Lässt der Partner ständig seine dreckigen Socken liegen oder kommt die Partnerin öfter zu spät, führt das in den meisten Fällen nicht zur Trennung. Doch einige Punkte bringen romantische Beziehungen öfter zum Scheitern als andere. Nicht immer liegt dahinter ein dramatisches Ereignis, sagt die Paartherapeutin Fiona Grabow. Viel öfter seien es viel unscheinbarere Probleme, die Paare von der anfänglichen Verliebtheit hin zu unterschiedlichen Lebenswegen führen.

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Das zeigen auch die häufigsten Trennungsursachen aus Umfragen. Auf welche Punkte Paare in einer Beziehung besonders achten sollten und mit welchen einfachen Routinen sie sich der Expertin zufolge vermeiden lassen.

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Paartherapeutin: Wichtigster Trennungsgrund kommt aus dem Alltag

Der häufigste Grund für eine Trennung liegt laut Paarberaterin Fiona Grabow im alltäglichen Leben. So lebten sich viele Paare in einem schleichenden Prozess schlichtweg auseinander. „Im Alltag verlieren wir manchmal den offenen, herzlichen Austausch, und beide Partner fühlen sich so nicht mehr wirklich gehört“, sagt sie. „Diese wachsende emotionale Distanz baut langsam Barrieren auf, die das Fundament der Beziehung schwächen.“ Zur Arbeit an einer Beziehung gehöre daher auch, sich immer wieder bewusst Zeit füreinander zu nehmen und miteinander zu sprechen, sagt Grabow.

Trennungsursache zu wenig Sex? Dieser Punkt führt eher zu Frust

Neben der emotionalen Distanz führen auch körperliche Distanz oft zur Trennung: „Fehlende Aufmerksamkeit und Zuneigung lassen jeden das Gefühl haben, nicht gesehen oder verstanden zu werden“, warnt Grabow. Die daraus entstandene Entfernung sei nur schwer zu überbrücken und wachse mit der Zeit sogar weiter heran. Diese Tipps einer Sexualcoachin können helfen, für mehr Intimität und Leidenschaft in Langzeitbeziehungen zu sorgen.

Ein Mann und eine Frau sitzen traurig auf einem Sofa und schauen sich nicht an.
Hinter einer Trennung steckt selten ein einzelnes dramatisches Ereignis.© iStock | LightFieldStudios

In einer repräsentativen Umfrage der Dating-Plattform Elite-Partner nannten die Befragten 2017 sowohl fehlende körperliche Intimität als auch das längere Ausbleiben von Sex als wichtige Trennungsgründe. Die Zärtlichkeit in der Partnerschaft war den Umfrageteilnehmenden dabei sogar wichtiger als regelmäßiger Sex. Abhilfe schaffen Umarmungen, kleine Überraschungen oder geteilte Erlebnisse – gute Vorsätze wie diese können die Beziehung wieder stärken.

Trennungsgrund Untreue: Umfrage zeichnet deutliches Bild

Untreue führt besonders oft zum Ende einer Beziehung. Das gilt vor allem dann, wenn der Seitensprung emotional aufgeladen ist. Für die betrogene Person kann das Fremdgehen dann noch schlimmer sein: Grabow erklärt, dass der Betrug das Vertrauen in einer Partnerschaft auf eine derart tiefgreifende Weise verletze, dass eine Trennung oft die einzige Lösung sei.

In der Umfrage von Elite-Partner war Untreue der häufigste Trennungsgrund. Allerdings gibt es auch Fälle, in denen Paare einen Seitensprung überwinden: Untreue führe nicht zwangsläufig zur Trennung, sagt Grabow. Dazu müssten beide Partner den Mut finden, offen über den Schmerz zu sprechen. So könne aus dem Fremdgehen sogar zum Neuanfang in einer Partnerschaft führen.

Kind oder Karriere? Hier wartet oft Trennung trotz Liebe

Haben zwei Personen in grundlegenden Aspekten ihres Lebens unterschiedliche Vorstellungen, kann das ebenfalls die Beziehung belasten. Das zeigte 2018 eine Studie der Partnerschaftsbörse Parship. Für jede zehnte der befragten Personen waren unterschiedliche Zukunftspläne demnach ein Trennungsgrund – und das oft trotz Liebe.

Besonders Lebensmodelle rund um die Themen Familie, Karriere und Finanzen führen häufig zu unlösbaren Konflikten. Ist ein Partner beispielsweise fest an seine Karriere gebunden und der andere wünscht sich Kinder, bergen die unterschiedlichen Prioritäten ein großes Trennungspotenzial.

