• Noch ist Tobias Rausch nicht der breiten Öffentlichkeit bekannt
  • Das könnte sich bald ändern: Rausch könnte zum Landtagspräsidenten aufsteigen
  • Die wichtigsten Fakten über den AfD-Mann

Tobias Rausch gehört bislang nicht in die Riege der bundesweit bekannten AfD-Politiker. Außerhalb von Sachsen-Anhalt dürften nur wenige seinen Namen kennen. Doch das kann sich an diesem Dienstag schlagartig ändern. Rausch könnte in eines der wichtigsten politischen Ämter in Sachsen-Anhalt aufsteigen: zum Landtagspräsidenten. Die AfD ist dort vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft. So viel Macht in den Händen von Radikalen wäre eine historische Zäsur.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Bei den Landtagswahlen Anfang September hat die AfD deutlich mit 43,8 Prozent gewonnen, aber die absolute Mehrheit verfehlt. Allerdings gibt es fünf Abgeordnete des BSW, die den Rechten helfen könnten. Unterstützung ist seit Langem angekündigt und wurde am Montag noch einmal bekräftigt: „Als erstes Zeichen, dass wir parlamentarische Gepflogenheiten achten, wählen wir morgen den Kandidaten der AfD zum Landtagspräsidenten“, sagte der BSW-Fraktionsvorsitzende Thomas Schulze in Magdeburg. Der AfD als stärkster Kraft stehe die Position des Landtagspräsidenten zu. „Und das haben wir auch zu achten“, so Schulze.

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Bei der CDU von Wahlverlierer Sven Schulze hat der Landesvorstand den Abgeordneten empfohlen, sich bei der Wahl zu enthalten. Gefragt nach dem Grund verwies Schulze auf die Mehrheit von AfD und BSW, auf die Stimmen der CDU komme es nicht an. Grüne, SPD und Linke lehnen einen AfD-Parlamentspräsidenten klar ab. Ulrich Siegmund, Co-Fraktionschef der AfD, sprach mit Blick auf den Dienstag von einem „historischen Tag“. Siegmund verwies zudem darauf, dass der AfD der Posten des Vizepräsidenten im Parlament fünf Jahre lang verwehrt worden sei.

Als Vizekandidaten für das Landtagspräsidium will die SPD Wissenschaftsminister Armin Willingmann vorschlagen, die CDU schickt als Vizekandidaten den Bildungspolitiker Carsten Borchert ins Rennen.

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Tobias Rausch gilt als Vertrauter von Ulrich Siegmund

Tobias Rausch ist 1990 in einem kleinen Ort im bayerischen Unterfranken geboren und im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt aufgewachsen. Er machte eine Ausbildung, wurde Immobilienunternehmer und ging in die Politik. AfD-Mitglied ist er seit 2013, inzwischen parlamentarischer Geschäftsführer, außerdem Stadtrat in Staßfurt und im Kreistag des Salzlandkreises. Er gilt als Vertrauter von Ulrich Siegmund. Von seiner Partei wurde er einstimmig als Kandidat für das Amt nominiert. In einem Werbeclip lobt Siegmund ihn überschwänglich, Rausch könne „vernünftig mit Mitarbeitern umgehen“ und werde „die Außenwirkung dieses Landtags hervorragend vertreten“.

Tobias Rausch sitzt neben Ulrich Siegmund
Tobias Rausch (l.) gilt als Vertrauter von Ulrich Siegmund (beide AfD). © AFP | Ronny Hartmann

Tobias Rausch wird von seiner Partei als vermittelbarer Kandidat in den Vordergrund gestellt. Er ist keiner, der mit ständigen Pöbeleien auffällt wie andere in seiner Partei. Doch auch Rausch ist ein rechter Hardliner, er hat den Kurs seines extremen Landesverbands über Jahre mitgetragen. Und auch er hält schrille Reden. Im Landtag sprach er davon, die „Altparteien“ würden für „die dümmste Energieversorgung der Welt“ stehen. Er wettert gegen die öffentlich-rechtlichen Sender, sagt: „Wir wollen keinen zwangsfinanzierten Gebührenrundfunk“, der Medienstaatsvertrag solle gekündigt werden.