• AfD-Politiker Ulrich Siegmund und „heute-show“-Reporter Fabian Köster trafen im Magdeburger Landtag aufeinander
  • Sie lieferten sich ein wildes Wortgefecht – versehen mit einer Drohung gegen den ZDF-Mann
  • Der Deutsche Journalisten-Verband sieht darin „pure Einschüchterung“

Ulrich Siegmund gegen Fabian Köster – dieses Verbalduell sorgt für Aufsehen. Wenn der ZDF-Reporter der Satiresendung „heute-show“ und der AfD-Politiker aufeinandertreffen, fliegen die Fetzen. Bereits im Wahlkampf vor Siegmunds Erfolg bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt begegneten sich die beiden. Die „heute-show“ zeigte die Konfrontation, genauso wie rechte Streamer, die Clips ins Netz stellten und Köster diffamierten.

Die jüngste Begegnung ist nur wenige Tage her. Und besonders eine Szene zwischen Siegmund und Köster heizt die Diskussionen an.

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Siegmund vs. Köster: AfD-Drohung gegen Reporter – „pure Einschüchterung“

Die beiden trafen am vergangenen Dienstag nach der konstituierenden Sitzung im Magdeburger Landtag aufeinander. Die „heute-show“ hat den Ausschnitt veröffentlicht. Es kam zum erwarteten Wortduell – mit einer ausgeprägten Schärfe vonseiten Siegmunds.

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Siegmund fragte den Reporter, der für seine provokant-satirischen Fragen bekannt ist: „Was machen Sie, wenn wir dieses Jahr noch den Medienstaatsvertrag kündigen? Haben Sie sich schon einen Job besorgt?“ Die AfD plant im Falle einer Regierungsübernahme, Druck auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk auszuüben. Köster konterte. Er hoffe, „dass ich mit irgendeinem AfD-Kollegen verwandt bin, weil: Dann stellt er mich ja einfach ein.“ Damit stellte er einen Bezug zu Medienberichten über die Vetternwirtschaftsaffäre der AfD her.

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Journalisten-Verband verurteilt AfD-Drohungen gegen Köster

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hat die Drohungen des AfD-Politikers gegen den ZDF-Reporter verurteilt. „Erst kritische Journalisten unter Druck setzen, dann Sender abwickeln wollen: Das ist kein Medienkonzept, das ist pure Einschüchterung“, erklärte der DJV-Bundesvorsitzende Mika Beuster. Wer kritische Berichterstattung mit der beruflichen Existenz verknüpfe, überschreite eine rote Linie. Die Partei wird vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft.

Berichten zufolge soll Köster im Anschluss an die Begegnung von einem Team des AfD-nahen Portals „Deutschland-Kurier“ durch die Gänge des Landtags verfolgt worden sein. Das sieht der DJV mit Sorge. „Parlamentarische Räume müssen Orte sein, an denen Journalistinnen und Journalisten frei und sicher arbeiten können“, erklärte Beuster. Der DJV forderte die Verantwortlichen in den Landtagen auf, den Schutz der journalistischen Arbeit sicherzustellen.

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Fabian Köster studierte zunächst Sozialwissenschaften, bevor er 2015 ein Studium der Politikwissenschaften anstrebte. Stattdessen begann er jedoch, bei der „heute-show“ im ZDF als Autor zu arbeiten. Hier trat er erstmals im Oktober 2016 als Außenreporter auch vor der Kamera auf, wo er seitdem – abwechselnd oder gemeinsam mit seinem Kollegen Lutz van der Horst – zahlreiche Auftritte hatte. Bei seinen ersten Beiträgen in der Sendung wurde Köster noch als „Praktikant“ betitelt. Zu der Intention seiner Comedy-Auftritte bei der „heute-show“ äußerte sich Köster einmal wie folgt: „Ich will Politiker nicht diffamieren. Wir zielen darauf ab, politische Inhalte zu vermitteln und zu zeigen, was falsch läuft in der Politik.“

mit afp