US-Wahlkampf

Trump überholt Hillary Clinton in neuer Wahlumfrage

Die E-Mail-Affäre scheint Hillary Clinton im US-Wahlkampf zu schaden. In einer neuen Umfrage rutscht sie sogar hinter Donald Trump.

Hat plötzlich wieder Chancen im US-Wahlkampf: Präsidentschaftskandidat Donald Trump.

Hat plötzlich wieder Chancen im US-Wahlkampf: Präsidentschaftskandidat Donald Trump.

Foto: Jim Lo Scalzo

Washington.  Der amerikanische Präsidentschaftswahlkampf wird auf der Zielgeraden offenbar wieder spannend. In einer neuen Wählerumfrage der „Washington Post“ und des Senders ABC News liegt der lange abgeschlagene Republikaner Donald Trump nun wieder knapp vor seiner Rivalin Hillary Clinton von den Demokraten. Demnach steht es 46 zu 45 Prozent für Trump.

Es ist das erste Mal seit vergangenen Mai, dass Trump in der regelmäßig von den beiden Medien initiierten Umfrage vor Clinton liegt. Als Grund wurde ein abnehmender Enthusiasmus für Clinton vermutet. Ein weiterer Grund dafür dürfte die E-Mail-Affäre sein, die Clinton nicht loswerden kann.

E-Mail-Affäre schadet Clinton anscheinend

In der E-Mail-Affäre wurde gegen Clinton der Vorwurf erhoben, sie habe ihren Mailverkehr als Außenministerin über ihren privaten Mailserver abgewickelt. Dies habe ein Sicherheitsrisiko dargestellt. Die fast ein Jahr dauernden Ermittlungen des FBI hatten aber nicht zu einer Anklage geführt. Am Freitag hatte das FBI aber erklärt, es seien neue E-Mails aufgetaucht, die zu weiteren Ermittlungen führen könnten.

Clinton führt weiter bei den Wahlmännern

Nun gibt es einen weiteren Verdacht. Demnach soll Clinton vor einem TV-Duell mit ihrem innerparteilichen Konkurrenten Bernie Sanders vorab über die Fragen von Journalisten informiert gewesen sein.

ABC News wies darauf hin, dass die Wählerpräferenzen eine Woche vor der Wahl nicht notwendigerweise Rückschlüsse auf das Abstimmungsverhalten selbst zuließen. So habe auch Mitt Romney bei der Wahl 2012 um diese Zeit einen Punkt vor Barack Obama gelegen, ebenso wie John Kerry 2004 vor George Bush. Romney und Kerry verloren ihre Wahlen.

Entscheidend ist weiter die Zahl der Wahlmänner, die die Kandidaten in allen Bundesstaaten auf sich vereinigen können. Hier liegt Clinton in den Umfragen weiter deutlich vor Trump. (W.B./dpa)