Donald Trump hat den Iran bombardieren lassen, ohne dessen Führung zur Kapitulation zu zwingen. Jetzt bereitet er eine neue Angriffswelle vor. Wozu? Sie soll noch mehr zerstören. Das ist keine überzeugende Strategie für ein Kriegsende.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Gewiss, Amerikas Militär kann Raketenstellungen vernichten, Kraftwerke ausschalten und Industrieanlagen zertrümmern. Es kann damit aber weder politische Unterwerfung erzwingen noch garantieren, dass die Überlebenden amerikanische Bedingungen akzeptieren. Acht Monate Krieg haben diesen Unterschied blutig vorgeführt. Trump behandelt ihn weiter wie ein Problem unzureichender Sprengkraft. Wie einfallslos.

Den Preis zahlen auch Menschen, die mit den Entscheidungen in Teheran nichts zu tun haben: iranische Familien ohne sichere Versorgung, Bewohner der Golfstaaten, amerikanische Soldaten. 

Dass Vizepräsident JD Vance noch eine Last-minute-Offerte am Verhandlungstisch ausloten lässt, ist vernünftig – wenn es nicht zum Schein geschieht. Wer Diplomatie zulässt und gleichzeitig einen kurzen militärischen Schlussakt verspricht, muss allerdings erklären, warum der Gegner diesmal mitspielen sollte. Dafür fehlt aber jeder belastbare Nachweis.

Dirk Hautkapp
Dirk Hautkapp© Privat | Hamburger

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Nach den Midterms sinkt zwangsläufig Trumps Risiko, vom Wähler zusätzlich abgestraft zu werden. Aber das Kriegsrisiko sinkt nicht mit. Eine neue amerikanisch-israelische Bombenkampagne könnte das erste Scheitern verlängern und vervielfachen. Donald Trump droht zum zweiten Mal gegen dieselbe Wand zu rennen. Die Rechnung für seine Lernverweigerung würden wir alle zahlen.