Kommunikationsprobleme: Ist Streit ein häufiger Trennungsgrund?

Streit ist in einer Beziehung normal und kann diese sogar stärken. Anders sieht es aus, wenn Konflikte einen Großteil der Partnerschaft einnehmen oder nicht mehr zu lösen sind. Laut Parship liegt der Trennungsgrund bei häufigen Konflikten oft eher in der Streitkultur als am Streit an sich: So gehören mangelnde oder schlechte Kommunikation zu den häufigen Gründen für eine Trennung.

Young displeased couple having an argument at home.
Streit führt nicht zwangsweise zur Trennung. Wichtig ist allerdings, wie Paare ihn austragen.© iStock | skynesher

Wenn Partner nicht offen über ihre Wünsche, Bedürfnisse oder Konflikte sprechen oder dafür vorwurfsvolle und aggressive Worte nutzen, kommt es besonders oft zum Streit. Auch wer sich oft unverstanden und frustriert fühlt, erlebt häufig Spannungen in der Beziehung. Oft wird der Partner oder die Partnerin dann zum Feind: Die Streitthemen reichen dabei von finanziellen Problemen bis hin zum Vorwurf, nicht genug geliebt zu werden.

Paartherapeutin Fiona Grabow betont, dass eine regelmäßige und offene Kommunikation das Herz jeder Partnerschaft sei. Ohne diesen respektvollen Austausch sammeln sich laut der Expertin Konflikte an, die das Gefühl der Einsamkeit in der Beziehung verstärken können. Sie empfiehlt Paaren, immer im Gespräch zu bleiben und aktiv an ihren gemeinsamen Konflikten zu arbeiten.

Trennung wegen Handy? Paartherapeutin warnt vor Fehler

Fehlende gemeinsame Interessen und Hobbys führen viele Paare in eine Sackgasse. Erlebnisse wie Kino- oder Schwimmbadbesuche festigen eine Beziehung. Bleiben diese aus, verringert sich die emotionale Bindung zum Partner oder zur Partnerin. Zudem seien Paare heute mit zusätzlichen Herausforderungen konfrontiert, sagt Grabow.

Die ständige digitale Präsenz, hoher beruflicher Druck und ein gesellschaftlicher Optimierungszwang beanspruchten viel Aufmerksamkeit, so die Paartherapeutin. Durch den Alltagsstress und die äußeren Belastungen würden sich viele Paare aus den Augen verlieren. Das Resultat: Gemeinsame intensive Erlebnisse kommen in der Beziehung zu kurz. Auch hier rät Grabow zu bewusst geplanter Zeit für Nähe und Aktivitäten.

Trennungsgrund Politik? Umfrageergebnisse zeigen deutliche Haltung

Extrem unterschiedliche Ansichten und Überzeugungen, etwa in politischen oder moralischen Fragen, können ebenfalls zu Konflikten in einer Beziehung führen. Lassen sich grundlegende Differenzen nicht überwinden und fehlt das Verständnis für die Perspektive des anderen, führt dies oft zu Entfremdung und zum Ende der Beziehung.

Eine Umfrage von Elite-Partner zeigt das kurz vor der Bundestagswahl Ende Februar: Jedes fünfte Paar gab dort an, sich wegen politischer Themen zu streiten. 14 Prozent der Befragten würde sich trennen, wenn ihr Partner oder ihre Partnerin eine Partei wählt, deren politische Ansichten sie strikt ablehnen.

Mehr dazu: Er wählt AfD, sie die Linke? Dazu rät der Paartherapeut

Trennung vermeiden: Paartherapeutin rät zu „mutigem“ Schritt

Beziehungen scheitern häufig, wenn sich Paare auseinanderleben, untreu sind oder ihre Kommunikationsprobleme nicht lösen können. Doch diese Herausforderungen müssen nicht zwangsläufig zum Ende einer Beziehung führen. Paartherapeutin Fiona Grabow empfiehlt, sich neben den oben genannten Tipps frühzeitig Unterstützung zu holen.

Der Mut zu externer Hilfe oder sogar Paartherapie könne festgefahrene Muster leichter durchbrechen. Das ist eine hoffnungsvolle Botschaft für Paare: Mit offener Kommunikation und der Bereitschaft zur gemeinsamen Arbeit an der Beziehung kann die Partnerschaft weiterwachsen – auch nach schwierigen Phasen.