte und Moses kletterte auf den Berg Sinai, wo er 40 Tage lang fastete und auf die Zehn Gebote wartete.

  • Im Judentum ist Jom Kippur der große Fastentag, an dem weder gegessen noch getrunken wird. Waschen und Sex sind ebenfalls nicht erlaubt, gearbeitet wird auch nicht. An mehreren jüdischen Trauertagen ist ebenfalls Schwarzfasten angesagt, in etwas milderer Form. An Tisha BʾAv, der neunte Tag im Monat Aw (Juli/August), etwa sind Essen und Trinken von Sonnenuntergang bis Sonnenuntergang verboten.
  • Im Islam ist eine Form von Schwarzfasten besonders verbreitet: Während der 30 Tage des Ramadan essen und trinken Moslems von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang nichts. Rauchen ist auch untersagt, Sex ebenfalls. Abends findet in größerer Runde dann das Fastenbrechen statt.
  • Die meisten Christen fasten hingegen weniger schwarz. Zwar gehört das Fasten fest zur christlichen Praxis. Strenge Regeln gibt es aber keine mehr. In Klöstern kommt Schwarzfasten noch zur Anwendung, manche Gläubige gedenken jeden Mittwoch des Verrats Jesu mit schwarzem Fasten. Unter koptischen Christen und im östlichen Christentum hingegen ist Schwarzfasten eine verbreitete Art, die Fastenzeit zu begehen.

Was ist beim Schwarzfasten erlaubt?

Nichts. Beim Schwarzfasten wird zwischen Mitternacht und Sonnenuntergang nichts getrunken und gegessen, auch nicht geraucht. Stattdessen geht es darum, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen. Das schwarze Fasten soll Körper und Seele reinigen. Menschen, die schwarz fasten, wollen Buße tun und sich spirituell erneuern – über den Weg der völligen Enthaltsamkeit.

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Wann darf man beim Schwarzfasten essen?

Üblicherweise wird das schwarze Fasten mit einem Gebet und einer leichten vegetarischen Speise gebrochen; die kommt allerdings ohne Eier, Käse oder Milch aus. Fleisch ist ohnehin tabu, Alkohol ebenso. Empfehlenswert sind untern anderem:

  • Datteln mit Wasser
  • Gemüsebrühe
  • Gedünstetes Gemüse mit Reis
  • Linsensuppen
  • Kartoffelbrei mit Olivenöl
  • Joghurt mit Honig und Nüssen
Gummibärchen oder Apfel? Diese Frage stellt sich beim Schwarzfasten nicht.
Gummibärchen oder Apfel? Diese Frage stellt sich beim Schwarzfasten nicht.© epd | Joern Neumann

Getrunken wird nach Sonnenuntergang auch, meistens Wasser oder Kräutertee, manchmal verdünnte Säfte. Ayran, Buttermilch oder Kokoswasser sind ebenfalls eine Option.

Ist schwarzes Fasten gesund?

Die wissenschaftliche Datengrundlage zum Schwarzfasten ist begrenzt. Allgemein kann Fasten eine Reihe von positiven Effekten haben, etwa beim Stoffwechsel oder für den Insulinhaushalt. Weitere mögliche gesundheitliche Effekte sind:

  • Gesteigerte Fettverbrennung: Der Körper greift zur Energiegewinnung auf gespeicherte Kohlenhydrate zurück und wechselt in die Fettverbrennung. Die Folge kann Gewichtsreduktion sein.
  • Autophagie: Auch schwarzes Fasten kann Autophagie ankurbeln, einen Prozess der Zellselbstreinigung. Beschädigte Zellbestandteile werden abgebaut und recycelt.
  • Stärkung des Immunsystems: Es gibt wissenschaftliche Hinweise darauf, dass kurze Fastenphasen Entzündungsmarker reduzieren und das Immunsystem stärken.

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Allerdings ist schwarzes Fasten nicht ohne Risiken. Es sollte nur unter ärztlicher Aufsicht erfolgen, insbesondere bei Menschen mit Vorerkrankungen, wie niedriger Blutdruck oder Nierenproblemen. Beim schwarzen Fasten drohen:

  • Dehydrierung: Der vollkommene Verzicht auf Flüssigkeiten kann gefährlich werden, da Wasser für den Körper überlebenswichtig ist.
  • Elektrolytstörungen: Ohne Nahrung und Flüssigkeit fehlen dem Körper wichtige Mineralstoffe wie Natrium, Kalium und Magnesium. Das kann zu Herzrhythmusstörungen und Muskelschwäche führen.
  • Muskelabbau & Stoffwechselverlangsamung: Bei längerem Fasten greift der Körper nicht nur auf Fettreserven zurück, sondern baut auch Muskelgewebe ab. Zudem kann ein langfristiger Nahrungsverzicht den Stoffwechsel verlangsamen, was nach dem Fasten zu einem schnelleren Wiederaufbau von Fettreserven führen kann.

Wenn Sie also abseits einer spirituell-religiösen Motivation nach einer Fastenmethode suchen, empfiehlt es sich unter Umständen, einen der wissenschaftlich gut erforschten Wege zu beschreiten.