Wahlwissen für Besserwisser

So funktioniert die US-Wahl 2016

Am Dienstag entscheiden die Amerikaner über ihren neuen Präsidenten. Morgenpost Online hat die wichtigsten Fakten zur US-Wahl zusammengestellt.

Das Rennen zwischen Hillary Clinton und Donald Trump ist auf den letzten Metern wieder eng geworden. Sah es lange Zeit so aus, dass Clinton die Wahl für sich entscheiden würde, liegt Trump nach neuerlichen Erkenntnissen in der Clinton-E-Mail-Affaire in Umfragen wieder vorne.

Wann wird gewählt?

Immer wieder dienstags Gewählt wird in den USA seit Mitte des 19. Jahrhunderts immer am ersten Dienstag im November – es sei denn, dieser Tag fällt auf den 1. November, dann ist der zweite Dienstag Wahltag. So wie in diesem Jahr. Die Gründe dafür sind, dass nicht am Sonntag gewählt werden soll, dass man früher einen Tag Reisezeit bis zum Wahllokal einrechnen musste und dass die Ernte der Bauern schon eingefahren sein sollte.

Wie werden die Stimmen verteilt?

Wer einen Staat gewinnt, bekommt alle Wahlmännerstimmen. Die Zahl der Wahlmänner wird durch die Bevölkerungszahl eines Staates bestimmt. Das kann dazu führen, dass der Kandidat Präsident wird, der gar nicht die Mehrzahl der Stimmen der Amerikaner erlangt hat. Zuletzt passierte dies im Jahr 2000, als George W. Bush mit 50,45 Millionen Stimmen gewann, obwohl Al Gore mit 50,99 Millionen mehr Wähler hatte.

Welche Staaten werden wichtig?

270 Wahlmännerstimmen braucht ein Präsident. Entscheidend sind die sogenannten Swing States, jene Staaten, in denen sich noch keine Mehrheit für den einen oder anderen Kandidaten abzeichnet. Dazu gehören Florida (29), Iowa (6), Nevada (6), North Carolina (15), Ohio (18), Georgia (16), Arizona (11) und Texas (38).

Eine besondere Rolle kommt hier dem Bundesstaat Texas zu. Denn erstmals seit Jimmy Carters Wahlerfolg 1976 könnte Texas wieder demokratische wählen.

Swing States entscheiden oft über den Präsidenten in den USA. Doch was genau sind Swing States? Wir klären Sie auf.

Interessante Fakten zu US-Präsidenten

Was passiert bei Gleichstand?

Bei einem Gleichstand, wenn also beide Kandidaten je 269 Wahlmänner hinter sich vereinen, entscheidet der US-Kongress. Das Repräsentantenhaus wählt den Präsidenten, doch jeder Staat hat dabei nur noch eine Stimme. Da die Einwohnerzahl eines Staates also keine Rolle mehr spielt, könnte dies zur Folge haben, dass die Demokraten verlieren, obwohl sie in Staaten mit viel mehr Einwohnern vorne liegen. Bislang ist dieser Fall jedoch seit 1824 nicht mehr vorgekommen.

Wer ist wahlberechtigt?

2016 sind etwa 230 der rund 320 Millionen US-Bürgern wahlberechtigt. 2012 lag die Wahlbeteiligung bei 54,9 Prozent. Der Grund für dieses niedrige Wahlbeteiligung ist unter anderem das Wahlrecht der Vereinigten Staaten.

Aktiv wahlberechtigt ist jeder US-Staatsbürger der am 8. November 18 jahre alt ist und seinen Wohnsitz in einem der 50 Bundesstaaten oder in der Hauptstadt Washington hat.

6 Millionen US-Amerikaner sind von der Wahl ausgeschlossen

Um in den Vereinigten Staaten wählen zu können – und auch, um an den Vorwahlen teilnehmen zu können – müssen sich die Wahlberechtigten bei den Behörden ihres Bundesstaates registrieren lassen. In einigen Staaten müssen sie dabei ihre Parteipräferenz angeben, werden also als Demokrat, Republikaner oder Unabhängiger geführt. Je nach Bundesstaat ist die Registrierung mit unterschiedlich hohen bürokratischen Hürden verbunden.

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