In Bulgarien zeichnet sich eine Entscheidung ab. Präsidentin Ilijana Jotowa ist bei einer Stichwahl im höchsten Staatsamt klar bestätigt worden. Die frühere sozialistische EU-Abgeordnete kam nach Hochrechnungen der bulgarischen Meinungsforschungsinstitute Mjara und Alpha Research auf bis zu 58 Prozent der Stimmen.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Ihr Herausforderer Andrej Gjurow erhielt als Kandidat des prowestlichen liberal-konservativen Oppositionslagers den Angaben zufolge bis zu 39 Prozent.
Sollten diese Hochrechnungen von den amtlichen Ergebnissen bestätigt werden, wird Bulgarien mit Jotowa weiterhin eine Präsidentin mit Wurzeln in der politischen Linken haben. Jotowa war Sprecherin und gehörte zur Parteiführung der bulgarischen Sozialisten (BSP), der Nachfolgepartei der kommunistischen Staatspartei.
EU-Politik mit bulgarischen Akzenten zu erwarten
Vor der Stimmabgabe gab Jotowa einen Vorgeschmack auf ihre künftige EU-Politik: „Ich stimmte dafür, dass Bulgarien ein starker Staat im starken Europa sein wird, dass Bulgarien aber auch eine eigene Außenpolitik und Rückgrat hat, wenn es das Wichtigste verteidigen muss – das nationale Interesse“, sagte sie.
Jotowas langjährige Tätigkeit als Europaabgeordnete prägte ihre europapolitische Haltung: So sollten kleinere EU-Staaten die Beschlüsse der großen Länder nicht automatisch übernehmen müssen.
Ukraine-Krieg prägt die Wahl – Jotowa als „Präsidentin des Friedens“
Der seit vier Jahren andauernde Ukraine-Krieg unweit von Bulgarien verleiht der Wahl in dem Land an der Ostflanke der Nato eine neue Dimension. Jotowa setzte sich im Wahlkampf immer wieder für eine Friedenslösung für die Ukraine durch Verhandlungen mit Russland ein. Sie sagte, sie wolle eine bulgarische „Präsidentin des Friedens“ sein.

Gjurow ließ im Wahlkampf eine engere Orientierung an den westlichen Partnern erwarten sowie eine stärkere Unterstützung für die Ukraine im russischen Angriffskrieg.
Die Wahl in dem südöstlichen EU-Land wurde von dem Konflikt überschattet. In der bulgarischen Wirtschaftszone im Schwarzen Meer – und auch in der des Nachbarlandes Rumänien – häuften sich in den vergangenen Wochen Drohnenangriffe auf Handelsschiffe.
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6,5 Millionen Bürger konnten wählen
Rund 6,5 Millionen Bulgarinnen und Bulgaren konnten wählen. Die Wahlbeteiligung lag kurz vor Wahlschluss, Meinungsforschern zufolge, bei nur 29 Prozent. In absoluten Zahlen hätten weniger als zwei Millionen der insgesamt 6,5 Millionen Stimmberechtigten gewählt. Damit war das Interesse an der Stichwahl aber größer als beim ersten Wahlgang vor einer Woche.
pau/dpa











